Plastik auf Bali – ein Paradies in Gefahr

Sehnsuchtort Bali! Die tropische Insel gehört zu Indonesien und hat über 4.2 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner.

Bali
Die berühmten Reisterrassen von Bali

Leider hat Bali (und viele weitere Inseln/Ländern) ein grosses Plastikproblem. Es ist im Meer, am Strand, auf den Strassen, hinter den Häusern. Ab und zu wird es von den Einheimischen verbrannt. Eine organisierte Müllabfuhr existiert nicht. Die Hotels lassen ihre Strandabschnitte täglich putzen – danach wissen sie aber nicht recht weiter, wohin mit dem gesammelten Abfall…

Früher war es das Bananenblatt, in dem Nahrung eingewickelt wurde, heute die Plastikfolie. Weggeschmissen wird oft beides direkt in die Natur, nur mit dem Unterschied, dass das Bananenblatt verrottet (Quelle: Umweltgedanken).

Aber auch wenn das Essen zuerst in Bananenblätter einwickelt wird, folgt meist danach noch ein Plastiksäcklein – wir konnten die Verkäuferin zum Glück davon abhalten! Danach kann man Lupis (sehr leckere, süsse Reisdumplings mit frisch gerapseltem Kokos) direkt aus dem Bananenblatt geniessen.

Erste Schritte in Richtung Nachhaltigkeit

Das Bewusstsein für Plastik ist sehr gering. Ich habe jedoch von einer Organisation gelesen, die 2013 von 2 jungen Frauen – Melati und Isabel Wijsen – gegründet wurde: „Bye Bye Plastic Bags„. Die Botschaft ist klar: Sag nein zu Plastik(säcken). Dabei setzt das junge Team auch auf Bildung und führt „Ocean Clean Ups“ durch.

A social initiative to make bali say no to plastic bags
Bye Bye Plastic Bags ©www.byebyeplasticbags.org

Die Bewohner des Dorfes Temesi haben eine Recyclinganlage errichtet. 100 Menschen verarbeiten dort täglich 60  Tonnen Müll zu Pflanzenerde. Über den Verkauf des Kompostes finanziert sich die Arbeit (Quelle: bz-berlin).

Vom Schweizer Roman Peter wurde die Organisation Trash Hero gegründet. So gibt es u.a. in Amed, Candidasa, Canggu, Sanur und Ubud auf Bali Aufräumaktionen, an welcher auch Touristen mitmachen können – und Bildungsmassnahmen. Zwei bis drei Stunden räumen die Helfer jeweils auf und sammeln säckeweise Abfall ein.

Amed Beach Clean Up
Trash Hero Amed

Weitere Beach Clean Ups im Süden von Bali werden organisiert von Project Clean Uluwatu.

Das Problem ist mit den Aufräumaktionen nicht gelöst. Neuer Müll wird kommen. Eigentlich ist es eine Sysiphus-Arbeit. Aber wer dabei war, kommt ins Grübeln: Brauche ich wirklich jedes Mal, wenn ich einkaufe, einen Plastiksack, den ich gleich wieder wegwerfe? Muss ich meine fünf Kaffees pro Tag wirklich aus Einwegbechern trinken? Wie viele unnötige Plastikverpackungen von Lebensmitteln schmeisse ich täglich fort? (Quelle: SRF).

Die Organisation Keep Bali Clean versucht mit einer Anti-Müll-Kampage im lokalen Fernsehen die Menschen auf die Abfall-Thematik zu sensibillisieren. Diese Kampagne wird durch den Verkauf von T-Shirts und Spenden finanziert.

Und eine weitere sehr gute Aktion ist Refill Bali: Die Initiative möchte die Anzahl Plastikflaschen auf Bali reduzieren. Dazu haben sie eine interaktive Karte von Bali und umliegenden Inseln entwickelt, die aufzeigt, an welchen Orten man sich seine Flasche wieder auffüllen kann.

Der Tourist auf Bali

Es geht also etwas auf Bali. Die Touristen müssen aber auch Ihren Beitrag leisten. Wie das?

  • Immer eine eigene Stofftasche dabei haben und konsequent alle Plastiktüten (ob gross oder klein) ablehnen.
  • Bei Getränken immer gleich beim Bestellen darauf bestehen „No straw, please“ – dafür seinen eigenen Trinkhalm aus Bambus, Glas oder Edelstahl mit dabei haben.
  • Trinkwasser kann auf u.a. in Ubud in diversen Cafés aufgefüllt werden (trotzdem ist es schwierig, auf Trinkflaschen in PET zu verzichten). Siehe dazu Refill Bali.
  • Allfälligen Plastikmüll (wie leere Sonnencremetube, leere Shampooflasche, etc.) wieder mit nach Hause nehmen und dort sachgerecht entsorgen.
  • An einer Ocean Clean Up Aktivität teilnehmen!

Korallen unter Strom (Gastbeitrag)

Dies ist der erste Gastbeitrag auf dieser Seite! Herzlichen Dank an Daniel Seelhofer für diesen interessanten Beitrag. Ich hoffe, er gefällt Euch genau so gut wie mir.

Mordor unter Wasser

Schnorcheln unter Wasser vor der Nordküste Balis. Die Erwartungen sind hoch – die indonesischen Korallenriffe sind für ihre Dichte an Leben berühmt. Doch bald macht sich Ernüchterung breit: wir blicken auf riesige Felder toter und ausgebleichter Korallen. Eine tiefe Traurigkeit erfasst uns. Jetzt bloss nicht in der Tauchermaske weinen!

Biorock Project Pemuteran
Tote Korallen

Rund 80 Prozent der Korallen sind tot. Die übriggebliebenen Korallenriffe können gerade noch einen Eindruck der vergangenen Pracht vermitteln.

Unterwasserwelt
Koralle mit bunten Fischen

Die Ursachen

Der überall vorhandene Plastikmüll und die Übersäuerung des Meeres hat den Korallen zugesetzt. Es schwimmen mittlerweile mehr Plastikteile in den Ozeanen als Plankton! Die Hauptursache für den Korallentod ist jedoch die Erwärmung des Wassers. 2012/2013 hat eine noch nie dagewesene Warmströmung einen Grossteil der Korallentiere das Leben gekostet. Davon haben sich die Riffe nicht mehr erholen können. Die nächste solche Warmströmung ist nur eine Frage der Zeit.

Die elektrische Arche Noah

Gleich vor unserem Hotelstrand beginnt das Staunen: Intakte Koralleninseln überall! Doch die hängen allesamt auf Metallkonstruktionen. Was geht hier vor? Des Rätsels Lösung heisst Biorock Project Pemuteran. Stahlkonstruktionen werden leicht unter Strom gesetzt; kleine Korallensetzlinge mit Kabelbindern darauf angebracht. Die elektrische Ladung bewirkt, dass die Korallen besser Calcium aus dem Wasser ziehen und daraus ihr Kalkskelett bilden können. Das Wachstum der Nesseltiere (zu auch die Quallen gehören) erhöht sich so um den Faktor zwei bis drei. Da ihnen das Wachsen jetzt so leicht fällt, ist auch ihr Immunsystem gestärkt und ihre Resilienz gegen widrige Umwelteinflüsse ist deutlich grösser. So können die Korallen hier nicht nur überleben, sondern auch gedeihen. Doch ist das eine Lösung? Wir können ja nicht sämtliche Weltmeere unter Strom setzen.

Bali Korallen
Biorock Project Pemuteran

Solche Projekte (es gibt einige davon) werden die riesigen Probleme nicht lösen, doch die Korallen haben so einzelne Refugien, in denen sie überleben können. In ferner Zukunft – wenn sich der Temperaturanstieg abgeschwächt hat – können die Korallen wieder in passenden Gebieten ausgesiedelt werden. Es handelt sich um eine elektrische Ache Noah unter Wasser – nicht mehr und nicht weniger. Solche Projekt zu unterstützen ist darum sehr sinnvoll.

Und was können wir tun, um die Probleme wirklich zu lösen?

  • Möglichst wenig Plastik verwenden (z.B. indem Plastiksäcke & Plastikstrohhalme abgelehnt werden, etc.)
  • Unseren CO2-Austoss verringern, um der globalen Erwärmung und der Übersäuerung der Meere entgegen zu wirken – und Klimakompensation leisten
  • Lokal und biologisch angebaute Lebensmittel konsumieren

Obst- und Gemüsesäcklein selber machen

Ich habe ein Säcklein von Again and A-gain, das sind wiederverwenbare Taschen anstelle der dünnen Platiksäcklein. Da ich immer mehr unverpackt einkaufen gehe (und auch einkaufen kann, dank den zwei neuen Unverpackt Läden hier in Basel!) brauche ich jedoch mehr von diesen Säcklein. Und da ich weder eine Nähmaschine habe noch besonders handwerklich geschickt bin, hat mir meine Mutter dabei geholfen, neue Obst- und Gemüsebeutel zu produzieren.

Was brauchst Du?

  • Nähmaschine, Schere, Faden
  • Stoff: Am besten alten Stoff verwenden, wie z.B. alte Vorhänge oder ein Netzhemd. Du brauchst mind. 40x30cm Stoff für ein Säcklein. Kommt immer darauf an, wie gross der Sack werden soll.
  • Als Kordel lassen sich z.B. Schnursenkel sehr gut verwenden.
Den Stoff würde ich zweilagig zurechtschneiden und circa 1 cm Nahtzugabe einrechnen. Am Bund brauchst Du nochmals eine Zugabe von 1-2 cm für die Kordel.

Ein fertiger Sack mit Kordel wiegt ca. 13g.

Und das Schöne daran

Kürzlich war ich im Supermarkt einkaufen, natürlich mit meinen Säcklein. Da werde ich von der Frau hinter mir an der Schlange angesprochen: Das sei ja ganz toll, sie habe solche Säcklein geschenkt bekommen aber gar nicht gewusst, für was sie die brauchen soll. Aber jetzt, ja klar, für Früchte und Gemüse! Und dann noch die Verkäuferin: Ja, da sei eine super Sache, die dünnen Plastiksäcklein seien ihr auch ein Dorn im Auge.

Da ging ich sehr zufrieden nach Hause! 🙂

Euch viel Spass beim Herstellen der Säcklein.

Meine plastikfreien Begleiter

Geschäftlich bin ich häufig mit dem Zug unterwegs. Dabei habe ich in letzter Zeit eine isolierte Flasche vermisst, die mich mit heissem Tee dabei begleitet.

Hydro Flask
Meine neue isolierte Trinkflasche

Fündig wurde ich beim Online-Shop „Kivanta“: Dort habe ich mir eine Hydro Flask bestellt. Das Unternehmen wurde 2009 von den beiden Amerikanern Cindy Morse und Travis Rosbach gegründet. Das Firmenmotto: We don’t accept lukewarm! (Lauwarm akzeptieren wir nicht!). Die Flasche ist aus Edelstahl, BPA-frei und soll Getränke bis 6 Stunden heiss und bis zu 12 Stunden kalt halten (da freu ich mich im Sommer auf Eiskaffee!). Ich kann genau 355ml Flüssigkeit mitnehmen und die Flasche wiegt gerade mal 227g.

Hydro Flask
Für heisse und kalte Getränke….

Der „Flip-Lid“-Deckel besteht aus lebensmittelechtes Polypropylen (die Flasche ist also nicht ganz Kunststoff-frei), jedoch frei von BPA, Phthalaten, Weichmachern oder anderen Schadstoffen.

Und da ich gerade am Bestellen von nachhaltigen Produkten war, habe ich mir noch eine plastikfreie Variante für das Einpacken von Sandwiches bestellt.

Zmorge
Life without Plastic – Frühstücksbeutel

Der verstellbare Frühstücksbeutel von Life Without Plastic wird in Indien, zum Teil in Handarbeit, hergestellt. Er besteht zu 100% aus umweltfreundlichem Juco (75% Jute und 25% Baumwolle).

Life without Plastic
Mit Echtholz-Knöpfen

Der Beutel eignet sich für Sandwiches, Brötchen und Backwaren, aber auch für Früchte und Nüsse. Und: falls das Säckchen nach hoffentlich sehr sehr langer Zeit nicht mehr gebraucht werden kann, ist es kompostierbar!

Ich freue mich auf den Einsatz meiner beiden neuen plastikfreien Begleiter!

Die tollen Bilder hat meine Freundin Vibeke von Wikky World gemacht! Vielen herzlichen Dank!

Alternative Zahnpasta im Test

Eines vorweg: ich habe es immer noch nicht geschafft, Zahnpasta selber herzustellen. Und dies, obwohl ich einige wertvolle Tipps und Rezepte erhalten habe… Wichtig für mich bei der Zahnpasta sind einerseits die Inhaltsstoffe und andererseits die Verpackung. Ich teste momentan drei Produkte gleichzeitg, über die ich Euch gerne berichten möchte:

Feste Zahnpasta am Stiel

Gefunden habe ich das vegane Produkt von Lamazuma (9.90€/20g), als ich in Brüssel war. Es ist absolut Zero Waste (der Holzstengel kann auf den Kompost und die Kartonschachtel ins Altpapier) und viele Inhaltsstoffe sind aus biologisch zertifiziertem Anbau. Das Produkt enthält kein Palmöl! Das ist leider nicht selbstverständlich, aber für mich ein weiteres Plus der festen Zahnpasta. Wie funktioniert es? Ganz einfach: Zahnbürste anfeuchten, mit den Borsten über die feste Zahnpasta streichen und dann die Zähne putzen. Die Zahnpasta schäumt leicht, was ich angenehm finde. Geschmacklich dürfte sie für mich noch stärker nach Pfefferminzöl schmecken, um das „angenehme Frischegefühl nach dem Zähneputzen“ zu erhalten. Gemäss Hersteller hält die feste Zahnpasta so lange wie zwei Tuben Zahnpasta. Die feste Zahnpasta habe ich einfach in mein Zahnglas getan, alternativ kann man sie auch in ein separates, kleines Glas stellen.

Feste Zahnpasta
Feste Zahnpasta

Zahnöl

Von Ringana bin ich momentan das Zahnöl (12€/125ml) am Testen. Ein Probemuster für CHF 2.00 (15ml) kann man u.a. in Basel im Lokal kaufen. Es handelt sich dabei um Natur- und Biokosmetik, die nach dem Ecocert Standard zertifiziert ist. Leider enthält es Inhaltsstoffe, die aus den Bestandteilen der Ölpalme hergestellt wurden (Elaeis Guineensis, Ascorbyl Palmitate) und gemäss Codecheck.info auch 4 leicht bedenkliche Inhaltsstoffe. Von Ringana habe ich folgende Anwort erhalten: „...Wir als Unternehmen beschreiten daher aktuell den Weg, „besseres“ Palmöl zu suchen, etwa mit Hilfe des 2004 ins Leben gerufenen „Roundtable for Sustainable Palm Oil“ (RSPO). ...Es macht wenig Sinn auf Palmöl in Kosmetikprodukten zu verzichten nur weil die meisten Konsumenten die Relationen der für verschiedene Produktgruppen eingesetzten Palmölmengen und folglich deren unterschiedlichste Relevanz in Bezug auf die Umwelt nicht kennen“. Palmöl wird zu 42% für bioenergetische Verwendungen, 33% für Nahrungsmittel, 17% für industrielle Verwendung (da gehört Haushaltsmittel und Kosmetika mit dazu) und 8% für Futtermittel eingesetzt (Zeit.de). Dennoch möchte ich kein Palmöl in einer nachhaltigen Zahnpasta drin haben! Die Verpackung ist aus PE-Material (=Polyethylen), somit leider nicht Zero Waste. Zum Zähneputzen braucht man einen kleinen Löffel vom Öl, mit dem man den Mund spült und danach mit der Zahnbürste noch nachputzen kann. Das Zahnöl hinterlässt einen angenehmen und sehr frischen Geschmack im Mund.

Zahnöl
Zahnöl

Zahnpulver

Das Per-Blan-Zahnpulver (ab ca. 2.70€ / 30g) habe ich im Bioladen in Brüssel entdeckt. Leider ist das Zahnpulver in einer Plastikverpackung drin, was ich beim Kauf nicht realisiert habe. Ebenfalls nicht realisiert habe ich, dass das Produkt Palmöl (Sucrose Palmitate) und das Tensid „Sodium Methyl Cocoyl Taurate“ enthält – im Laden hatte ich kein Internet und konnte entsprechend Codecheck.Info nicht verwenden. Das Produkt ist einfach anzuwenden: Zahnbürste befeuchten, in das Zahnpulver drücken und Zähne putzen. Es schäumt angenehm und hinterlässt einen frischen Geschmack im Mund. 30g sollten für für ca. 2 Monate reichen. 

Zahnpulver
Zahnpulver

Zahnpulver gibt es jedoch auch von anderen Herstellern, so z.B. von Birkengold (30g/ca. 4€) – Birkengold wird in einem Glas verkauft und enthält keine bedenklichen Inhaltsstoffe. Zahnpulver (Zahnkreide) würde ich somit nicht komplett von meiner Liste streichen. Das Produkt von Per-Blan kommt mir jedoch nicht mehr ins Badezimmer.

Mein Favorit

Meine bevorzugte alternative Zahnpasta ist klar die feste Zahnpasta am Stiel.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit diesen Produkten gesammelt? Bin gespannt zu hören, wie es Euch damit ergangen ist!

Die Welt verändern mit einer Organspende

Eine Freundin hat mich auf das Buch „Einfach die Welt verändern. 50 kleine Ideen mit grosser Wirkung“ aufmerksam gemacht. Das Buch konnte ich in der Bibliothek ausleihen.

Change the world for a fiver
Buch „Einfach die Welt verändern“
Gemütlich im Bett liegend lese ich mir das Buch durch. Es liest sich ganz einfach, jede Doppelseite beinhaltet eine Idee bzw. eine Aktion.

Die Welt verändern mit einer Organspende

Hängen bleibe ich bei dem Satz „Auch nach deinem Tod kann dein Herz für jemanden schlagen“. Und dann der Tipp: „Besorge dir einen Organspende-Ausweis“. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod empfinde ich als schwierig. Doch die Idee bleibt in meinem Kopf hängen. Zwei Tage später sitze ich vor dem Computer. Innerhalb von wenigen Minuten fülle ich einen Organspende-Ausweis aus, drucke diesen und habe ihn seither bei mir im Portemonnaie.

Weshalb spenden?

„Ein Organspender kann bis zu sieben Menschenleben retten. In der Schweiz warten über 1’300 Menschen auf ein neues Organ (Stand: März 2015). Jährlich sterben etwa 100 Personen, weil ihnen kein passendes Organ zugeteilt werden konnte. Das alles sind Gründe, um nach dem eigenen Tod andere Leben zu retten“ (Swisstransplant).

Weihnachtsbaum mieten!

Was für eine schöne Idee: Anstatt einen Baum zu fällen (bzw. fällen zu lassen) kann man bei Maik Langbein in Ziefen Weihnachtsbäume mieten. Der Baum wird im Topf geliefert und nach den Festtagen wieder abgeholt. Der Baum wächst dann munter auf der Plantage in Ziefen weiter.

Weihnachtsbaum mieten
Weihnachtsbaum mieten © ML – Freiraumvision
Es gibt natürlich auch noch andere Anbieter, so z.B. KienerPlus in Pfäffikon (ZH) oder SchutzFilisur im Kanton Graubünden.

Habt ihr schon von einem solchen Projekt bei Euch in der Nähe gehört?

Meine 4 Top-Tipps für El Hierro

Die wenigsten haben schon von der kleinsten kanarischen Insel El Hierro gehört. Doch uns hat es für 2 Wochen auf die Insel mit einer Fläche von 269km2 und circa 6’000 Einwohnerinnen und Einwohner verschlagen.

Biosphärenreservat und Geopark

Warum haben wir uns El Hierro ausgesucht? Von der UNESCO wurde El Hierro im Jahr 2000 zum Biosphärenreservat – 60% der Inselfläche sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen – und zum Geopark erklärt. Ein „UNESCO Global Geopark“ bietet eine einzigartige geografische Landschaft und wird durch ein ganzheitliches Konzept des Schutzes, der Ausbildung und der nachhaltigen Entwicklung begleitet (globalgeopark.org).

„Der Strom wird mit fünf Windrädern erzeugt. Übersteigt deren Leistung den Verbrauch aktiviert die Windenergie eine Wasserpumpe in Küstennähe, die dann Meerwasser in einen Vulkankrater nach oben pumpt. Dort wird das Wasser gespeichert. Sollten die Windräder einmal zu wenig Energie liefern, wird das gespeicherte Wasser über Sturzleitungen nach unten geschickt. Dabei entsteht in einem Turbinenwerk Strom fürs Netz. Die Anlage versorgt ausserdem eine Meerwasserentsalzungsanlage“ (NZZ).

Windkraftwerk auf El Hierro
Windkraftwerk auf El Hierro

El Hierro hat sehr ergeizige Ziele: „2020 sollen alle 6’000 auf El Hierro zirkulierenden Autos elektrisch betrieben sein“ (NZZ). Nach den Auskünften, die wir erhalten haben, sind bis jetzt jedoch erst 3 bis 5 Elektroautos auf der Insel zu finden…

Meine 4 Top Tipps für El Hierro

El Hierro ist besonders für Wander- und Naturliebhaber geeignet. Falls ihr die Insel selber einmal erkunden möchtet, findet ihr hier meine persönlichen Highlights:

  1. Der Markt in La Frontera / Tigaday – jeden Sonntag von 9 bis circa 13.30 Uhr. Ich kaufe ja sowieso gerne auf dem Markt ein. Auf dem „Mercadillo de La Frontera“ konnten wir Bio-Mangas und selbstgemachte Feigenkonfitüre bei Ingrid kaufen. Frischen Bio-Traubensaft und auch ökologische Weine bekommt man bei Uwe Urbach. Er ist ursprünglich aus Bayern und lebt seit 1989 auf der Insel (Infos). Selbstgemachtes Roggen-Brot und Bio-Käse von der Finca La Paz und von El Barranco konnten wir ebenfalls einkaufen. Ein wunderbares kulinarisches Erlebnis!

2. Arbol Garoé – der wasserspeiende Baum. Der Besuch des heiligen Baums lässt sich wunderbar mit einer schönen Rundwanderung (von circa 3 Stunden) von San Andrés aus verbinden. Bei der Wanderung lassen sich kleine Vulkankegel, Kiefern- und Eukalyptuswälder, riesige Aloe Veras und saftige Kaktusfeigen entdecken. Um den Baum ranken viele Legenden. Er ist das Wahrzeichen von El Hierro und schmückt das Wappen.

3. Abendessen im Guachinche Frontera. In diesem kleinen, feinen Lokal waren wir gleich zweimal. Der Koch David und seine Frau Ana führen das Restaurant mit Liebe – und das merkt man. Eine gibt zwar eine Tafel, auf der allerlei Menüs drauf stehen. Aber eigentlich schlägt der Koch den Gästen ein Menü vor. Und auch für Vegetarier (und bestimmt auch für Veganer) hat er viele Ideen. Er kocht alles in einem Holzofen – den wir uns kurz anschauen durften. Leckeres Essen (als Vorspeise unbedingt den queso a la plancha bestellen), biologische Weine und somit absolut empfehlenswert!

Guachinche Frontera
Feines Abendessen im „Guachinche Frontera“
 4. Baden in der Cala de Tacoron: El Hierro ist definitiv keine Badeinsel. Es gibt zwar einen Sandstrand, aber das Meer ist dort so wild, dass Baden eher gefährlich ist. Wir haben für uns die Naturbucht „Cala de Tacoron“ in der Nähe von La Restinga entdeckt. Dieser wunderbare Ort wurde von heisser Lava geschaffen, die im Meer zu Felsarmen erstarrte. Schnorcheln ist suuuper, da es total viele Fische zu sehen gibt. Krebse sind auch zu entdecken. Es hat ein kleines Strand-Restaurant, aber wir haben unser eigenes Essen in Edelstahl-Boxen mitgebracht (leckere Bio-Manga vom Markt). Delfine und Wale haben wir keine gesehen – Mareike hat jedoch auf Ihrem Blog vor kurzem ein sehr schönes Video dazu gepostet.

Vielleicht ist die Kanaren-Insel El Hierro auch für Dich eine interessante Reisedestination? Die Flüge gehen normalerweise auf Teneriffa (Klimakompensation als Möglichkeit, nachhaltiger zu flieger) und von da geht’s mit der Fähre nach El Hierro.

Der Plastiksack muss sterben…

…so titelte die NZZ am Sonntag vom 6. November 2016. Um was geht es?

Die dünnen weissen Plastiksäckli, welche Migros und Coop an den Kassen gratis ausgegeben haben, kosten neu 5 Rappen. Dies geschieht auf Druck des Parlaments. Die nun kostenpflichtigen Säcklein sind neu aus wiederverwertetem Plastik – gemäss Aussage von Migros: „Die neuen Säckchen für 5 Rappen bestehen zu 100% aus umweltschonendem Recycling-Material. Dafür wird Plastik verarbeitet, welches in unserem Verteilzentrum in Neuendorf als Abfall anfällt. Dieser geschlossene Kreislauf ist aus Sicht der Ressourceneffizienz besonders sinnvoll“.

Plastiksack
Plastiksäcklein bei Migros (©Migros.ch)
5 Rappen? Dies scheint mir ein sehr geringer Betrag zu sein. Es wird jedoch erwartet, dass der Verbrauch um 70 – 80% zurückgeht. Dies belegen zumindest Zahlen von Irland, England und der US-Hauptstadt Washington DC. Der 3’500 Tonnen schwere Abfallberg von Plastiksäcklein in der Schweiz soll im Idealfall auf 700 Tonnen schrumpfen.

Finde es auf jeden Fall eine gute Sache! Und es ist wirklich einfach, eine Einkaufstüte bei sich zu haben. Auch für Gemüse und Obst gibt es tolle Alternativen zu Plastiksäcklein.

Minimalismus bei mir zuhause

Minimalismus – ein Wort, das mir in letzter Zeit immer öfter begegnet. Und mich nicht loslässt. Weniger ist mehr! Zu viele Gegenstände werden irgendwann zur Last, erdrücken uns und hindern uns daran, das Wesentliche zu erkennen.

Mein persönlicher Weg

Beim Ausmisten („Reduce“) ist es für mich wichtig, dass die Gegenstände nicht im Müll landen, sondern einer anderen Person Freude bereiten. Ich habe immer wieder einen Anlauf genommen, die Dinge in meinem Haushalt zu reduzieren und bin auch noch nicht fertig. Trotzdem hoffe ich, Euch mit diesem Beitrag zu inspirieren, überflüssigen Balast loszuwerden.

Angefangen hat es damit, dass meine Schwester ein paar spezifische Kinderbücher suchte. Diese waren bei mir im Keller in irgendwelchen Kisten zu finden. Das hat mich nachdenklich gemacht: Warum in aller Welt horte ich Kinderbücher in meinem Keller? Und Spielzeug wie das Playmobil-Zirkus-Set. Dieses habe ich als Kind heiss geliebt. Aber im Keller bringt es niemandem was. Heute spielt mein kleiner Neffe damit!

Dann habe ich mir das Bücherregal vorgenommen. In der WG haben wir nur ein Regal – dieses ist jedoch zu 95% von mir belegt. Die Mitbewohner haben noch Bücher in ihren Zimmern (ich übrigens zusätzlich auch). Von ein paar Büchern konnte ich mich trennen und habe diese ganz einfach in einen offenen Bücherschrank oder in eine Bücher-Brocky gebracht.

Im Juli stand eine Kleidertauschparty vor der Türe. Ideal also, meinen Kleider- und Schuhschrank zu durchforsten. Die Kleider, die keiner Frau gepasst haben, nahm ich mit und brachte diese zuerst zur Chemiserie (Drahtzugstrasse, Basel). Dieser Laden kauft und verkauft Kleider. Die Frau im Laden nahm mir eine graue Strickjacke ab. Den Rest brachte ich in die Brockenstube.

Anfangs September bekomme ich eine SMS von einer Freundin. Sie geht an einen Flohmarkt und sucht noch allerlei Gegenstände. Der Ertrag des Flohmarkts geht zugunsten der Schweizerischen Hunde- und Katzenrettung SHKR. Ich bin also motiviert, meine Wohnung nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen. Allerlei Nippes-Sachen fallen mir in die Hände: ein Deko-Schaf mit einem Herz, ein Fächer, etc. Dazu kommen noch ein quietschrote Jacke , Ohrringe, CD’s und mehrere Paar Schuhe, die seit Ewigkeiten nicht mehr getragen wurden.

Wie weiter?

Die Aufräum- und Minimalismus-Aktionen fühlen sich soweit sehr gut an. Mal schauen, wann es mich das nächste Mal packt, weiter auszumisten. Was sicher noch zu tun wäre: Der Keller…

Ein sehr schöner Bericht zum Thema Minimalismus findet ihr auch bei MehralsGrünzeug.