Everyday Rebellion – The Art of Change

Ein Doku-Film, der unter die Haut geht, ist „Everyday Rebellion“ von den Riahi-Brüdern aus Wien (2013). Der Film zeigt weltweit Beispiele von gewaltlosen Strategien des politischen Widerstands. Ungerechtigkeiten sollen nicht akzeptiert werden. Der Film macht Mut zu zivilem Ungehorsam.

The art of change
Everyday Rebellion Filmplakat

Es werden verschiedene Aktivisten porträtiert; FEMEN in Kiew und Paris, Occupy in New York, Indignados in Madrid, der Arabische Frühling in Ägypten und der Widerstand aus dem Untergrund in Teheran und Damaskus.

Everyday Rebellion
Occupy-Bewegung
 Kennst Du den Film schon? Wie hat er Dir gefallen?

Das Ende der Artenvielfalt?

Die Doku „Racing Extinction“ von 2015 ist sehr aufwändig gemacht, mit wunderschönen Bildern und es lohnt sich, sie anzuschauen. Mein Freund meinte dazu „High-Tech trifft Umweltschutz“.

Mantas und Haie

Der amerikanische Dokumentarfilmer Louie Psihoyos begleitet verschiedene Menschen, die etwas gegen das Artensterben unternehmen. Einer davon ist der Fotograf Shawn Heinrichs. Er liebt die Bewohner des Ozeans, ganz besonders die Mantas und die Haie. Er ist an Undercover-Aktionen in Hong Kong and China beteiligt und deckt dort illegalen Haifisch-Flossen-Handel auf. Die Haie werden aus dem Wasser gezogen, die Flossen abgeschnitten und die Körper bei lebendigem Leib zurück ins Wasser geworfen. Und dies alles nur, dass die Flosse in einer Suppe landet – ein Statussymbol in Hong Kong, Singapur und Taiwan.

Haiflossen
Shawn Heinrichs mit Hai-Flossen in China (© OPS)

„Mantarochen wurden gefangen und getötet, um die wachsende Nachfrage vor allem nach ihren Kiemen im asiatischen Raum zu decken. Dort werden die Kiemenreusen unter dem Namen „Peng Yu Sai“ als Heilmittel vertrieben und erzielen Preise von bis zu 500 Euro pro Kilogramm. Zentrum des Handels ist Guangzhou in China, wo rund 99% der Kiemen umgeschlagen werden. Die dramatische Zunahme der gezielten Fischerei gerade im letzten Jahrzehnt führte dazu, dass weltweit die Manta-Populationen bereits um 50-86% zurückgegangen sind“ (taucher.net). Im Juni 2013 wurden 8 Hai-Arten und alle Manta Rochen in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) aufgenommen.

Manta Rochen
Manta mit Taucher © David Doubilet

Rennfahrer und Lichtshow

Die Rennfahrerin und Umweltaktivistin Leilani Munter (Motto: Never underestimate a vegan hippie chick with a race car) fährt in der Doku ein Tesla – das Elektroauto wurde mit einem riesigen Projektor ausgestattet und erlaubt es, CO2 und Methan zu sehen.

Racing Extinction
Wal-Projektion in New York (© OPS)

Am Schluss des Film werden Bilder an die Häuser von New York projiziert – unglaublich beeindruckend! Die Doku empfehle ich Euch gerne weiter.

Wenn das Meer stirbt…

Mein Freund war kürzlich im Basler Bio-Laden „Höheners“ und hat dort neben der Käsetheke die „Bio-Videothek“ entdeckt. Im Höheners finden sich ca. 20 DVDs mit Dokumentationen rund um Lebensmittel und Ökologie. Das Ausleihverfahren ist unkompliziert: Formular ausfüllen, CHF 30.- Depot bezahlen und die DVD mitnehmen. Dann hat man eine Woche Zeit, den Film zu gucken und ihn wieder zurückzubringen – dann bekommt man auch die 30 Franken zurück. Falls nicht, gilt der Film als gekauft. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit „Filme für die Erde„. Eine super Sache, wie ich finde!

The Last Giants – wenn das Meer stirbt

Wir haben uns die DVD „The last Giants“ ausgeliehen. Portraitiert wird dabei die Schweizerin Katharina Heyer, welche „firmm“ gegründet hat. Die Stiftung firmm (foundation for information and research on marine mammals) setzt sich aktiv für den Schutz von Walen und Delfinen und für den Lebensraum Meer ein. In der Meerenge von Gibraltar leben mehr Walarten auf engstem Raum als irgendwo sonst auf der Erde. Aber: Täglich durchqueren über 300 riesige Containerschiffe die Meerenge, dazu kommen Schnell-Fähren von Spanien nach Marokko. Die Wale werden verletzt oder sind desorientiert vom Lärm. Zudem wird ihnen die Nahrung (wie z.B. Thunfische) weggefischt, so dass sie teilweise auch verhungern.

Katharina Heyer hatte den grossen Traum, ein Wal-Hospital zu bauen. Sie hatte bereits ein Grundstück auf marokkanischem Boden gekauft – auf dieses Grundstück hatte sie jedoch plötzlich keinen Zugang mehr. Und auch das zweite Grundstück, welches sie kaufen wollte, wurde ihr verweigert. Das Wal-Hospital ist somit leider nicht zustande gekommen.

Was können wir tun?

  1. Ein Grund für die gestiegene Zahl der Transportschiffe sind die ebenfalls gestiegenen Wünsche von uns Konsumenten. Deshalb: So oft es geht lokale und saisonale Waren einkaufen.
  2. Wissen verbreiten: Je mehr Menschen über die Situation Bescheid wissen und bereit sind, etwas zu ändern, desto besser kann z.B. firmm seinen Stiftungszweck erfüllen. Und: Am 25. Februar 2017 um 17.00 Uhr findet das firmm-Jahrestreffen im Kultur- und Kongresshaus Aarau, Schweiz, statt.
  3. So weit es geht, Kunststoffe und Plastikverpackungen vermeiden. Diese gelangen ins Meer und beeinträchtigen negativ das Leben aller Meeresbewohner…

Zucker – das moderne Gift

Das Wissensmagazin „Einstein“ und das Wirtschaftsmagazin „Eco“ haben zum Thema Zucker zwei spannende Beiträge gebracht, die ich für Euch gerne kurz zusammenfasse.

Haushaltszucker

Zwei Wochen ohne Zucker

Bei Einstein verzichtet der Moderator zwei Wochen auf Zucker. Dafür muss er zuerst einmal seinen Kühlschrank ausräumen und Salami und Hüttenkäse fallen weg. Die erste Woche fühlt er sich schlapp und gereizt. Das Fazit am Ende ist jedoch, dass er minim abgenommen, deutlich besser geschlafen und im Leistungstest besser abgeschnitten hat.

In meinem Umfeld haben schon einige Personen auf Zucker verzichtet. Eine Freundin von mir erzählt, dass die erste Woche hart war und sich tatsächlich eine Art Entzugserscheinung einstellte. Dies äusserte sich in Gereiztheit. Mit der Zeit verbesserte sich ihr Hautbild.

Warnung vor Zucker und die Zuckerindustrie

Zu Wort kamen auch Dr. Robert H. Lustig, Kinderarzt aus USA. Er stellte bei Kindern Fettlebererkrankungen fest, die für Diabetes und Herzerkrankungen verantwortlich sind und kämpft gegen den übermässigen Zuckerkonsum. Dr. Cristin Kearns von der University of California hat Dokumente gefunden, die belegen, dass die Zuckerindustrie mit Hilfe von (bezahlten) Wissenschaftlern die Gesundheitsrisiken von Zucker verschleierten.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 25g Zucker pro Tag. In den USA werden 126g/Tag pro Person und in der Schweiz 76g/Tag konsumiert. Besonders gefährlich ist der versteckte Zucker.

Subventionen für Zucker

Circa 100 Staaten subventionieren Zucker, so auch die Schweiz mit CHF 100 Mio. pro Jahr. Dies ist erstaunlich, da bekannt ist, dass Zucker hohe Gesundheitskosten (v.a. wegen Übergewicht) verursacht. Argumentiert wird mit der Versorgungssicherheit. Der in der Schweiz produzierte Zucker deckt jedoch den Bedarf gleich 2x ab. Es stellt sich die Frage, ob dies volkswirtschaftlich sinnvoll ist…

Die Zuckerproduktion in der Schweiz unterliegt starken Schwankungen. Noch vor 2 Jahren gab es mit über 300’000 Tonnen ein Rekordjahr, 2015 waren es dann noch gut 230’000 Tonnen. 2016 wurden 1,28 Millionen Tonnen Zuckerrüben geerntet. Daraus wurden in Aarberg und Frauenfeld 200’000 Tonnen Schweizer Zucker hergestellt.

Problematischer Anbau von Zuckerrüben

In den beiden Sendungen wurde der Anbau der Zuckerrüben nicht thematisiert. Mir scheint es dennoch wichtig, darüber ein paar Worte zu verlieren:

Zuckerrüben sind empfindliche Pflanzen: Im konventionellen Anbau werden daher die Rübensamen schon vor der Aussaat in eine mit Pilz- und Insektenschutzmittel ausgerüstete Hülle verpackt. Gegen Unkräuter werden spezielle Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Problematisch ist zudem die Verdichtung der Böden durch die Bearbeitung mit schweren Maschinen. Hinzu kommt der Verlust nährstoffreicher Böden durch Erosion aber auch die Rübenernte selbst: Nach Schätzungen des WWF gehen jedes Jahr 3 Millionen Tonnen Boden dadurch verloren, dass die an den Rüben klebende Erde mit ihnen die Felder verlässt. Im ökologischen Rübenanbau wird auf die chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verzichtet (Quelle: Oeko-Fair). In der Schweiz werden jedoch auf nur rund 10 ha Biozuckerrüben angebaut.

Zuckersteuer

Da in Mexico 3/4 (!) der Erwachsenen übergewichtig ist, hat der Staat eine Zuckersteuer eingeführt. Mexiko ist mit einem pro Kopf Verbrauch von 163 Litern Softdrinks Spitzenverbraucher von Süssgetränken. So kosten diese nun mehr – und es wird tatsächlich weniger davon konsumiert: Nach Einführung der Steuer fiel der Verbrauch der besteuerten Getränke um 6%. Andere Länder wie Portugal, Frankreich und Finnland folgten diesem Beispiel.

Wild Plants

Am Sonntagabend waren wir im Kino und haben uns „Wild Plants“ vom deutschen Regisseur Nicolas Humbert angeschaut. Was für eine Enttäuschung! Anstatt mit Fakten oder spannenden Geschichten wird der Zuschauer mit ewig langen Szenen beglückt, die fliegende Vögel zeigen oder einen kleinen Jungen, der durch den Schnee stampft.

Der Inhalt

Sehr oberflächlich werden verschiedene Menschen vorgestellt, so u.a. Maurice Maggi – der „Guerilla-Gärtner“, der in Zürich in der Nacht Pionierpflanzen aussät. Die Bilder wirken deprimierend und düster. Ein Mann, der alleine in der fast menschenleeren Stadt umherläuft. „Blumen Graffiti nenne ich meine Markierungen mit heimischen Wildblumen im öffentlichen Raum der Stadt. Durch Säen um Alleebäume, Brachnischen und Bahnborde schaffe ich florale Interventionen seit 1984“ (Maurice-maggi.ch).

Maurice Maggi - Guerilla Gärtner
Maurice Maggi – Guerilla Gärtner

Weiter kommen die Menschen vom Gartenbau-Kollektiv „Jardins de Cocagne“ in Genf zu Wort. Am eindrücklichsten für mich waren die urbanen Gärtner in Detroit. Auch hier wirkten die Bilder eher düster und deprimierend. Doch der Protagonist Andrew zeigt uns Plätze, an denen wilde Birnen und Äpfel wachsen. Er bedient sich und freut sich über die gute Qualität der Früchte – denn die Häuser sind unbewohnt, niemand ist mehr da, um die leckeren Früchte abzuernten.

Fazit: Muss man nicht gesehen haben.

Bye bye, Öl und Gas!

Am Freitag, 23. September 2016 konnte ich an das „Filme für die Erde„-Festival gehen. In Basel fand dieses auf dem Gundeldinger Feld statt. Von 1893 bis 1999 stand auf diesem Areal eine Maschinenfabrik, die bis zu 500 Menschen beschäftigte. Seit dem Jahr 2000 findet eine Umnutzung statt – und von Anfang an war das Gundeldinger Feld ein Pilotprojekt der 2’000 Watt Gesellschaft. Mit den Mietern wurde eine Vereinbarung getroffen, die beide Seiten verpflichtet, den Energieverbrauch zu reduzieren. Auf den Dächern konnten bereits drei Photovoltaik-Anlagen installiert werden, weitere sind in Planung.

Vorpremiere „Power to Change“

Ein idealer Ort also für den Film „Power to Change – die Energierebellion“. Der Film wurde als Vorpremiere in einer Kurzfassung (60 anstatt 90 Minuten) gezeigt. Im Eintrittspreis von CHF 22 war ein Sandwich und ein Getränk mit inbegriffen. Es hätten mehr Besucher sein dürfen – ich schätze, es waren circa 30 Personen anwesend.

Der Film ist vom Regisseur Carl-A. Fechner, der schon die „4. Revolution“ gedreht hat. Er geht der Frage nach, wer Geschäfte mit fossilen Energien unterstützt – und warum. Es werden Menschen portraitiert und Ideen und Lösungen aufgezeigt, wie z.B. Skysails, ein Zugdrachen-Windantriebssysteme für Schiffe.

Besonders berührt hat mich die Rede von Peter Smith. Er arbeitete 30 Jahre lang als Ingenieur im Atomkraftwerk Hinkley Point B. In seiner Arbeit erlebte er direkt, wie die Nuklearindustrie Profit vor Sicherheit stellte. Nachdem es in Fukushima zur Kernschmelze kam, war für Smith klar, dass er sich aktiv gegen den Neubau eines Atomreaktors in Grossbritannien einsetzen muss.

Wer heute Abend noch nichts vorhat: Ab 16 Uhr werden noch 3 weitere Filme im Rahmen des Festivals „Filme für die Erde“ gezeigt.

Good Food Bad Food

Ich schaue mir sehr gerne Dokumentationen zu nachhaltigen Themen an. In der Bibliothek bin ich über die Doku „Good Food Bad Food – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft“ von der französischen Regisseurin Coline Serreau aus dem Jahr 2010 gestolpert. Den Sonntagabend verbrachten mein Mitbewohner und ich somit vor dem Fernseher.

Solutions locales pour un désordre global
Filmabend mit Good Food Bad Food

Der Film hat einige Schwächen, aber auch viele Stärken. So enthält die Doku spannende Informationen und lässt Experten zu Wort kommen, wie beispielsweise: Vandana Shiva, Wissenschaftlerin, Umweltaktivistin und Trägerin des Right Livelihood Award und Philippe Desbrosses, Agronom und promovierter Umweltwissenschaftler, Verein Kokopelli.

„Saatgut ist das Gedächtnis der Natur, es enthält das Erbe der Menschheit und ist eines unserer kostbarsten Güter, unverzichtbar für das Überleben der Arten“, schreibt Philippe Desbrosses (Quelle). Vandana Shiva ist Gründerin des Vereins „Navdanya“, der sich für die Bewahrung der Artenvielfalt und den Schutz der Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen stark macht. Die Farm von Navdanya ist eine beispielhafte Saatgutbank, die es über 10’000 Bauern und Bäuerinnen in Indien, Pakistan, Tibet, Nepal und Bangladesch ermöglicht, die biologische Landwirtschaft neu zu entdecken.

Good Food Bad Food
Biologische versus konventionelle Bearbeitung des Bodens

Claude und Lydia Bourguignon,  Mikrobiologen und Agrarökologen, führen mikrobiologische Bodenanalysen durch und berichten ausführlich über die Verdichtung von Böden. Dazu trägt auch das Pflügen bei, denn der Boden wird bis in eine Tiefe von ungefähr 30 cm gelockert. Unter dieser gelockerten Schicht entsteht im Laufe der Jahre jedoch ein stark verdichteter Horizont, die sogenannte Pflugsohle. Auf dieser kann sich Niederschlagswasser stauen. Ein lebendiger Boden mit natürlicher Düngung enthält eine Vielzahl von biologisch aktiven Lebewesen wie z.B. Regenwürmer. Pflugloser Bioanbau fördert den Boden und schont das Klima. Der Boden sieht zudem anders aus.

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Rechteckige Wassermelonen?!

Die Reise führt Coline Serreau nicht nur durch ihr Heimatland Frankreich, sondern auch nach Indien, Brasilien und in die Ukraine. Serreau interviewt Menschen, die nicht länger ein Teil im Getriebe des Räderwerks der industrialisierten Landwirtschaft sein wollen, und sich stattdessen für eine ökologische, nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Sie alle verbindet zudem die Frage, wie durch einen sorgsamen, ökologisch verträglichen Anbau sowohl die Bauern und Bäuerinnen als auch die Verbraucher/innen wieder mehr Autonomie darüber erlangen können, wie sie sich ernähren wollen. Die persönliche Herangehensweise wird auch unmissverständlich dadurch deutlich, dass Coline Serreau ihren Film beinahe im Alleingang gedreht hat.

Gekaufte Wahrheit

Am Wochenende haben wir uns die Doku „Gekaufte Wahrheit – Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“ angesehen. Die „Zeit Online“ meint dazu: „Bertram Verhaag hat einen Film über den Einfluss der Wirtschaft auf Wissenschaft und Gentechnikforschung gedreht – hemmungslos parteiisch, aber sehenswert“. Sehenswert ist der Film von 2010 auf jeden Fall – sonst hätte er auch kaum 11 Preise gewonnen. Es kommen v.a. zwei Wissenschaftler zu Wort: Árpád Pusztai, ein ungarisch-britischer Bio-Chemiker und Ignacio Chapela, ein Mikrobiologe. Was die beiden erzählen, macht nachdenklich und zeigt den Einfluss von Agrar-Chemie-Unternehmen auf die Wissenschaft auf.

Die Netzfrauen fassen wir folgt zusammen: „Im Frühjahr 2001 macht NATURE etwas, das es zuvor noch nie getan hatte. Zum ersten Mal in seiner 137-jährigen Geschichte zog das weltweit wichtigste Wissenschaftsmagazin einen Artikel zurück. Das war und ist merkwürdig und sehr besorgniserregend – ein Wissenschaftler wurde angegriffen, weil er seine Arbeit getan hatte“.

Es stellt sich somit die Frage: Können wir der Forschung trauen, wenn 95% der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden und nur 5% unabhängig sind?

Und noch ein Hinweis: Am Samstag, 21. Mai findet der bewilligte «March against Monsanto & Syngenta» in Basel statt, bei dem mehr als 40 Organisationen ein Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft fordern. Die Bewegung findet weltweit an diesem Tag statt: Mehr Infos hier.

Die 4. Revolution und das Mali Folkecenter

Der Dokumentarfilm von 2010 „Die 4. Revolution – EnergyAutonomy“ zeigt auf, dass der Umstieg auf 100% erneuerbare Energien innerhalb der nächsten 30 Jahre möglich wäre.

Zu den erneuerbaren Energien zählen Bioenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Meeres-, Sonnen- und Windenergie. Sie grenzen sich von den fossilen Energiequellen (Braun-, Steinkohle, Torf, Erdgas und Erdöl) ab. Dazu kommt noch die Atom-/Kernenergie.

Das Mali Folkecenter Nyetta

Besonders beeindruckt hat mich im Film das Beispiel von Dr. Ibrahim Togola – es zeigt, wie viel ein einzelner Mensch bewirken kann! „Inspiriert von einer einjährigen Ausbildungszeit beim Dänen Preben Maegaard installiert er als Gründer und Chef des „Mali Folkecenters Nyetaa (MFC)“ Energiesysteme in den Dörfern Malis. So verbreitet er hier nachhaltig Wissen und Informationen über die Chancen der Versorgung durch Erneuerbaren Energie“ (Quelle). Da der Film schon 6 Jahre alt ist, habe ich recherchiert, was aus dem Projekt von Dr. Togola seither passiert ist.

„Die 4. Revolution und das Mali Folkecenter“ weiterlesen

We feed the world

Der österreichische Autor und Filmemacher Erwin Wagenhofer dokumentiert in „We feed the world“ von 2005 das Thema Ernährung und Globalisierung. Er zeigt in ruhigen Bildern die Zusammenhänge auf. Dazu kommt auch Jean Ziegler, ein Schweizer Soziologe und Politiker sowie UN-Sonderbotschafter (2000 – 2008) für das Recht auf Nahrung zu Wort. Ich kann Euch den Film wirklich – auch wenn er schon über 10 Jahre alt ist – weiterempfehlen!

Ein paar Fakten

  • In Österreich wurden 2014 77 Millionen Hühner geschlachtet – ein Plus von 3,6 Prozent gegenüber 2013. „Der Gewinn pro Tier ist derart niedrig, dass praktisch nur Geld machen kann, wer Zehntausende Hühner parallel grosszieht und via Fliessband tötet und auseinandernimmt“ (Zeit.de).
  • „346 Millionen Kilogramm Fleisch landen in Deutschland jährlich im Müll. Dafür mussten umgerechnet 45 Millionen Hühner, 4 Millionen Schweine und 200’000 Rinder sterben“ (Die Welt, 2014).
  • Jährlich werden etwa 32 Millionen Tonnen Sojabohnen und -schrot aus Nord- und Südamerika in die Europäische Union verschifft – für die Nutztiere. Rund 80% ist genmanipuliert (Transgen, 2013). Für den Sojaanbau roden die brasilianischen Bauern riesige Flächen an Regenwald.
  • Ein Viertel des Restmülls in Wien besteht aus unverbrauchten Lebensmitteln, der Grossteil davon wäre noch für den Verzehr geeignet.
  • Jede Europäerin und jeder Europäer isst im Jahr durchschnittlich 10 kg Treibhausgemüse aus Südspanien (2005), wo deswegen die Wasserreserven knapp werden.
  • Hinter der Entwicklung, dass Lebensmittel, die Tausende Kilometer weit gereist sind, oft billiger sind als regionale Produkte, stecken billige Arbeitskräfte und staatliche Subventionen sowohl in der Produktion als auch im Transport.

Ernährung, Globalisierung und ich

Wie immer, wenn ich mir eine solche Doku anschaue, bleibt am Schluss die Frage: Und jetzt? Was tue ich mit den neu gewonnenen Erkenntnissen? Wie ihr ja bereits wisst, probiere ich so saisonal wie möglich einzukaufen. Am liebsten auf einem Markt. Erdbeeren kommen bei mir wirklich erst ab Juni auf den Tisch. Aber bei den Tomaten… Ja, da bin ich leider nicht so konsequent. Bio kaufe ich praktisch immer. Und Fleisch konsumiere ich seit über 1 Jahr gar nicht mehr – ich kann und will die Massentierhaltung und die auch damit verbundene Umweltzerstörung nicht unterstützen. Denn: „Leider fressen auch Biokühe Soja aus dem Regenwald. Aber weniger als die herkömmlichen Kühe, da Bio Suisse zur Hälfte europäische Sojabohnen unter die Kühe bringt“ (Das Lamm, 2012).

Und wie gehst Du mit dem Thema Ernährung und Globalisierung um?