Willkommen!

Schön, dass Du auf meinem Blog gelandet bist! Schon länger befasse ich mich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Plastik, lokaler und saisonaler Ernährung. Zeit also, meine gewonnen Erkenntnisse mit Dir zu teilen! Ich freue mich über Deine Kommentare.

Biologisch essen in Bologna

Die Ostertage verbrachten wir in Bologna – auch „die Fette“ genannt. Hier gibt es an jeder Ecke was zu essen und die wunderschönen Arkaden laden zum Flanieren ein. Doch wie grün ist Bologna? Hier meine Highlights!

Bologna
Stadtbild von Bologna

Das untere Ende der Via Mascarella ist nicht so belebt, wie das sonst in der Innenstadt der Fall ist. Dafür befinden sich an ihr 2 biologische Restaurants und ein Bio-Laden.

Bar Restaurant Estravagario

Die Küche ist vegan und vegetarisch sowie biologisch. Auch auf Fair Trade wird grossen Wert gelegt. Man kann draussen sitzen, wenn auch direkt an der Strasse. Wir hatten dreierlei Antipasti, die Käseplatte mit Konfi und eine Art Gemüsecalzone mit Topinambur (kalt) und Salat. Getrunken haben wir ein Bio-Chinotto und ein Bio-Mate. Die Bedienung war freundlich und verstand etwas Englisch. Die Besitzer sind Koch, Barman, Bauer und soziale Aktivisten gleichzeitig. Das Essen hat uns gut geschmeckt. Daumen hoch für dieses Restaurant!

Via Mascarella 81H. Montag bis Samstag ab 11.00 Uhr. Sonntag geschlossen.

Alchemilla


In diesem Bistro/Take-away haben wir nicht gegessen. Sofort aufgefallen ist uns jedoch das große Bild an der Außenwand! Es hat nur einen langen Tisch (Platz für ca. 8 Personen) und ist wohl eher als Take away gedacht. Für ein Mittagessen könnte ich es mir gut vorstellen, für abends eher weniger. Das alchemilla hat eine vegane & vegetarische Bio-Küche, auch Rohkost wird geboten. Und es wird komplett auf Palmöl verzichtet.
Via Mascarella 76/A.
Montag – Freitag. Mittagessen: 11.00-15.00; Abendessen: 18.00-22.30.

Chlorofilla – Ristorante Naturale

Dieses Restaurant haben wir beim Flanieren entdeckt, es jedoch nicht getestet. Es hat vegane & vegetarische Speisen, aber auch Fisch auf der Karte. Gemäss Website existiert das Restaurant seit 1984.  Es ist jedoch nicht biologisch – schade. Auf der Menükarte fand sich jedoch eine Bio-Fussili.

Strada Maggiore 64/c, 40125 Bologna

Fazit: Auch in der italienischen Stadt Bologna lassen sich nachhaltige Ecken entdecken! 🙂

Basel Unverpackt

Endlich: Basel hat seinen ersten Unverpackt-Laden! Am Samstag, 8. April 2017 war die Eröffnung, an der ich selbstverständlich mit dabei war!


Der Andrang war gross. Schön, dass so viel Interesse daran besteht! Das Angebot ist vielseitig und es wird auch Demeter-Brot aus der Region verkauft. Weiter gibt es Solid Shampoos, Seifen und Zahnbürsten von HydroPhil.


Beim Abfüllen der Nüsse brauch ich aber noch ein bisschen Übung! Die Säcklein hat mir meine Mutter aus altem Vorhangstoff genäht.

Ich freue mich total über diesen Laden und werde bestimmt noch oft dort einkaufen!

Basel Unverpackt, Feldbergstrasse 26 (gleich beim Erasmus-Platz), 4057 Basel Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9.00 bis 19.00 Uhr; Samstag 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Der Bruder der Legehenne

Es ist leider Realität: zum Eierlegen braucht es die Legehennen – nicht jedoch ihre Brüder. Diese werden gleich nach dem Schlüpfen aussortiert und vergast. Ein Teil davon wird als Tierfutter verwendet. Davon ist die konventionelle Eierproduktion genau gleich betroffen wie die Bio-Ei-Produktion.

Damit das männliche Küken nicht mehr sofort getötet wird, gibt es in der Schweiz momentan drei Projekte, bei denen der Bruder der Legehenne mit aufgezogen wird. Der Hahn wird gemästet (er nimmt jedoch nicht sehr viel an Gewicht zu…) und später zu Fleisch verwertet. Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir somit Eier von Initiativen kaufen, die auch männliche Küken aufziehen.

Bruderhahn_Demeter
Bruderhahn ©Demeter.ch
  • «Hahn im Glück»: Projekt von Demeter: Momentan sind es 4 Eierproduzenten; 3 weitere Betriebe kommen im Sommer 17 dazu. Aufwachsen nach „Hahn im Glück“-Richtlinien bedeutet, dass alle geschlüpften Küken gross werden: Die Hühnchen legen Eier, die Hähnchen werden nach einigen Monaten als Junghähne vermarktet.
  • «henne & hahn»: Projekt von Gallina Bio, KAGfreiland und Hosberg. Seit dem 1. Januar 2016 werden für die Anzahl Eier unter dem Label „henne & hahn“ die entsprechenden männlichen Küken nach dem Schlupf nicht getötet. Die Jungtiere werden unter artgerechten Bedingungen grossgezogen. Sie geniessen dabei Bio-Futter und haben regelmässigen Zugang zur Wiese und zum Sandbad.
  • «Huhn mit Bruder»: Bio-Direktvermarkter. Das Projekt setzt sich auch für die Züchtung einer bäuerlichen Populationsrasse ein, abseits der industriellen Zucht. Güggel werden auf dem Hof geschlachtet. Die abgepackten Poulets können frisch und tiefgefroren direkt oder über picobio.ch bezogen werden.

Projekt in Österreich:

  • Die Eiermacher: In der Bio-Legehennenhaltung sollen alle männlichen Eintagsküken aufgezogen werden. Die gesamte Produktion wurde auf eine neue Rasse umgestellt: Das Zweinutzungshuhn „Sandy“.

Projekte in Deutschland:

  • Haehnlein: Haehnlein-Eier von der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof können u.a. bei Alnatura, Denn’s, Edeka, Real, Rewe und tegut gekauft werden. Die Gemeinschaft aus ökologisch-agierenden Betrieben strebt nach eigenen Angaben 100-Prozent-haehnlein-Eier an.
  • Bruderhahn Initiative Deutschland (BID): Für jedes BID-Ei wird im Laden ein Zuschlag von 4 Cent veranlagt. Diese 4 Cent werden zu 100% für die Aufzucht der Brudertiere und deren Vermarktung verwendet. So können alle Brudertiere aufgezogen werden, deren Schwestern für die Projektteilnehmer Eier legen. (So funktionieren alle Bruderhahn-Projekte)
Bruderhahn
4×4 Cent für die Ethik ©bio-markt.info

Dass dieser Artikel kurz vor Ostern erscheint, ist natürlich kein Zufall! Ich finde es wichtig, dass wir als Konsumentinnen und Konsumenten kritisch sind und v.a. auch die Nutztierhaltung hinterfragen. Und jeder Kassenzettel ist auch ein Stimmzettel! In diesem Sinne: Frohe Ostern!

 

 

Auszeit im Schwarzwald

Das Wochenende starten meine Freundin und ich mit einem ausgiebigen Brunch im Les Garecons am Badischen Bahnhof: Kaffee-, Tee- und Schokoladenprodukte sind Bio und Fairtrade und auch die Frischmilch aus der Region Basel ist Bio. Zudem gibt es auch ein veganes Frühstück! Sehr lecker! Dann geht’s los: Zug, Bus und nochmals ein sehr kleiner Bus bringen uns in das verschlafene Dorf Neuenweg im Schwarzwald. Dort steht schon Brigitte vom Gästehaus Birkenhof, die uns zu Ihrem Bauernhof mitnimmt. Ankommen, Seele baumeln lassen, die März-Sonne geniessen…

Das Gästehaus liegt idyllisch, mit Weitblick, nahe des Belchens (1’414 m ü M) und mitten im Biosphärengebiet Schwarzwald. Das Haus bezieht Öko-Strom aus der Region und das Warmwasser wird mit der eigenen Solaranlage erwärmt. Auf dem Hof wohnen auch noch Kaninchen, die gerade Junge haben (sehr süss!), eine Katze, die Labrador-Mischlingshündin Lilla (ganz ein toller Hund) und Ziegen.

Im Vorfeld haben wir ein 2-stündiges Trekking mit den Lamas gebucht. Wusstet ihr, dass Lamas sehr gut sehen und hören?

An meiner Seite läuft Regia (die Königliche), meine Freundin wird von Mariella begleitet. Samba, das Lama-Junge (2.5 Jahre alt) tobt wild herum.

Schwarzwald
Ich und das Lama

Nach dem Trekking gibt es ein feines biologisches Abendessen mit Dessert (Schokoküchlein, mhhh). Die sehr grosse Bibliothek lädt zum Schmöckern ein, da reicht ein Wochenende nicht! Nach einer sehr ruhigen Nacht starten wir den Tag mit einem Frühstück: Es gibt alles, was das Herz begehrt; hausgemachten Zopf und frischen Kräuter-Quark inklusive. Brigitte nimmt sich sehr viel Zeit für uns – und sie erzählt uns einiges über die Bachblüten-Therapie. Darüber wusste ich noch nicht viel, und es ist sehr faszinierend. Dann macht sie mit uns einen Rundgang durch den Permakultur-Garten.

Der Abschied von den herzlichen Gastgebern Brigitte und Peter fällt schwer. Für uns geht es zu Fuss ca. 9 km nach Schönau. Eine wunderschöne Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter.

Wir werden sicher wiederkommen!

I am standing with Standing Rock!

Die Nachrichten über Standing Rock bzw. die Dakota Access Pipeline (DAPL) in den USA sind schockierend! Ich verfolge das Thema schon länger und habe diverse Nachrichten auf Facebook geteilt.

Um was geht es?

Kurz: Um eine unterirdische Erdölpipeline in den USA mit einer Länge von 1’880 km, welche von einem Netzwerk von Öl- und Pipelinefirmen, Joint Ventures und Holding Gesellschaften besitzt wird. Die Eröffnung der Pipeline ist für Juni 2017 geplant und wird von weltweiten Protesten begleitet.

NoDAPL

Warum Proteste?

  • Die Ölpipeline führt durch das Indianerreservat „Standing Rock Sioux Reservation“ und durch heiliges Land der indigenen Bevölkerung (ursprüngliche Route durch die reiche Gegend Bismarck wurde abgeändert!). Indianische Kultstätten und Grabstellen werden missachtet.
  • Große Bedrohung des (Trink-)Wassers (durch mögliche Lecke in der Pipeline) – die Pipeline geht unter dem Missouri durch.
  • Zahlreiche Banken sind in die Finanzierung involviert.
Standing Rock
Protest in Standing Rock ©www.yesmagazine.org / Photo by Desiree Kane

Was macht der Präsident?

Die Polizei setzte im November 2016 Wasserwerfer bei Minustemperaturen und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein.  An dem Wochenende vor Ablauf der Räumungsfrist für das Protestlager reisten über 2’000 Veteranen an, um als menschliche Schutzschilde die Proteste zu unterstützen. Barack Obama stoppte den Bau letztes Jahr.

Standing-Rock-Rising-Redhawk
Protest beim Standing Rock ©inhabitat.com / J.M. Chua
Am 24. Januar 2017, vier Tage nach seinem Amtsantritt, hob US-Präsident Donald Trump den Baustopp mit einer Executive Order auf und wies das U.S. Army Corps of Engineers an, das Bauprojekt in einem Eilverfahren zu bewilligen. Zudem hob er einige Anforderungen an Umweltverträglichkeitsprüfungen auf…

Wir haben eine Stimme! Nutzen wir sie!!

Wir sollten nicht länger abhängig sein von Öl und die Rechte der indigenen Bevölkerung mit Füssen treten! Wir haben mehr Macht, als wir denken! Was können wir tun?

  • Unser Geld von Banken (siehe FoodandWaterwatch), die direkt in die Ölpipeline oder indirekt über Kredite in involvierte Firmen investieren, zu alternativen Banken transferieren.
  • Die Banken kontaktieren, allen voran die Schweizer Grossbanken CS und UBS (Aktion von Greenpeace).
  • Schweizer Pensionskassen pumpen Milliarden Schweizerfranken in die Kohle-, Erdöl- und Erdgasindustrie. Investiert deine Pensionskasse in Credit Suisse? Frage nach! Und appelliere an deine Pensionskasse, Credit Suisse öffentlich zum Rückzug aufzufordern. Hier kannst Du deine Pensionskasse kontaktieren: http://renten-ohne-risiko.ch
  • Demonstrieren! In Basel findet am Samstag, 1. April um 14 Uhr die nächste Demo statt. Und bestimmt gibt es auch eine Demo bei dir in der Nähe!
nodapl
Demo gegen die Pipeline in Basel

Gute Neuigkeiten

17 Banken investieren direkt in die Pipeline. Die holländische ING-Bank ist nun die erste, welche den Kredit zurückzieht. Der Anteil von ING an diesem Kredit war $120m. Halten wir also den Druck auf die Banken aufrecht!

Weitere Informationen

I am Standing with Standing Rock!

Meine plastikfreien Begleiter

Geschäftlich bin ich häufig mit dem Zug unterwegs. Dabei habe ich in letzter Zeit eine isolierte Flasche vermisst, die mich mit heissem Tee dabei begleitet.

Hydro Flask
Meine neue isolierte Trinkflasche

Fündig wurde ich beim Online-Shop „Kivanta“: Dort habe ich mir eine Hydro Flask bestellt. Das Unternehmen wurde 2009 von den beiden Amerikanern Cindy Morse und Travis Rosbach gegründet. Das Firmenmotto: We don’t accept lukewarm! (Lauwarm akzeptieren wir nicht!). Die Flasche ist aus Edelstahl, BPA-frei und soll Getränke bis 6 Stunden heiss und bis zu 12 Stunden kalt halten (da freu ich mich im Sommer auf Eiskaffee!). Ich kann genau 355ml Flüssigkeit mitnehmen und die Flasche wiegt gerade mal 227g.

Hydro Flask
Für heisse und kalte Getränke….

Der „Flip-Lid“-Deckel besteht aus lebensmittelechtes Polypropylen (die Flasche ist also nicht ganz Kunststoff-frei), jedoch frei von BPA, Phthalaten, Weichmachern oder anderen Schadstoffen.

Und da ich gerade am Bestellen von nachhaltigen Produkten war, habe ich mir noch eine plastikfreie Variante für das Einpacken von Sandwiches bestellt.

Zmorge
Life without Plastic – Frühstücksbeutel

Der verstellbare Frühstücksbeutel von Life Without Plastic wird in Indien, zum Teil in Handarbeit, hergestellt. Er besteht zu 100% aus umweltfreundlichem Juco (75% Jute und 25% Baumwolle).

Life without Plastic
Mit Echtholz-Knöpfen

Der Beutel eignet sich für Sandwiches, Brötchen und Backwaren, aber auch für Früchte und Nüsse. Und: falls das Säckchen nach hoffentlich sehr sehr langer Zeit nicht mehr gebraucht werden kann, ist es kompostierbar!

Ich freue mich auf den Einsatz meiner beiden neuen plastikfreien Begleiter!

Die tollen Bilder hat meine Freundin Vibeke von Wikky World gemacht! Vielen herzlichen Dank!

Eine kurze Geschichte der Menschheit

Hast Du schon „Ein kurze Geschichte der Menschheit“ von Prof. Yuval Noah Harari gelesen? Falls nicht, möchte ich Dir dieses Buch ans Herz legen. Es hat mich total fasziniert! Auf sehr unterhaltsame Art vermittelt der Autor unglaubliches Wissen und zeigt verschiedene Zusammenhänge auf.

Yuval Noah Harari
Prof. Harari mit seinem Buch (courtesy Bradshaw Foundation)

Massentierhaltung

Harari geht in seinem Buch mehrfach auf die Massentierhaltung ein. Prof. Harari schreibt zum Beispiel, dass „in der industriellen Revolution (ab der 2. Hälfte des 18. Jh) die Pflanzen und die Tiere mechanisiert wurden. Die Nutztiere verloren ihren Status als Lebewesen, die Schmerz und Leid empfinden konnten, und verwandelten sich in Maschinen. Heute werden diese Tiere häufig in Fabriken massenproduziert, ihre Körper werden nach den Bedürfnissen der Industrie gestaltet und sie verbringen ihr ganzes Leben als Rädchen in einer riesigen Produktionsanlage. Wie gut und wie lange sie leben, wird von der Kosten-Nutzen-Rechnung der Unternehmen diktiert…“.

Harari
Massentierhaltung (Bild vom Bund deutscher Tierfreunde)

Kann Aufräumen mein Leben verändern?

Gemäss der Japanerin Marie Kondo: Ja, richtiges Aufräumen kann Dein Leben verändern!

Da ich mich momentan neben Zero Waste verstärkt mit Minimalismus auseinandersetze, habe ich das Buch „Magic Cleaning“ gelesen.

Was bedeutet Magic Cleaning?

„Radikales Ausmisten und Entrümpeln wirkt auf die Seele wie ein Schlussstrich unter die Vergangenheit“. Ich stimme nicht bei allem mit Frau Kondo überein, aber dieser Satz gefällt mir. Sie meint, der Hauptgrund, warum viele Menschen nicht aufräumen können, liegt daran, dass sie zu viele Dinge besitzen. Und es immer mehr werden. Es gilt deshalb:

  1. Dinge wegwerfen
  2. Aufbewahrungsort bestimmen (für Dinge, die nicht weggeworfen werden)

Sie empfiehlt zudem, ein klares Ziel zu definieren: Was möchte ich mit dem Aufräumen erreichen?

Macht es mich glücklich?

Dies ist die zentrale Frage der „KonMari-Methode“. Macht es mich glücklich, wenn ich den Gegenstand in die Hand nehme? Es müssen deshalb zwingend immer alle Gegendstände in die Hand genommen werden!

Und sie empfiehlt beim Ausmisten folgende Reihenfolge:

  • Kleidung (inkl. Taschen, Schuhe)
  • Bücher
  • Schriftstücke/Unterlagen/offizielle Schreiben
  • Kleinkram
  • Erinnerungsstücke (inkl. Fotos)

Kleidung aussortieren

Nach dem Lesen des Buches bin ich sehr motiviert. Ich mache mich an die Kleidung ran. Es wird zusätzlich geraten, nach Unterkategorien vorzugehen. Und nicht mit Kleidung, die gerade Saison hat. Somit widme ich mich meinen T-Shirts. Vom Sommer sind wir ja noch etwas entfernt. Und bin überrascht von der Menge: Ich besitze tatsächlich ca. 73 T-Shirts, davon sind ca. 23 ohne Ärmel.

Ich hole also alle T-Shirts aus Kommode und Schrank raus und lege alles auf den Boden. Danach nehme ich jedes T-Shirt einzeln in die Hand und überlege/fühle rein, ob ich das T-Shirt „liebe“. Schwer. Sehr schwer. Ich trenne mit von 7 T-Shirts. Und räume dann gemäss der KonMari-Methode meine Kommode ein: Die T-Shirts sollen stehen und nicht liegen. Zudem soll man alles zusammenlegen, dass man zusammenlegen kann. Wenn möglich keine Kleidung aufhängen.

Das Zusammenlegen ist leicht (siehe dazu auch das Video auf Youtube). Doch nach ca. 20 Shirts ist meine Kommode voll. Also nicht so praktikabel. Oder ich müsste noch rigoroser ausmisten? Ich räume meine T-Shirts also wieder ganz normal liegend ein. Weiter bin ich bei der Kleidung noch nicht gekommen… Ich habe jedoch fest vor, bald die anderen Kleidungsstücke in Angriff zu nehmen.

Bücher, Papierkram & Krimskrams

Marie Kondo erklärt, alle Bücher, die ungelesen oder halbgelesen sind, gehören ins Altpapier. (Frau Kondo ist nicht nachhaltig unterwegs. Aussortierte Bücher gehören für mich in die Brockenstube oder in ein offenes Bücherregal).

Für Papierkram gilt grundsätzlich, dass er ohne grosse Umschweife wegzuwerfen ist. Seminarunterlagen, Kreditkartenabrechnungen, Neujahrskarten, Lohnausweise, etc. sind komplett zu entsorgen.

Beim Krimskrams darf – wie bei den andern Sachen auch – nur bleiben, was glücklich macht. Und: Münzen gehören immer ins Portemonnaie.

Warum das Ganze?

Aufräumen als Weg zur Selbsterkenntnis. Man muss sich auch mit der Frage auseinander setzen, warum will ich etwas nicht wegwerfen? Ist es, weil ich an der Vergangenheit anhafte oder weil ich unsicher bin in Bezug auf die Zukunft? Es scheint mir wirklich mehr Sinn zu machen, von Dingen umgeben zu sein, die mich glücklich machen und die ich tatsächlich brauche.

Mein Fazit

Das Buch hat mir gefallen. Es ist einfach zu lesen. Die Umsetzung ist naturgemäss schwieriger. Ich werde sicherlich mit der Kleidung weitermachen. Wie schon gesagt, teile ich nicht alle Einstellungen von Frau Kondo, die leider sehr konservativ sind und auch nicht nachhaltig. Aber: Wir können dennoch ausmisten, und die ausgemisteten Dinge dem 2nd Hand Markt zuführen.

Im Garten von Lucas – Madrid

Im Quartier Chueca in Madrid, genauer in der Calle San Lucas 13, befindet sich der „Gemüsegarten von Lucas“ (El huerto de Lucas). Es handelt sich dabei um ein Projekt mit mehr als 450m2 Fläche. Der Raum wurde giftfrei gebaut und mit einem vertikalen Garten im Eingangsbereich und hängenden Pflanzen im Innenhof eingerichtet. Sieht spannend und einladend aus.

Der „Huerto de Lucas“ besteht aus einem grosszügigen Bio-Laden. Dazu schnappt man sich ein Weidenkörbchen, läuft im Laden rum und füllt dieses mit biolgischen Nahrungsmittel. Diese stammen jedoch nicht nur aus Spanien – ich habe auch deutsche und englische Produkte entdeckt.

Zum Projekt gehört ein biologisches Restaurant und Café. Die Küche würde ich als mediterran-italienisch bezeichnen und neben vegan/vegetarischen Menüs (auch Rohkost) findet sich auch Fleisch und Fisch auf der Karte. Es werden Smoothies und hausgemachte Kuchen angeboten. Kuchen hatte ich keinen, aber einen leckeren Smoothie. Dieser wurde mit Papierstrohhalm serviert (wäre aber auch gut ohne gegangen wie ich finde). Der Kaffee oder die heisse Schoki werden auch mit Soja-, Reis-, Hafer- oder Mandelmilch serviert.

Im Quartier Chueca findet sich ganz in der Nähe von „Lucas‘ Garten“ die Markthalle San Anton, die ich ebenfalls für einen Besuch empfehlen würde.

Zero Waste Home

„Reduziere deinen Müll und vereinfache dein Leben!“ So der Untertitel des Buches „Glücklich leben ohne Müll“ von der Zero Waste-Ikone Bea Johnson.

Glücklich leben ohne Müll
Bea Johnson bei sich Zuhause. (photo credit: Coleman-Rayner)

Das Buch habe ich bei einem Wettbewerb gewonnen (an dieser Stelle nochmals ein Danke an Christiane vom Blog „Weniger ist mehr Leben„!) und mich danach gleich in die Lektüre vertieft.

Die Zero Waste-Regeln

Die Regeln bei Zero Waste sind eigentlich ganz einfach, man muss sie nur konsequent anwenden (was im Alltag nicht immer so einfach ist):

  • Refuse (Ablehnen, was man nicht braucht)
  • Reduce (Reduzieren, was man braucht)
  • Reuse (Wiederverwenden)
  • Recycle (Recyceln)
  • Rot (Verrotten – durch Kompost)

Zum Thema Recyclen: „Die Schweizer sind Weltmeister im recyceln. Allerdings gehören sie mit 700 Kilogramm pro Kopf und Jahr auch zu den grössten Abfallsündern überhaupt! Genauer gesagt liegen die Schweizerinnen und Schweizer auf Platz 3, nach den USA und Dänemark. Potenzial haben wir beim Thema „Rot“ bzw. bei den organischen Abfällen (Rüeblischale, Kartoffelschale, etc.), die noch immer viel zu wenig getrennt entsorgt werden“ (Watson).

Die Vorteile des Zero Waste-Lebenstils

Bea Johnson erklärt in ihrem Buch die Vorteile, die ihr Lebensstil nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf den Lebensstandard hat:

  • Finanzielle Einsparungen u.a. durch Reduktion
  • Gesundheitliche Vorteile, da die Belastungen durch Kunststoffe und Synthetik reduziert werden
  • Zeitersparnis
Zero Waste
Bea Johnson produziert nur sehr wenig Müll (photo credit: Coleman-Rayner)

Tipps von Bea

Das Buch enthält viele praktische Tipps, die ihr teilweise auch auf ihrer Website findet. Bea Johnson rät weiter auch dazu, die Stimme zu erheben, indem z.B. eine Email an Organisationen/Firmen mit Verbesserungsvorschlägen geschickt wird. Dies finde ich eine sehr gute und einfach umzusetzende Sache. Und sind wir ehrlich: Wir stolpern doch häufig über Dinge, die verbessert werden können (wie z.B. viel zu grosse Verpackungen).

Mein Fazit

Das Buch hat mir gut gefallen, es liest sich sehr einfach und enthält viele Tipps und persönliche Erlebnisse von Bea Johnson. Etwas schade fand ich, dass sich (da Bea in USA lebt), viele Tipps auf Amerika beziehen und so teilweise wenig Relevanz für Europa oder die Schweiz haben. Ein Beispiel ist die Werbepost: In der Schweiz kleben wir ein „Stopp Werbung“ an den Briefkasten – und das Thema ist so gut wie erledigt. In den USA scheint es jedoch ein regelrechter Kampf zu sein, ungeliebte Werbepost abzubestellen. In Deutschland kann man adressierte Werbebriefe unterdrücken mit der Robinsonliste.

Reklame vermeiden
Stopp – Keine Werbung!

Was mich (positiv) überrascht hat, ist, wie eng Minimalismus und Zero Waste zusammen hängen. Das war mir so nicht bewusst. Ich würde Euch das Buch auf jeden Fall empfehlen. Am besten natürlich, man leiht es in der Bücherei aus oder kauft es Second Hand.