Obst- und Gemüsesäcklein selber machen

Ich habe ein Säcklein von Again and A-gain, das sind wiederverwenbare Taschen anstelle der dünnen Platiksäcklein. Da ich immer mehr unverpackt einkaufen gehe (und auch einkaufen kann, dank den zwei neuen Unverpackt Läden hier in Basel!) brauche ich jedoch mehr von diesen Säcklein. Und da ich weder eine Nähmaschine habe noch besonders handwerklich geschickt bin, hat mir meine Mutter dabei geholfen, neue Obst- und Gemüsebeutel zu produzieren.

Was brauchst Du?

  • Nähmaschine, Schere, Faden
  • Stoff: Am besten alten Stoff verwenden, wie z.B. alte Vorhänge oder ein Netzhemd. Du brauchst mind. 40x30cm Stoff für ein Säcklein. Kommt immer darauf an, wie gross der Sack werden soll.
  • Als Kordel lassen sich z.B. Schnursenkel sehr gut verwenden.
Den Stoff würde ich zweilagig zurechtschneiden und circa 1 cm Nahtzugabe einrechnen. Am Bund brauchst Du nochmals eine Zugabe von 1-2 cm für die Kordel.

Ein fertiger Sack mit Kordel wiegt ca. 13g.

Und das Schöne daran

Kürzlich war ich im Supermarkt einkaufen, natürlich mit meinen Säcklein. Da werde ich von der Frau hinter mir an der Schlange angesprochen: Das sei ja ganz toll, sie habe solche Säcklein geschenkt bekommen aber gar nicht gewusst, für was sie die brauchen soll. Aber jetzt, ja klar, für Früchte und Gemüse! Und dann noch die Verkäuferin: Ja, da sei eine super Sache, die dünnen Plastiksäcklein seien ihr auch ein Dorn im Auge.

Da ging ich sehr zufrieden nach Hause! 🙂

Euch viel Spass beim Herstellen der Säcklein.

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Der Plastiksack muss sterben…

…so titelte die NZZ am Sonntag vom 6. November 2016. Um was geht es?

Die dünnen weissen Plastiksäckli, welche Migros und Coop an den Kassen gratis ausgegeben haben, kosten neu 5 Rappen. Dies geschieht auf Druck des Parlaments. Die nun kostenpflichtigen Säcklein sind neu aus wiederverwertetem Plastik – gemäss Aussage von Migros: „Die neuen Säckchen für 5 Rappen bestehen zu 100% aus umweltschonendem Recycling-Material. Dafür wird Plastik verarbeitet, welches in unserem Verteilzentrum in Neuendorf als Abfall anfällt. Dieser geschlossene Kreislauf ist aus Sicht der Ressourceneffizienz besonders sinnvoll“.

Plastiksack
Plastiksäcklein bei Migros (©Migros.ch)
5 Rappen? Dies scheint mir ein sehr geringer Betrag zu sein. Es wird jedoch erwartet, dass der Verbrauch um 70 – 80% zurückgeht. Dies belegen zumindest Zahlen von Irland, England und der US-Hauptstadt Washington DC. Der 3’500 Tonnen schwere Abfallberg von Plastiksäcklein in der Schweiz soll im Idealfall auf 700 Tonnen schrumpfen.

Finde es auf jeden Fall eine gute Sache! Und es ist wirklich einfach, eine Einkaufstüte bei sich zu haben. Auch für Gemüse und Obst gibt es tolle Alternativen zu Plastiksäcklein.

„Ich bin so plastikfrei“

Ein kleiner Beitrag in eigener Sache: Ich bin ganz neu Gast-Bloggerin auf http://www.ichbinsoplastikfrei.at! Darüber freue ich mich sehr! Ihr könnt auf dieser Seite informative Artikel rund um das Thema „Plastik vermeiden“ finden.

Ohne Plastik leben
Ich bin so plastikfrei

Der Ärger über die Berge von Plastikmüll nach jedem Einkauf war ausschlaggebend für Initiatorin Conny Wernitznig und eine Gruppe von Interessierten, sich im Juli 2014 in Österreich – Freistadt im Mühlviertel – zusammenzufinden und die Initiative #ichbinsoplastikfrei zu gründen. Freistadt hat über 7’700 EinwohnerInnen.

Ziel der Initiative ist es, sinnlosen Plastikmüll zu reduzieren, die Problematik bewusst zu machen und so ein Umdenken im Umgang mit Verpackungen aus Kunststoff zu bewirken.

Der Hofladen in der Stadt

Das kauf lokal „emma“ befindet sich im Herzen des St. Johanns in Basel. Ich treffe Stefanie, die Inhaberin von emma. Während unserem Gespräch kommt ein kleines Mädchen vorbei, sie holt Brot ab. Ein älteres Paar lässt sich Bio-Schafskäse aus dem Jura einpacken und bestaunt die vielen verschiedenen Konfis und Gelées.

Vor über einem Jahr – am 20.5.2015 – hat das kauf lokal in der Jungstrasse 33 eröffnet. Und sich schnell zum beliebten Quartierlädeli entwickelt, in dem man auch einfach mal einen netten Schwatz halten kann. Stefanie hat das Lokal eröffnet, weil es ihr ein eigenes Bedürfnis war, regionale Produkte auch in der Stadt einkaufen zu können. So kündigte sie ihre Festanstellung, um sich fortan um „emma“ kümmern zu können. Sie besuchte viele Bauernhöfe in der Region, knüpfte Kontakte, probierte alle Produkte selber aus und arbeitet in jedem Betrieb auch in der Produktion mit. Auch heute noch holt sie alle Produkte bei den Bauern persönlich ab.

Regional und Zero Waste

Das Lokal ist schlicht eingerichtet, der Fokus richtet sich aufs Wesentliche: auf die regionalen und frischen Produkte. Tierische Produkte wie Eier, Milch, Butter und Käse sind aus Bio-Produktion. Neben den Lebensmitteln kann man auch Seifen, Kerzen, handgefertigtes Porzellan oder Handcreme aus der Region erwerben.

Wer „Zero Waste“ einkaufen möchte, also ohne Abfall zu produzieren, kann mit einem eigenen Behälter kommen. Milch ist sowieso in Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt und Plastiksäcke sucht man bei emma vergebens.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Freitag, 10.00 – 18.30 Uhr, Donnerstag, 13.00 – 18.30 Uhr, Samstag, 10.00 – 13.00 Uhr.