Was ist ein Zweinutzungshuhn?!

Vor Ostern habe ich über verschiedene Bruderhahn-Initiativen berichtet. Heute möchte ich Euch noch eine weitere Initiative vorstellen, die dem Kükentöten (männliche Küken der Legehennen werden getötet, da „nutzlos“) entgegen wirkt: Das Zweinutzungshuhn, auch Dual- oder Kombi-Huhn genannt. Ein Huhn also, das sowohl Eier legt wie auch Fleisch gibt.

Kombihuhn
Küken Zweinutzungshuhn ©Ökotierzucht

Ja, es mutet schon merkwürdig an, aber vor ca. 100 Jahren dachte sich der Mensch: Es wäre besser, eine Legehenne (weiblich) zu haben, die super viele Eier legt und ein Masthuhn (weiblich, männlich), das richtig viel Fleisch gibt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Hybridhühnern“. Diese Züchtungen wieder rückgängig zu machen wird deshalb nicht von heute auf morgen geschehen.

Zweinutzungshuhn-Projekte

So wird momentan vor allem im Bio-Bereich aktiv geforscht. Das aktuelle Zweinutzungshuhn legt deutlich weniger Eier und gibt zudem weniger Fleisch; es lässt sich nicht so gut mästen. Da Kosten-/Nutzen-Rechnungen dominieren ist dies natürlich ein Problem. Folglich muss der Konsument für das Produkt (sowohl für die Eier wie auch das Fleisch) mehr bezahlen.

Schweiz 

In der Schweiz setzt sich die Detailhänderin Coop seit 2014 für das Bio-Zweinutzungshuhn ein. 1 Ei kostet ca. CHF 1.-.

Deutschland 

ei care:  Alle beteiligten Naturland-Betriebe sind in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern beheimatet und die Produkte finden sich in Bio-Läden. Alle ei care-Produkte stammen aus ökologischem Landbau. Die Höfe arbeiten zudem nach den Naturland Fair Richtlinien, die Bio-Landwirtschaft, soziale Verantwortung und fairen Handel vereinen. 1 Ei kostet ca. € 0.56.

Gemeinnützige Tierzucht: Initiative von Bioland und Demeter. Ziel ist es, das Öko-Huhn von morgen zu züchten.

Kombihuhn
Zweinutzungshuhn © Ökotierzucht

Das Hermannsdorfer Landhuhn: Seit 2008 werden Landhühnern gezüchtet, die gleichzeitig ausreichend Eier legen und Fleisch ansetzen. 2012 bekam das Projekt den „Förderpreis ökologischer Landbau“. Seit 2015 gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Ökologischen Tierzucht GmbH. Derzeit halten drei Biobetriebe im Umkreis von 20 km Herrmannsdorfer Zweinutzungshennen (Umgebung München). 1 Ei kostet ca. € 0.60.

Österreich 

Eiermacher: Seit Mai 2016 sind die ersten Eier vom Bio-Zweinutzungshuhn erhältlich. In Österreich wird unter anderem die Hühnerrasse „Sandy“ eingesetzt, die zwar auf Legeleistung gezüchtet ist, aber etwas weniger Eier legt als Hochleistungsrassen und deren männliche Tiere mit vertretbarem Aufwand gemästet werden können.

Fazit

Wer Eier konsumieren möchte, der kann entscheiden: Bio-Eier, Eier von Bruderhahn-Projekten oder von Zweinutzungshühnern. Wichtig ist mir, dass wir wissen, wie die Nutztierhaltung funktioniert – und was alles damit verbunden ist! Unser Einkaufszettel ist auch ein Stimmzettel!

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen zum Thema „Zweinutzungshuhn“.

John Baker – der Trendbäcker in Zürich

Nun war ich also in Zürich und habe die biologische Trendbäckerei „John Baker“ verpasst! Am Symposium Bio 3.0 in Bern lauschte ich dem Vortrag vom Geschäftsinhaber Jens Jung und erfuhr so zum ersten Mal über die Bäckerei. Diese ist mittlerweile bereits an zwei Standorten (Bahnhof Stadelhofen und Helvetiaplatz) zu finden.

Ich konnte die Bäckerei noch nicht persönlich besuchen. Am Symposium gab es jedoch eine Degustation von John’s Brot, das mir sehr gut geschmeckt hat.

John Baker verarbeitet nur regionale, ökologische Bioware (Getreide und Mehl sind Knospe-zertifiziert). Die Hefe ist nicht gen-manipuliert, sondern wird hausgezüchtet. Und der Teig bekommt die Zeit, die er braucht und das kann schon mal einen ganzen Tag in Anspruch nehmen.

Kundinnen und Kunden, die keine Tüte wollen, bekommen einen Preisnachlass. Zero Waste wird also belohnt! Tolle Sache! Wer dennoch eine Verpackung nimmt, wird mit auffälliger Pistole darauf aufmerksam gemacht, den Sack doch bitte wieder zu verwenden.

Zudem wird das Brot, welches nicht verkauft wird, in die Äss-Bar ins Niederdorf gebracht (und die Äss-Bar habe ich schon persönlich besucht). Die Lieferung erfolgt natürlich nicht mit dem Auto, sondern per (Elektro-)Velo.

Und wo kaufst Du am liebsten Dein Brot ein?

Der Hofladen in der Stadt

Das kauf lokal „emma“ befindet sich im Herzen des St. Johanns in Basel. Ich treffe Stefanie, die Inhaberin von emma. Während unserem Gespräch kommt ein kleines Mädchen vorbei, sie holt Brot ab. Ein älteres Paar lässt sich Bio-Schafskäse aus dem Jura einpacken und bestaunt die vielen verschiedenen Konfis und Gelées.

Vor über einem Jahr – am 20.5.2015 – hat das kauf lokal in der Jungstrasse 33 eröffnet. Und sich schnell zum beliebten Quartierlädeli entwickelt, in dem man auch einfach mal einen netten Schwatz halten kann. Stefanie hat das Lokal eröffnet, weil es ihr ein eigenes Bedürfnis war, regionale Produkte auch in der Stadt einkaufen zu können. So kündigte sie ihre Festanstellung, um sich fortan um „emma“ kümmern zu können. Sie besuchte viele Bauernhöfe in der Region, knüpfte Kontakte, probierte alle Produkte selber aus und arbeitet in jedem Betrieb auch in der Produktion mit. Auch heute noch holt sie alle Produkte bei den Bauern persönlich ab.

Regional und Zero Waste

Das Lokal ist schlicht eingerichtet, der Fokus richtet sich aufs Wesentliche: auf die regionalen und frischen Produkte. Tierische Produkte wie Eier, Milch, Butter und Käse sind aus Bio-Produktion. Neben den Lebensmitteln kann man auch Seifen, Kerzen, handgefertigtes Porzellan oder Handcreme aus der Region erwerben.

Wer „Zero Waste“ einkaufen möchte, also ohne Abfall zu produzieren, kann mit einem eigenen Behälter kommen. Milch ist sowieso in Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt und Plastiksäcke sucht man bei emma vergebens.

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Freitag, 10.00 – 18.30 Uhr, Donnerstag, 13.00 – 18.30 Uhr, Samstag, 10.00 – 13.00 Uhr.

Slow Food Market in Bern

Vom 11. – 13. März 2016 fand erstmals der Slow Food Market Bern statt. Am Sonntag machten wir uns zu viert auf Vorschlag von Michèle auf den Weg an die BERNEXPO.

Die Slow Food-Bewegung „setzt sich ein für den Schutz der biologischen Vielfalt und für die Herstellung von Lebensmitteln unter fairen Bedingungen. Sie fördert die nachhaltige Landwirtschaft und Fischerei, die artgerechte Viehzucht, das traditionelle Lebensmittelhandwerk und die Erhaltung der regionalen Geschmacksvielfalt“ (Slow Food). Ein Konzept, welches ich auf jeden Fall unterstützenswert finde. Der Markt war gut besucht. Es hatte viele Aussteller zu Wein, Fleisch und Käse und es konnte auch degustiert werden. Wir haben frischen Apfelsaft getrunken & Frozen Joghurt gegessen. Mitgenommen habe ich mir ein Schweizer Bio-Leindotteröl.