Was ist ein Zweinutzungshuhn?!

Vor Ostern habe ich über verschiedene Bruderhahn-Initiativen berichtet. Heute möchte ich Euch noch eine weitere Initiative vorstellen, die dem Kükentöten (männliche Küken der Legehennen werden getötet, da „nutzlos“) entgegen wirkt: Das Zweinutzungshuhn, auch Dual- oder Kombi-Huhn genannt. Ein Huhn also, das sowohl Eier legt wie auch Fleisch gibt.

Kombihuhn
Küken Zweinutzungshuhn ©Ökotierzucht

Ja, es mutet schon merkwürdig an, aber vor ca. 100 Jahren dachte sich der Mensch: Es wäre besser, eine Legehenne (weiblich) zu haben, die super viele Eier legt und ein Masthuhn (weiblich, männlich), das richtig viel Fleisch gibt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Hybridhühnern“. Diese Züchtungen wieder rückgängig zu machen wird deshalb nicht von heute auf morgen geschehen.

Zweinutzungshuhn-Projekte

So wird momentan vor allem im Bio-Bereich aktiv geforscht. Das aktuelle Zweinutzungshuhn legt deutlich weniger Eier und gibt zudem weniger Fleisch; es lässt sich nicht so gut mästen. Da Kosten-/Nutzen-Rechnungen dominieren ist dies natürlich ein Problem. Folglich muss der Konsument für das Produkt (sowohl für die Eier wie auch das Fleisch) mehr bezahlen.

Schweiz 

In der Schweiz setzt sich die Detailhänderin Coop seit 2014 für das Bio-Zweinutzungshuhn ein. 1 Ei kostet ca. CHF 1.-.

Deutschland 

ei care:  Alle beteiligten Naturland-Betriebe sind in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern beheimatet und die Produkte finden sich in Bio-Läden. Alle ei care-Produkte stammen aus ökologischem Landbau. Die Höfe arbeiten zudem nach den Naturland Fair Richtlinien, die Bio-Landwirtschaft, soziale Verantwortung und fairen Handel vereinen. 1 Ei kostet ca. € 0.56.

Gemeinnützige Tierzucht: Initiative von Bioland und Demeter. Ziel ist es, das Öko-Huhn von morgen zu züchten.

Kombihuhn
Zweinutzungshuhn © Ökotierzucht

Das Hermannsdorfer Landhuhn: Seit 2008 werden Landhühnern gezüchtet, die gleichzeitig ausreichend Eier legen und Fleisch ansetzen. 2012 bekam das Projekt den „Förderpreis ökologischer Landbau“. Seit 2015 gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Ökologischen Tierzucht GmbH. Derzeit halten drei Biobetriebe im Umkreis von 20 km Herrmannsdorfer Zweinutzungshennen (Umgebung München). 1 Ei kostet ca. € 0.60.

Österreich 

Eiermacher: Seit Mai 2016 sind die ersten Eier vom Bio-Zweinutzungshuhn erhältlich. In Österreich wird unter anderem die Hühnerrasse „Sandy“ eingesetzt, die zwar auf Legeleistung gezüchtet ist, aber etwas weniger Eier legt als Hochleistungsrassen und deren männliche Tiere mit vertretbarem Aufwand gemästet werden können.

Fazit

Wer Eier konsumieren möchte, der kann entscheiden: Bio-Eier, Eier von Bruderhahn-Projekten oder von Zweinutzungshühnern. Wichtig ist mir, dass wir wissen, wie die Nutztierhaltung funktioniert – und was alles damit verbunden ist! Unser Einkaufszettel ist auch ein Stimmzettel!

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen zum Thema „Zweinutzungshuhn“.

Biologisch einkaufen in Bologna

Über meine Restaurant-Highlights in Bologna habe ich bereits berichtet. Heute möchte ich Euch ein paar Orte in Bologna zeigen, an denen ein nachhaltiger Einkauf möglich ist.

Bologna
Piazza Maggiore in Bologna

Bioladen L’Albero della Vita

In diesem Öko- und Bio-Laden ist Bulk Shopping, d.h. einkaufen ohne Verpackung möglich. Es hat eine sehr kleine Auswahl an frischem Obst und Gemüse sowie Naturkosmetik. Via Mascarella, 81. Von 10 – 14 und von 16 – 20 Uhr.

L’Angolo del biologico

Dieser Bio-Laden liegt an einer sehr hübschen Straße. Den Spaziergang hierher haben wir nicht bereut. Der Bio-Laden hat eine gute Auswahl an klassischem Produkten wie Müsli, Konfis, Teigwaren. Dazu Naturkosmetik sowie frisches Obst und Gemüse. Bulk Shopping ist leider nicht möglich. Mitgenommen haben wir eine Bio-Tomatensauce von Solleone (bin gespannt!) und ein Bio-Arranciato im Glas für aus den Weg. Strada Maggiore 82/c. 8.30 – 20.30 Uhr.

Bottega della canapa


Die Bottega della canapa ist eine italienische Firma, die sich auf natürliche und biologische Produkte konzentriert. In diesem hübschen Laden habe ich Bambus-Zahnbürsten von Tea Natura entdeckt! Habe mir gleich 2 Stück gekauft – diese Zahnbürsten sind biologisch abbaubar und kompostierbar. Via Marsala, 31.

Zoo

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Mein Freund wollte sich schon länger eine Edelstahflasche kaufen, doch das eher hohe Gewicht hat ihn etwas abgeschreckt. Umso größer war die Begeisterung, als wir per Zufall im Zoo eine ultraleichte Flasche der italienischen Marke „24Bottles“ entdeckten! Auf seiner 1 Liter-Flasche ist der Aufruck „-0.16“, damit ist die Menge an CO2 gemeint, die vermieden wird, indem aus der Edelstahlflasche getrunken wird anstatt eine PET-Flasche zu kaufen. Strada Maggiore 50/A.

Und sonst? Gefunden haben wir ein biologisches Olivenöl vom Agrarbetrieb “Masoni Becciu” und einen weissen Bio-Balsamcio (Bio-Weissweinessig und Bio-Traubenmost mit 5,5% Säure) vom „Casa del Balsamico Modenese“ (Modena ist übrigens ein super Tagesausflug von Bologna, nur ca. 20 Minuten mit dem Zug – Preisvergleiche bei den Aceto’s lohnen sich!).

Bologna
Bio Olivenöl und Bio Balsamico Bianco

Fazit: Nachhaltig einkaufen ist in Bologna problemlos möglich!

Basel Unverpackt

Endlich: Basel hat seinen ersten Unverpackt-Laden! Am Samstag, 8. April 2017 war die Eröffnung, an der ich selbstverständlich mit dabei war!


Der Andrang war gross. Schön, dass so viel Interesse daran besteht! Das Angebot ist vielseitig und es wird auch Demeter-Brot aus der Region verkauft. Weiter gibt es Solid Shampoos, Seifen und Zahnbürsten von HydroPhil.


Beim Abfüllen der Nüsse brauch ich aber noch ein bisschen Übung! Die Säcklein hat mir meine Mutter aus altem Vorhangstoff genäht.

Ich freue mich total über diesen Laden und werde bestimmt noch oft dort einkaufen!

Basel Unverpackt, Feldbergstrasse 26 (gleich beim Erasmus-Platz), 4057 Basel Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9.00 bis 19.00 Uhr; Samstag 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Der Bruder der Legehenne

Es ist leider Realität: zum Eierlegen braucht es die Legehennen – nicht jedoch ihre Brüder. Diese werden gleich nach dem Schlüpfen aussortiert und vergast. Ein Teil davon wird als Tierfutter verwendet. Davon ist die konventionelle Eierproduktion genau gleich betroffen wie die Bio-Ei-Produktion.

Damit das männliche Küken nicht mehr sofort getötet wird, gibt es in der Schweiz momentan drei Projekte, bei denen der Bruder der Legehenne mit aufgezogen wird. Der Hahn wird gemästet (er nimmt jedoch nicht sehr viel an Gewicht zu…) und später zu Fleisch verwertet. Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir somit Eier von Initiativen kaufen, die auch männliche Küken aufziehen.

Bruderhahn_Demeter
Bruderhahn ©Demeter.ch
  • «Hahn im Glück»: Projekt von Demeter: Momentan sind es 4 Eierproduzenten; 3 weitere Betriebe kommen im Sommer 17 dazu. Aufwachsen nach „Hahn im Glück“-Richtlinien bedeutet, dass alle geschlüpften Küken gross werden: Die Hühnchen legen Eier, die Hähnchen werden nach einigen Monaten als Junghähne vermarktet.
  • «henne & hahn»: Projekt von Gallina Bio, KAGfreiland und Hosberg. Seit dem 1. Januar 2016 werden für die Anzahl Eier unter dem Label „henne & hahn“ die entsprechenden männlichen Küken nach dem Schlupf nicht getötet. Die Jungtiere werden unter artgerechten Bedingungen grossgezogen. Sie geniessen dabei Bio-Futter und haben regelmässigen Zugang zur Wiese und zum Sandbad.
  • «Huhn mit Bruder»: Bio-Direktvermarkter. Das Projekt setzt sich auch für die Züchtung einer bäuerlichen Populationsrasse ein, abseits der industriellen Zucht. Güggel werden auf dem Hof geschlachtet. Die abgepackten Poulets können frisch und tiefgefroren direkt oder über picobio.ch bezogen werden.

Projekt in Österreich:

  • Die Eiermacher: In der Bio-Legehennenhaltung sollen alle männlichen Eintagsküken aufgezogen werden. Die gesamte Produktion wurde auf eine neue Rasse umgestellt: Das Zweinutzungshuhn „Sandy“.

Projekte in Deutschland:

  • Haehnlein: Haehnlein-Eier von der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof können u.a. bei Alnatura, Denn’s, Edeka, Real, Rewe und tegut gekauft werden. Die Gemeinschaft aus ökologisch-agierenden Betrieben strebt nach eigenen Angaben 100-Prozent-haehnlein-Eier an.
  • Bruderhahn Initiative Deutschland (BID): Für jedes BID-Ei wird im Laden ein Zuschlag von 4 Cent veranlagt. Diese 4 Cent werden zu 100% für die Aufzucht der Brudertiere und deren Vermarktung verwendet. So können alle Brudertiere aufgezogen werden, deren Schwestern für die Projektteilnehmer Eier legen. (So funktionieren alle Bruderhahn-Projekte)
Bruderhahn
4×4 Cent für die Ethik ©bio-markt.info

Dass dieser Artikel kurz vor Ostern erscheint, ist natürlich kein Zufall! Ich finde es wichtig, dass wir als Konsumentinnen und Konsumenten kritisch sind und v.a. auch die Nutztierhaltung hinterfragen. Und jeder Kassenzettel ist auch ein Stimmzettel! In diesem Sinne: Frohe Ostern!

 

 

Meine 5 Tipps für Zero Waste und Bio in Brüssel

Ein Besuch in der belgischen Hauptstadt bietet einiges: vom Comic-Museum, Grand Place, Manneken Pis bis zur weltberühmten Schokolade. Doch wo bekomme ich Schokolade in Bio- und FairTrade-Qualität?

Ich begebe mich auf die Suche, wo ich in Brüssel Bio-Produkte und am besten noch ohne Abfall (Zero Waste) einkaufen kann. Hier meine 5 Tipps:

1. Den Teepot: Der Bio-Shop an der Kartuizerstrahlt / Rue de Chartreux, 66 wirkt etwas in die Jahre gekommen. Im Eingang hängen viele Zettel, die auf diverse Aktivitäten aufmerksam machen.

Gleich beim Eingang befindet sich die Käsetheke. Gemüse wird offen verkauft. Es gibt einen separat gekühlten Raum für Früchte und Gemüse. Bulk Shopping – d.h. Einkauf ohne Verpackung – ist möglich! Es hat noch ein Restaurant im 1. Stock, welches ich mir jedoch nicht angeschaut habe.

2. Als nächstes besuchte ich Färm am Quai au bois à bruler 43. Ein stylisher Bio-Laden mit flotter Hintergrundmusik. Gleich beim Eingang befindet sich die Theke, hinter der zwei freundliche junge Frauen mit schwarzen Hauben und hell-lila Blusen frische Salate, Quiches, Suppe, Aufschnitt und Käse anbieten. Da mein Magen knurrt lasse ich mir eine vegetarische „Pocket“ mit Salat geben. Dazu wird mir gefiltertes Wasser gereicht. Zum Essen setze ich mich an einen der drei Holztische.

Frisch gestärkt schlendere ich durch den grosszügig gestalteten Laden. Frische Brote ohne Verpackung. Grosse Auswahl an Bulk-Shopping für Müsli, Reis, Nüsse, … Belgische Schokolade in Bio- und FairTrade-Qualität, u.a. von Belvas und Tohi – da konnte ich nicht widerstehen. Früchte und Gemüse werden in einem separat gekühlten Raum aufbewahrt.

Im 1. Stock werden Kosmetik-, Baby- und Hygiene- und Putz-Artikel angeboten. Ich entdecke festes Shampoo, festes Deo und feste Zahnpasta von der Naturkosmetik-Manufaktur Lamazuma: Nur in Karton und ohne Plastik verpackt! Super! Decke mich gleich mit der Zahnpasta ein.

3. Der dritte Laden, dem ich einen Besuch abstattete, war Natural Corner an der Rue de l’escalier 1. Ein gut sortierter Laden in einer guten Gegend von Brüssel in der Nähe vom Place Sablon. Auch hier gibt es frisches Brot ohne Verpackung und Bulk Shopping ist möglich.


Von den drei besuchten Bio-Läden ist Färm mein klarer Favorit! Auf meinem Streifzug durch Brüssel habe ich noch zwei weitere Läden entdeckt, bei denen man plastikfrei einkaufen kann und die ich Euch gerne zeigen möchte:

4. Dille & Kamille: Es gibt mehrere Läden in der Stadt, welche Produkte für Haus, Garten und Küche anbieten. Das holländische Unternehmen schreibt: „Unser Warenangebot strahlt Schlichtheit aus, uns sind traditionelles Handwerk, handwerkliche Produkte und natürliche Materialien wichtig“.

5. La Maison du Savon de Marseille: Seifen in unglaublicher Vielfalt werden hier ohne Verpackung verkauft. Der Laden befindet sich an der 29, rue du marché aux herbes in Brüssel – gleich beim Grand-Place.

Viel Spass beim Entdecken von Zero Waste und Bio in Brüssel!

Sustainable Sunday!

Ich liebe Sonntage! Und der 22. Januar war ein ganz besonderer Sonntag.

Smiling Gecko – nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe

Zuerst konnte ich an einer sehr tollen Pilates-Stunde im Studio „Niyama“ in Basel teilnehmen. Alle Lektionen an diesem Tag waren auf Spendenbasis – und die Spenden gingen zu 100% an das Projekt „Smiling Gecko„. Ich hoffe, dass eine schöne Summe zusammengekommen ist, denn das Ziel von Smiling Gecko ist, Kindern und ihren Familien in Kambodscha eine gesicherte Lebensgrundlage zu bieten. Dies durch Direkthilfe vor Ort und darüber hinaus als nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Der berühmte Schweizer Fotograf Hannes Schmid ist Mitbegründer von Smiling Gecko. Er hielt noch ein Referat, das ich jedoch leider verpasst habe.

Hannes Schmid
Dorfschulprojekt von Smiling Gecko (© Smiling Gecko)

„Basel hilft mit“ verkauft Kleider, die nicht mehr gespendet werden können

Am Nachmittag machte ich mich mit einer Freundin auf den Weg nach Liestal, die Kantonshauptstadt vom Kanton Baselland. Dort fand eine Veranstaltung von „Basel hilft mit“ statt. Der Verein entstand im August 2015 aus der Idee, etwas für die Menschen in Not und auf der Flucht zu tun. Veranstaltungsort war der sehr kleine Laden von „Zweit Leben„, welcher am 11. Dezember 2016 eröffnete. Mit etwas Glück haben wir diesen Pop-Up-Store gefunden, denn davor waren Autos parkiert und auch die Schaufenster waren unauffällig.

Zweck von Zweit Leben: Alle Spenden, die von fliehenden und geflüchteten Menschen nicht gebraucht werden können, bekommen dort eine zweite Chance. Nichts soll vergeben gespendet worden sein. Alle Einnahmen fliessen in Charity-Projekte.

Auch Greta Aguilar nahm teil. Ich habe Greta das erste Mal getroffen und konnte mich kurz mit ihr unterhalten. Sie ist ein Sustainable Fashion Stylist und berät Kundinnen und Kunden, wie man sich mit Second Hand-Kleidung gut einkleiden kann. Dies ist ja nicht immer so einfach; viele Kleider entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist oder nicht dem persönlichen Geschmack. In einem Second Hand-Laden fündig zu werden, ist keine einfache Angelegenheit. Und hier unterstützt Greta.

John Baker – der Trendbäcker in Zürich

Nun war ich also in Zürich und habe die biologische Trendbäckerei „John Baker“ verpasst! Am Symposium Bio 3.0 in Bern lauschte ich dem Vortrag vom Geschäftsinhaber Jens Jung und erfuhr so zum ersten Mal über die Bäckerei. Diese ist mittlerweile bereits an zwei Standorten (Bahnhof Stadelhofen und Helvetiaplatz) zu finden.

Ich konnte die Bäckerei noch nicht persönlich besuchen. Am Symposium gab es jedoch eine Degustation von John’s Brot, das mir sehr gut geschmeckt hat.

John Baker verarbeitet nur regionale, ökologische Bioware (Getreide und Mehl sind Knospe-zertifiziert). Die Hefe ist nicht gen-manipuliert, sondern wird hausgezüchtet. Und der Teig bekommt die Zeit, die er braucht und das kann schon mal einen ganzen Tag in Anspruch nehmen.

Kundinnen und Kunden, die keine Tüte wollen, bekommen einen Preisnachlass. Zero Waste wird also belohnt! Tolle Sache! Wer dennoch eine Verpackung nimmt, wird mit auffälliger Pistole darauf aufmerksam gemacht, den Sack doch bitte wieder zu verwenden.

Zudem wird das Brot, welches nicht verkauft wird, in die Äss-Bar ins Niederdorf gebracht (und die Äss-Bar habe ich schon persönlich besucht). Die Lieferung erfolgt natürlich nicht mit dem Auto, sondern per (Elektro-)Velo.

Und wo kaufst Du am liebsten Dein Brot ein?

Zürich’s nachhaltiger Lifestyle

Zürich ist die grösste Schweizer Stadt mit ca. 400’000 EinwohnerInnen und liegt am Zürichsee mit Blick auf die Alpen. Wir hatten einen freien Tag, und da man von Basel in 53 Minuten mit dem Zug in Zürich ist, nutzten wir die Gelegenheit, die nachhaltige Seite von Zürich zu entdecken!

Let’s start the day

Den Tag starten kann man wunderbar im „Bohemia“ am Kreuzplatz. Das Bohemia wurde 1999 als eines der ersten Restaurants mit eigener Micro Coffee-Roastery eröffnet. Aufgrund der erhöhten Nachfrage und dem steigenden Bedarf konnte nach einigen Jahren der Kaffee nicht mehr im Bohemia geröstet werden. Deshalb wurde die Kaffee-Rösterei ins aargauische Bünzen ausgelagert, wo er nach wie vor von Hand geröstet wird. Ich hab mir einen (kleinen) Latte Macchiato bestellt – diesen bekommt man auch mit Soja- oder laktosefreier Milch. Der Kaffee ist Rainforest Alliance Certified™, d.h. die Bohnen werden von Rainforest Alliance zertifizierten Kaffee-Bauernhöfen bezogen. Dazu gab’s noch ein „Schöggeli“.

Markt auf dem Bürkliplatz

Am Dienstag und Freitag jeweils von 6.00 bis 11.00 Uhr findet auf dem Bürkliplatz ein sehr schöner und grosser Markt statt. Am Ende der Bahnhofstrasse, unter Kastanienbäumen tummeln sich viele Marktbesucher und auch die Auswahl an biologischen Produkten ist gross!

Ab ins Museum

Nach dem Marktbesuch erkundeten wir das Landesmuseum Zürich. Mein Tipp: Mindestens 2 Stunden einplanen, wenn es geht, sogar mehr! Das meistbesuchte kulturhistorische Museum der Schweiz präsentiert die Geschichte von den Anfängen bis heute. Das Haus besteht aus einem alten Teil, erbaut 1898 von Gustav Gull und einem neuen Teil, welcher 2016 eingeweiht wurde (mit viel Sichtbeton). Das Landesmuseum Zürich zeigt in den permanenten Ausstellungen „Archäologie Schweiz“, „Geschichte Schweiz“ und „Galerie Sammlungen“ Schweizer Geschichte von den Anfängen bis heute. Wir konnten uns zudem die Sonderausstellungen „Europa in der Renaissance“ sowie „Flucht“ anschauen.

Biologischer und veganer Lunch

Nach dem ausgiebigen Museums-Besuch knurrt der Magen. Es geht also auf direktem Weg ins „The Sacred„, dem ersten veganen Bio-Restaurant in der Schweiz. Es befindet sich an der Müllerstrasse – nur 100 Meter vom Volkshaus und dem Helvetiaplatz entfernt. Das vegane Büffet steht ab 11.30 Uhr bereit und ist super lecker! Man füllt sich den Teller, an der Kasse wird dieser gewogen und auch gleich bezahlt. Als Getränk haben wir ein „Chi“ gewählt – ein fermentieres, nicht pasteurisiertes Bio-Getränk. Im Restaurant hat es eine Eistheke, die Vegelateria, welche – auch im Winter – vegane & biologische Glacés anbietet. Zudem sind die Mitarbeitenden sehr freundlich und hilfsbereit. Wirklich zu empfehlen!

Vegelateria
Vor dem veganen Bio-Restaurant „The Sacred“ in Zürich

Farbenfroher Laden & leckere Mitbringsel

Nach dem Mittagessen steht der Sinn nach etwas Bewegung und so tun die ca. 20 Minuten zu Fuss bis zu „Nanna Bunte Küche“ an der Birmensdorferstrasse 171 gerade gut. Der Laden von Nanna ist einfach wunderschön farbenfroh. Wir konnten uns kurz mit ihr unterhalten. Zuhause ist die 4-fache Mutter in St. Gallen – sie pendelt also fast täglich in ihr Geschäft nach Zürich. Nanna stammt aus einer bekannten Gewürzfamilie aus Wiesbaden. Alle Gewürz-, Reis- & Getreidemischungen werden von ihr kreiert und von Hand zusammengestellt. Sie achtet wenn möglich auf Fair Trade, Bio- oder auch Demeterqualität (ist aber diesbezüglich nicht zertifiziert). Auf Konservierungsstoffe bei den Gewürzmischungen verzichtet sie komplett. Was noch schöner wäre: Wenn die Mischungen nicht in Plastiksäcklein, sondern in Papiertüten abgefüllt wären. Da würde mein nachhaltiges Herz noch höher schlagen!

Im Niederdorf

Das „Niederdörfli“ ist die Flaniermeile in der autofreien Altstadt von Zürich. Dort erkunden wir den „rrrevolve„-Laden. Ein freundlicher junger Mann mit cooler Mütze begrüsst uns. Im „Fair Fashion“-Laden an der Niederdorfstrasse 17 sind Kleider für Damen und Herren von Armedangels, Wunderwerk, Lanius, Knowledge Cotton Apparel, Junglefolk, Re-Bello, Komana, ZRKL und weiteren Brands zu finden. Nur circa 2 Minuten entfernt findet sich der Concept Store mit Fairtrade-Produkten – dort finden sich u.a. auch Bambus-Zahnbürsten. Ein wirklich sehr hübscher Laden!

 Und gleich neben dem Concept Store befindet sich die „Äss-Bar“ – das Konzept ist das gleiche wie beim Backwaren Outlet in Basel. Die Äss-Bar hat zum Ziel, Lebensmittelabfälle in Bäckereien zu reduzieren. So werden Backwaren und Patisserie, die bis Ladenschluss nicht verkauft werden, am Folgetag in der Äss-Bar zu reduziertem Preis angeboten. Da mussten wir nicht lange überlegen und haben uns mit einer Schoko-Punschkugel und einem Vanille-Schoko-Schneck eingedeckt. Lecker! Die Äss-Bar gibt es auch in Winterthur, St. Gallen, Fribourg und Bern.

Den Tag ausklingen lassen

Wie ihr ja schon bemerkt habe, liegt mir gutes Essen sehr am Herzen. Zum Znacht (Abendessen) ging’s deshalb in die Marktküche. Das vegane Restaurant setzt auf regionale Zutaten und macht vieles noch von Hand – so wird selbst gebackenes Brot serviert und auch die Teigwaren sind hausgemacht. Die Portionen sind eher klein, ein 3-Gang-Menü lässt sich somit problemlos verspeisen. Und ja, es ist nicht ganz billig, hier zu essen – aber es lohnt sich.

Basel’s erster Yoga-Laden

Das Gundeldingerquartier liegt im Süden der Stadt Basel. Das „Gundeli“ (wie es von den Baslern genannt wird) wurde Ende des 19. Jahrhunderts innert kürzester Zeit, im Raster nach amerikanischem Vorbild, erbaut. Die Güterstrasse ist die längste Einkaufsstrasse der Stadt. Und an dieser befindet sich neben dem Patchouli und dem BackwarenOutlet seit dem 13. August 2016 auch der nachhaltige Yoga-LadenAhimsa„.

Ich treffe die Inhaberin Ayten und wir trinken einen Tee zusammen. Ayten macht seit 15 Jahren Yoga und hat bei Living Buddha die Ausbildung zur Yoga-Lehrerin absolviert. In ihrem Laden verkauft sie nur Sachen, die sie selber gerne hat. Ihre Idee: alles nachhaltig, Kleidung aus Naturmaterialien und so wenig Plastik wie möglich. Dies gefällt mir und ich bin gespannt, was sie dazu gebracht hat, diesen Laden aufzumachen?

Ayten meint dazu: „Mir war klar, dass ich etwas mit Yoga machen wollte. Als ich dann Mami wurde, hat sich meine Perspektive nochmals verändert. Mit dem Laden kann ich meine Berufstätigkeit und das Familienleben gut unter einen Hut bringen“.

Neben der Damen-Kollektion, in der sie u.a. das französische Label Yuj und das Basler Label Tarzan führt, kommen auch die Herren nicht zu kurz.

Dazu kommen Accessoires und Gegenstände rund um das Thema Well-Being. Von verschiedenen biologischen Tees, über Yoga-Matten, Sitzkissen, Klangschalen, Menstruationstassen von OrganiCup und Kerzen aus Soja sowie Schmuck von lokalen Künstlern bietet das Ahimsa viel an.

Es lohnt sich, bei Ayten im Ahimsa nach nachhaltiger Yoga-Kleidung Ausschau zu halten, oder sich selber oder für jemand anderen ein Geschenk einpacken zu lassen.

Ahimsa Yogashop, Güterstrasse 136, 4053 Basel. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 12 – 18.30 Uhr, Samstag, 11 – 17 Uhr.

Mein nachhaltiges Meditationskissen

Auf der Suche nach einem schönen Meditationskissen bin ich im sahara Secondhand an der Gerbergasse 20 in Basel gelandet.

Ich schaute mir die Kissen an, doch es war keines dabei, das mir gefiel. Da holte die Verkäuferin die Geschäftsführerin hinzu. Sie erklärte, dass das zugehörige Atelier die Sitzkissen alle selber näht. Ich könne mir also einfach den passenden Stoff auswählen. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet! Wir schauten die Stoffe durch und bald waren die passenden für mein Meditationskissen gefunden. Circa 2 Wochen später konnte ich das Kissen abholen.

Einkaufen und Gutes tun

In Basel gibt es drei Läden von sahara – und mit dem Einkauf bei dieser Non-Profit-Organisation werden der faire Handel und das Frauenprojekt mit dem Hauptziel der beruflichen Eingliederung unterstützt. Sahara bietet Frauen ein Umfeld zum Lernen, Arbeiten und sich entwickeln – für den Schritt in Richtung (Wieder-) Einstieg in den Arbeitsprozess. Der sahara Secondhand ist dabei auf gut erhaltende Spenden von Kleidern, Schuhen und Schmuck angewiesen – diese können ganz einfach während den Öffnungszeiten abgegeben werden.

Ein Projekt, das mich begeistert und überzeugt! Und mein Meditationskissen geb‘ ich nicht mehr her!