Der Aletschwald – ein Urwald?

Der Aletschwald befindet sich bei der Riederalp im Wallis, Schweiz, auf 2083 m.ü.M. „Seit 1933 steht der Aletschwald unter Schutz und ist jeglicher Nutzung entzogen. Umgefallene Bäume bleiben liegen. Sie dienen vielen Lebewesen als Lebensgrundlage. Neben Pilzen, Flechten oder Moosen gedeihen auch Zwergsträucher und Arvenkeimlinge auf diesem Totholz. Aus Alt wird Neu: Recycling in Vollendung! Der Aletschwald ist auf dem Weg zum Urwald“ (Pro Natura.ch). Und ich hatte das Glück, diesen wunderschönen Wald und den Aletschgletscher im August besuchen zu können! Ein herrliches Wandergebiet mit einer spektakulären Hängebrücke.

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Der Aletschgletscher ©WikkyWorld.com

„Der Aletschwald zählt zu den eindrücklichsten Wäldern der Schweiz. Mächtige Arven und Lärchen trotzen oberhalb des Aletschgletschers dem rauen Klima des Hochgebirges. Verglichen mit 1942 hat sich die Anzahl Bäume etwa vervierfacht. Pro Hektar fanden die Forschenden ausserdem 24 Kubikmeter Totholz, was deutlich mehr als in einem durchschnittlichen Schweizer Wald, im Vergleich zu einem Urwald allerdings immer noch sehr wenig ist“. (Waldwissen.net)

Aletschwald
Mystischer Wald
Aletschwald
Wandern im Wald ©WikkyWorld.com

Auf Umweltschutz wird in diesem Gebiet grossen Wert gelegt. Leider müssen die Ranger täglich viel Müll einsammeln… Deshalb gilt: Alle Abfälle immer mitnehmen. Und noch besser, wenn man gar keinen Abfall produziert, indem z.B. das Wasser direkt ab Hahn in die Flasche gefüllt wird, Tee im Isolierbecher und Sandwiches in Stoffsäcken mitgenommen werden.

Abfälle entsorgen
Abfälle in den Rucksack!
Umweltschutz
Abfälle in der Natur
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Plastik auf Bali – ein Paradies in Gefahr

Sehnsuchtort Bali! Die tropische Insel gehört zu Indonesien und hat über 4.2 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner.

Bali
Die berühmten Reisterrassen von Bali

Leider hat Bali (und viele weitere Inseln/Ländern) ein grosses Plastikproblem. Es ist im Meer, am Strand, auf den Strassen, hinter den Häusern. Ab und zu wird es von den Einheimischen verbrannt. Eine organisierte Müllabfuhr existiert nicht. Die Hotels lassen ihre Strandabschnitte täglich putzen – danach wissen sie aber nicht recht weiter, wohin mit dem gesammelten Abfall…

Früher war es das Bananenblatt, in dem Nahrung eingewickelt wurde, heute die Plastikfolie. Weggeschmissen wird oft beides direkt in die Natur, nur mit dem Unterschied, dass das Bananenblatt verrottet (Quelle: Umweltgedanken).

Aber auch wenn das Essen zuerst in Bananenblätter einwickelt wird, folgt meist danach noch ein Plastiksäcklein – wir konnten die Verkäuferin zum Glück davon abhalten! Danach kann man Lupis (sehr leckere, süsse Reisdumplings mit frisch gerapseltem Kokos) direkt aus dem Bananenblatt geniessen.

Erste Schritte in Richtung Nachhaltigkeit

Das Bewusstsein für Plastik ist sehr gering. Ich habe jedoch von einer Organisation gelesen, die 2013 von 2 jungen Frauen – Melati und Isabel Wijsen – gegründet wurde: „Bye Bye Plastic Bags„. Die Botschaft ist klar: Sag nein zu Plastik(säcken). Dabei setzt das junge Team auch auf Bildung und führt „Ocean Clean Ups“ durch.

A social initiative to make bali say no to plastic bags
Bye Bye Plastic Bags ©www.byebyeplasticbags.org

Die Bewohner des Dorfes Temesi haben eine Recyclinganlage errichtet. 100 Menschen verarbeiten dort täglich 60  Tonnen Müll zu Pflanzenerde. Über den Verkauf des Kompostes finanziert sich die Arbeit (Quelle: bz-berlin).

Vom Schweizer Roman Peter wurde die Organisation Trash Hero gegründet. So gibt es u.a. in Amed, Candidasa, Canggu, Sanur und Ubud auf Bali Aufräumaktionen, an welcher auch Touristen mitmachen können – und Bildungsmassnahmen. Zwei bis drei Stunden räumen die Helfer jeweils auf und sammeln säckeweise Abfall ein.

Amed Beach Clean Up
Trash Hero Amed

Weitere Beach Clean Ups im Süden von Bali werden organisiert von Project Clean Uluwatu.

Das Problem ist mit den Aufräumaktionen nicht gelöst. Neuer Müll wird kommen. Eigentlich ist es eine Sysiphus-Arbeit. Aber wer dabei war, kommt ins Grübeln: Brauche ich wirklich jedes Mal, wenn ich einkaufe, einen Plastiksack, den ich gleich wieder wegwerfe? Muss ich meine fünf Kaffees pro Tag wirklich aus Einwegbechern trinken? Wie viele unnötige Plastikverpackungen von Lebensmitteln schmeisse ich täglich fort? (Quelle: SRF).

Die Organisation Keep Bali Clean versucht mit einer Anti-Müll-Kampage im lokalen Fernsehen die Menschen auf die Abfall-Thematik zu sensibillisieren. Diese Kampagne wird durch den Verkauf von T-Shirts und Spenden finanziert.

Und eine weitere sehr gute Aktion ist Refill Bali: Die Initiative möchte die Anzahl Plastikflaschen auf Bali reduzieren. Dazu haben sie eine interaktive Karte von Bali und umliegenden Inseln entwickelt, die aufzeigt, an welchen Orten man sich seine Flasche wieder auffüllen kann.

Der Tourist auf Bali

Es geht also etwas auf Bali. Die Touristen müssen aber auch Ihren Beitrag leisten. Wie das?

  • Immer eine eigene Stofftasche dabei haben und konsequent alle Plastiktüten (ob gross oder klein) ablehnen.
  • Bei Getränken immer gleich beim Bestellen darauf bestehen „No straw, please“ – dafür seinen eigenen Trinkhalm aus Bambus, Glas oder Edelstahl mit dabei haben.
  • Trinkwasser kann auf u.a. in Ubud in diversen Cafés aufgefüllt werden (trotzdem ist es schwierig, auf Trinkflaschen in PET zu verzichten). Siehe dazu Refill Bali.
  • Allfälligen Plastikmüll (wie leere Sonnencremetube, leere Shampooflasche, etc.) wieder mit nach Hause nehmen und dort sachgerecht entsorgen.
  • An einer Ocean Clean Up Aktivität teilnehmen!

Recycling von Kork?!

In der WG haben wir angefangen, Korken zu sammeln. Warum?

Weil dieses Naturprodukt für eine nur einmalige Nutzung als Flaschenverschluss zu schade ist! Korken sammeln bedeutet auch, Abfallberge zu verringern. In der Schweiz werden pro Jahr rund 150 Millionen Korken verwendet, die zusammen ein Gewicht von gegen 400 Tonnen ergeben (Quelle: Korken.ch).

Korken können recycled werden
Korken-Sammelstelle in der WG

Aber Achtung: Nur Korkenzapfen (Naturkorken) können ins Recycling gebracht werden – Kunststoffkorken müssen normal entsorgt werden.

Der Kork wird zu Korkschroten vermahlen, dieser findet seinen Einsatz vermehrt in der Baubranche als Isolationsmaterial. Ein Teil des Schrotes dient auch zur Herstellung von Presskork, der in industriellen Bereichen wiederverwendet wird (Quelle: Swiss Recycling).

In Basel und Zürich können die Naturkorken zu Paul Ulrich gebracht werden. Auch andere Weinhandlungen in der Schweiz nehmen die Korken entgegen. So nimmt der Zürcher Weinhändler Reichmuth ebenfalls gebrauchte Zapfen zurück, ebenso der Zürcher Weinbauer Gusti Pünter in Stäfa, der einen Laden betreibt. Beim Biowein-Händler Delinat bestehen zwei Möglichkeiten: Entweder man bringt die Zapfen in einen Laden oder schickt diese per Post an den Anbieter. Schliesslich existieren in gewissen Gemeinden Möglichkeiten der Entsorgung, etwa in Zollikon oder in Wohlen AG. Weitere Orte sind unter der Internet-Adresse www.korken.ch zu finden (Quelle: NZZ).

Und es werden ständig mehr!

Umweltvorbild? Die Plattform «Vorbilder für die Welt von morgen» des Kantons Basel-Stadt zeigt Menschen, die im Rahmen eines Projekts, einer Organisation oder als Einzelpersonen ökologische oder soziale Nachhaltigkeitsziele verfolgen. Den globalen Klimakatastrophen-Meldungen werden positive Geschichten aus Basel entgegen gestellt und damit Handlungsmöglichkeiten für jede und jeden aufgezeigt. Das finde ich eine sehr schöne Idee, deshalb stelle ich Euch diese Seite und ein paar Projekte kurz vor.

Geschichten von (momentan) 26 Menschen in Basel, die erfolgreich anders produzieren, konsumieren, wohnen, arbeiten und leben – für eine Welt von morgen!

Da gibt es zum Beispiel Stefanie, die in ihrem Kauf.Lokal „Emma“ regionale Produkte von Bauern verkauft. Berto Beat Dünki und Ursula Moser kämpfen im „Backwaren Outlet“ durch den Weiterverkauf von alten Backwaren gegen Foodwaste. Aurel Greiner findet, Computer und Handy wegzuwerfen oder ungenutzt liegen zu lassen, ist eine grosse Verschwendung. Er und sein Team sorgen dafür, dass alte funktionstüchtige Apple-Geräte und Handys wieder einen Nutzer finden. Und das Projekt „Social Meal„: Fremde willkommen heissen und auf Zeit eine Gemeinschaft sein: Samuel Ruegger, Mitentwickler von Social Meal, will Unbekannte an einen Tisch bringen. Landwirtschaft in der Stadt? Das gibt Rätsel auf. Im Gemeinschaftsgarten Landhof, dem charmantesten Flaggschiff der Bewegung Urban Agriculture Basel, offenbart sich das Geheimnis für eine nachhaltige Stadtentwicklung: Der Garten ist offen für Bienen und Blindschleichen, ebenso für Menschen aller sozialen Schichten und Herkunft.

Und es gibt noch viele weitere spannende Projekte und Geschichten zu entdecken. Ich hoffe wirklich sehr, dass es immer wie mehr werden!

Müll in der Natur

Zwei Wochen Zypern! Herrlich! Während es in der Schweiz regnet, brennt hier die Sonne. Nach ein paar ruhigeren Tagen am Meer schnappen wir den Bus und fahren von Paphos circa 1.5 Stunden nach Pano Panagia. Dieser kleine Ort befindet sich in den Ausläufern des Trodos-Gebirges und liegt auf ca. 900m ü.M. Von hier aus startet eine Wanderung durch die Weinberge, der sog. Vouni-Trail.

Schon bald entdecken wir jedoch eine Müllhalde – mitten in der Natur! Das trübt die Wanderfreude. Auch am Wegrand liegt immer wieder Abfall herum. Ich sage zu meinem Freund: „Wenn ich jetzt einen Sack dabei hätte, würde ich das Zeugs einsammeln“. Und ein paar Meter weiter flattert ein hellblauer Plastiksack in einem Baum. Der Sack wird mitgenommen und der Abfall eingesammelt. Wir finden Zigarettenpackungen, Alu-Dosen, PET-Flaschen, Munition, Plastikhandschuhe, Pappbecher, …

Die Munition macht uns nachdenklich. Und wir finden heraus, dass leider auf Zypern immer noch Zugvögel auf ihrer Durchreise getötet und als Delikatesse verkauft werden.

Die Herausforderung, vor der Zypern steht, ist: Wohin mit dem Müll? Zypern gehört neben Dänemark, Deutschland und Luxembourg zu den grössten Müllverursachern in der EU – mit mehr als 600 Kilogramm pro Kopf. In Zypern werden jedoch nur 12% der Abfälle recycelt und 9% kompostiert – 79% landen auf Deponien (WiWo). Deshalb wichtig für alle Touristinnen und Urlauber: Versucht, Euren Abfall zu reduzieren und lasst ihn auf keinen Fall in der Natur, im Wald oder am Strand liegen. Den Eiskaffee gibt’s sicher auch in einem richtigen Glas anstatt im Plastikbecher und auch zum Trinkhalm kann man nein sagen.

Nachhaltig Zähne putzen

Ein weiterer Schritt in Richtung plastikfreies Badezimmer sind die nachhaltigen Zahnbürsten aus Bambus von Hydrophil, die bei mir eingezogen sind. Die Zahnbürste ist zu 100% vegan und wasserneutral produziert.

Zahnbürste von HydroPhil
Zahnbürste von HydroPhil

Wenn man die Bambus-Zahnbürste die ersten paar Mal im Mund hat, fühlt es sich etwas ungewohnt an, Holz im Mund zu haben. Aber glaubt mir, das Gefühl geht schnell vorbei.

„Der Griff der Zahnbürste ist biologisch abbaubar und plastikfrei. Die Borsten bestehen aus Nylon und sind BPA-frei. Jede nachhaltige Zahnbürste ist hygienisch einzeln verpackt im umweltfreundlichen Recycling-Karton, welcher ebenfalls abbaubar ist. Nach der Benutzung könnt ihr einfach den Kopf der Zahnbürsten inkl. der Borsten abbrechen und separat entsorgen.“.   

Und damit ich nicht alleine bin mit meinem Glück, habe ich die Zahnbürste schon einer lieben Freundin, meinem Schwesterherz und meinem Schatz verschenkt. 🙂 Das Feedback ist bis jetzt von allen Seiten positiv. Eine Zahnbürste kostest 3,90 €.

Alternativen zu Alu-Verpackungen

Da die Gewinnung von Aluminium für die Umwelt höchst problematisch ist (siehe mein Blog-Beitrag „Dirty Little Secrets„), möchte ich so gut wie möglich auf Alu-Verpackungen verzichten.

Die Schweiz als Alu-Tuben-Land

Die NZZ berichtete im Jahr 2013: „Während 90% der Alu-Dosen rezykliert werden, sind es bei den Alu-Tuben lediglich 60%. … 210 Millionen Alu-Tuben werden hierzulande jährlich abgesetzt. Anders als in anderen Ländern wird ein grosser Teil davon mit Lebensmitteln wie Mayonnaise und Senf gefüllt. 37% aller Tuben (75 Millionen Stück, ein Teil davon geht ins Ausland) finden in der Lebensmittelbranche Verwendung, in Europa sind es lediglich 16% (europaweit beträgt der Alu-Tuben-Absatz 4,3 Milliarden Stück). Weiter kommen die Tuben in der Schweiz für Pharma- (45%), Kosmetik- (20%) und Haushaltprodukte (2%) zum Einsatz“.

56 Millionen Senf-, Mayo und Saucen-Tuben werden in der Schweiz jährlich verkauft. Bei einer Recycling-Quote von 60% und einem Durchschnittsgewicht von 15 bis 20 Gramm verschwinden jedes Jahr 336 bis 448 Tonnen des Leichtmetalls im Müll (Quelle).

Recycling von Alu-Getränkedosen

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt zum Thema Aluminium-Verpackungen: „Alu sammeln spart Energie: Wenn eine Verpackung aus Recycling-Alu hergestellt wird, braucht es 95% weniger Energie als bei der Produktion aus Neumaterial. Seit vielen Jahren sammeln die Schweizer jeweils über 90% der in Umlauf gebrachten Alu-Getränkedosen ein und übergeben sie damit der stofflichen Verwertung. Das gesammelte Aluminium wird sortiert, gereinigt und dann umgeschmolzen. Dabei gibt es keinen Qualitätsverlust: Aus Dosen lassen sich neue Dosen oder andere Produkte herstellen, aus Alufolie und -blech neue gewalzte Produkte“.

dosenberg300 „Alternativen zu Alu-Verpackungen“ weiterlesen