Alternativen zu Alu-Verpackungen

Da die Gewinnung von Aluminium für die Umwelt höchst problematisch ist (siehe mein Blog-Beitrag „Dirty Little Secrets„), möchte ich so gut wie möglich auf Alu-Verpackungen verzichten.

Die Schweiz als Alu-Tuben-Land

Die NZZ berichtete im Jahr 2013: „Während 90% der Alu-Dosen rezykliert werden, sind es bei den Alu-Tuben lediglich 60%. … 210 Millionen Alu-Tuben werden hierzulande jährlich abgesetzt. Anders als in anderen Ländern wird ein grosser Teil davon mit Lebensmitteln wie Mayonnaise und Senf gefüllt. 37% aller Tuben (75 Millionen Stück, ein Teil davon geht ins Ausland) finden in der Lebensmittelbranche Verwendung, in Europa sind es lediglich 16% (europaweit beträgt der Alu-Tuben-Absatz 4,3 Milliarden Stück). Weiter kommen die Tuben in der Schweiz für Pharma- (45%), Kosmetik- (20%) und Haushaltprodukte (2%) zum Einsatz“.

56 Millionen Senf-, Mayo und Saucen-Tuben werden in der Schweiz jährlich verkauft. Bei einer Recycling-Quote von 60% und einem Durchschnittsgewicht von 15 bis 20 Gramm verschwinden jedes Jahr 336 bis 448 Tonnen des Leichtmetalls im Müll (Quelle).

Recycling von Alu-Getränkedosen

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt zum Thema Aluminium-Verpackungen: „Alu sammeln spart Energie: Wenn eine Verpackung aus Recycling-Alu hergestellt wird, braucht es 95% weniger Energie als bei der Produktion aus Neumaterial. Seit vielen Jahren sammeln die Schweizer jeweils über 90% der in Umlauf gebrachten Alu-Getränkedosen ein und übergeben sie damit der stofflichen Verwertung. Das gesammelte Aluminium wird sortiert, gereinigt und dann umgeschmolzen. Dabei gibt es keinen Qualitätsverlust: Aus Dosen lassen sich neue Dosen oder andere Produkte herstellen, aus Alufolie und -blech neue gewalzte Produkte“.

dosenberg300

Alu-Getränkedosen dem Recycling zuzuführen, ist in der Schweiz wirklich einfach. Ich bin dennoch kritisch. Was passiert mit den restlichen Verpackungen aus Alu? Ich kenne niemanden (mich selbst eingeschlossen), der die Behälter von Rechaud-Kerzen (Teelichtern), Schokoladen-Verpackungen, gebrauchte Alu-Folie oder Deckel von Joghurt dem Recycling zuführt. Dazu kommen noch Lebensmittel-Tuben wie für Senf und Mayo, von denen wir Schweizer (nur) 60% recyclen. Gemäss Nestlé werden jedoch Lebensmittel-Tuben aus neuem Aluminium hergestellt werden, nicht aus wiederverwertetem (Quelle). Das heisst, die Regenwald-Rodung geht weiter…

Dazu kommen noch Zahnpasta-Tuben, Haarspraydosen, Tierfutterschalen aus Alu und die beliebten Kaffeekapseln (für mich als Fast-Nicht-Kaffee-Trinkerin nicht so relevant). Zu den Kaffeekapseln berichtete die Welt.de 2014: „Es ist ein gigantisches Müllproblem: Die Deutschen leeren jedes Jahr rund zwei Milliarden Kaffeekapseln, was 4’000 Tonnen Abfall entspricht“.

Was kann ich tun?

Es gibt zwei Dinge, die ich direkt tun kann:

  1. Aluminium konsequent dem Recycling zuführen und (wie ich finde noch besser):
  2. Weniger Produkte in Alu-Verpackungen kaufen

Wie Alu-Müll bereits beim Einkauf reduziert werden kann, berichtet Maria auf Ihrem Blog. Alternativen zu Alu sind z.B.

  • Senf, Mayo, Joghurt und Tomatenmark im Glas.
  • Pausenbrote bzw. das Znüni kann in Brotdosen aus Edelstahl verpackt werden, anstatt in Alu-Folie.
  • Als Alternative zu konventionellen Teelichtern in Alu-Schale gibt es z.B. von BioCandela die „Biotral Teelichter, welche aus 100% heimischer und nachwachsender Biomasse bestehen. Sie sind frei von Paraffin oder Palmöl. Da die Teelichte aus reiner Biomasse bestehen sind sie klimaneutral und biologisch abbaubar“. (Habe ich selber aber noch nicht getestet, vielleicht hat jemand von Euch Erfahrung damit?)
  • Kaffeekapseln bitte konsequent dem Hersteller zurückzubringen. Oder – noch besser – Alternativen verwenden, wie sie auf Green Wiwo vorgestellt werden.

 

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3 Gedanken zu „Alternativen zu Alu-Verpackungen

  1. Hallo!

    Vermeiden ist immer besser als Recyceln, welches natürlich trotzdem wichtig ist, wenn es doch anfällt.

    Es stimmt schon, Alu kann wirklich gut und mehrfach recycelt werden, aber das, was beim Abbau geschieht, ist einfach wirklich furchtbar.

    Vielen Dank fürs Verlinken zu meinem Beitrag!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

  2. Bei Kaffee kann man auch einfach zu Kaffeekanne mit Porzellanfilter und Wasser aus dem Wasserkocher zurückkehren. Und da paßt – oh Wunder! – auch jeder beliebige Kaffee rein. Meiner Erfahrung nach ist der Zeitaufwand für’s Selbstbrühen nicht meßbar. Da ich eh grad Frühstück mache, ist das Aufgießen nebenbei so unaufwendig, daß ich es nicht mal merke.

    Wo ich aber Probleme habe, ist bei Tuben für Cremes bzw. Zahnpasta. Die Alternative zu Alu ist da in der Regel Plastik, was ich eigentlich noch mehr meiden möchte. Cremes gibt es zwar auch teilweise in Glastiegeln, die haben aber Plastikdeckel, die dann genausoviel wiegen wie die entsprechende Plastiktube. Also bleib ich dann in diesen Fällen doch lieber bei der Alutube.

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