Kartoffeln aus dem Garten

Im Generationengarten hat eine grosse Kartoffelernte stattgefunden – stolze 23kg durften wir ernten! Weltweit existieren etwa 5’000 Kartoffelsorten – nicht schlecht, oder?!

Zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule werden jedoch im konventionellen Anbau viele verschiedene Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Deshalb besser Bio kaufen – oder aus dem eigenen Garten ernten! 🙂

Am Sonntag habe ich Zeit gefunden, aus den Kartoffeln und den Tomaten aus dem Garten einen leckeren Auflauf zu zaubern.

Kartoffeln, Tomaten
Zutaten für den Auflauf

Kartoffel-Tomaten-Gratin

Du brauchst:

  • mind. 800g Kartoffeln
  • 3 Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Bio-Eier
  • 3dl Milch oder Rahm
  • Frische Kräuter (Schnittlauch, Majoran, Thymian, …)
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Greyerzer (geriebener Käse)

Neben den Zutaten brauchst Du Zeit! Ich habe für die Vorbereitung mind. 50 Minuten gebraucht. Denn die Kartoffeln müssen gewaschen, geschält und in Scheiben geschnitten werden. Dann kommen sie für ca. 5 Minuten in kochendes Salzwasser. Die Tomaten schneidest Du ebenfalls in Scheiben. Dann stapelst Du diese schön in einer Form (vorher einfetten) an.

Kartoffel
In the making: Kartoffelgratin

Die Eier mit Milch (oder Rahm) verquirlen, die fein geschnittene Zwiebel & die Knoblauchzehen sowie frische Kräuter dazu. Sehr gut würzen! Die Mischung über die Kartoffel-Tomaten giessen und dann mit Käse überstreuen.

Ab in den Ofen: Ofen auf 200°C vorheizen, den Gratin auf die untere Rille schieben und ca. 35 Minuten backen.

Kartoffel
Mhh… Gratin!

Und was für tolle Rezepte kennt ihr mit Kartoffeln?

Mehr über die tolle Knolle hier.

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Sustainable Bristol

Bristol ist die sechstgrösste Stadt in England und hat circa 450’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Über die Stadt verstreut finden sich einige Werke des Graffiti-Künstlers Banksy, der in Bristol geboren wurde.

6 gute Gründe für einen Besuch in Bristol

  1. Bristol hat seit über 3 Jahren eine lokale Währung, was ich super finde! Diese kann in über 800 Geschäften eingesetzt werden. Über lokale Währungen und die Vorteile davon – auch in Basel – habe ich bereits geschrieben.

    2. Refill Bristol – ein super Projekt, um Plastikflaschen zu reduzieren. In der ganzen Stadt gibt es ca. 200 Auffüll-Stationen (Cafés, Bars, Restaurants, aber auch Banken, Gallerien und Museen). Diese haben einen runden, blauen Kleber auf ihrem Fenster, so dass durstige Passanten wissen: Hier kann ich meine Trinkflasche kostenlos auffüllen!

    3. Tolle Bio-Cafés! Im Folk House Café werden nur biologische und nachhaltige Zutaten verwendet, oft von lokalen Produzenten. Empfehle ich gerne für ein leckeres Frühstück, welches mit Bristol Pounds bezahlt werden kann.

    Im Organic Café von Better Food (u.a. beim Wapping Wharf) bekommt man das leckere und typisch Englische „Millionaire’s Shortbread“. Es gibt auch einen biologischen Brunch, frische Säfte, Sandwiches und Salate. Auch die Better Food Company nimmt gerne Bristol Pounds.

    Organic Café
    Organic Café

    4. Plant lovers‘ paradise bei der Clifton Suspension Bridge: Der St. Vincent’s Rock ist die Heimat von über 100 verschiedenen Pflanzen.

    Bristol
    St. Vincent’s Rock

    5. Mabboo: Ein unabhängiges Team mit Sitz in Bristol, welches fair produzierte, biologische Kleidung und Accessoires aus Bambus verkauft – inkl. Bambuszahnbürsten! Diese sind 100% biologisch abbaubar – die Borsten jedoch nicht, diese sind aus Bambus und Nylon, aber frei von Phthalat, PVC & BPA. Und auch hier werden Bristol Pounds gerne genommen.

    Mabboo
    Bambuszahnbürsten von Mabboo

    6. Bristol ist eine „essbare Stadt“: Edible Bristol mit dem Motto „If you eat, you’re in“ ist ein inspirierendes Projekt, welches die Leute motiviert, die Lebensmittelproduktion wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Über Bristol verstreut liegen über 30 „essbare Gärten“ in Parks, Strassenecken und Zugstationen.

    Viel Spass beim Entdecken von Bristol!

Wunderschöne 2nd Hand Boutique in Basel

Was für ein hübscher Laden! Ich trete in die „Chemiserie Plus“ ein und treffe Kim, die Inhaberin. Sie erzählt mir von ihrer langen Reise, 20 Monate durch Süd- und Nordamerika, gemeinsam mit Ihrem Mann. Dort ist sie auf die „Ropa Americana“ – gut ausgestattete 2nd Hand Geschäfte – aufmerksam geworden. „Aus der Schweiz kannte ich nur die Brockis, in denen ich leider selten fündig geworden bin. Aber in den Ropas Americanas hatte es sehr viele schöne Kleidung, sogar Bettwäsche haben wir dort gekauft!“.

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Kim in ihrem Second Hand-Laden „Chemiserie Plus“

Heute arbeitet die 36-jährige Kim 60% in einem Architekturbüro. Die restliche Zeit verbringt sie in der Chemiserie Plus. „Mode aus zweiter Hand trägt zu einem nachhaltigen Lebensstil bei“, erklärt Kim, „und ich hoffe, dass das Konzept gut ankommt“. Das Konzept der Chemiserie ist nämlich in Basel einzigartig: Gut erhaltene Damen- und Herrenkleider, sowie Schuhe und Schmuck, können bei Kim vorbeigebracht werden. Wenn diese in den Laden passen, werden sie von Kim direkt abgekauft, entweder in Bar oder gegen einen Einkaufsgutschein. „Die Qualität der Stücke ist mir sehr wichtig, Teile von günstigen Kleiderketten nehme ich im Normalfall nicht entgegen“. Und tatsächlich finden sich bei meinem Besuch gerade mehrere Kleiderstücke von Joop in den Regalen. Das Preisniveau ist tief, und das Sortiment ändert schnell.

Ich selber habe Kim auch schon Kleidung vorbeigebracht, und gleich gegen ein neues, schönes Oberteil für ins Büro getauscht!

Vom 10. bis 12. August wird Kim einen Stand am Musikfestival „Open Air Basel“ haben – parallel dazu ist auch der Laden offen. Vorbeigehen lohnt sich!

Chemiserie Plus, Klybeckstrasse 50 (in der Nähe vom Café Bistrot Flore), 4057 Basel Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 14.00 – 19.00 Uhr; Samstag 11.00 – 18.00 Uhr.

Was tun mit Kraut am Stiel?

Als Mitglied des Generationengarten – einem gemeinnützigen Projekt auf dem Hafenareal in Basel – entdecke ich immer wieder Gemüsesorten, die mich kreativ werden lassen. So diesen Juli: Mangold oder Krautstiel – auch Stielmangold gennant.

Krautstiel
Krautstiel im Generationengarten

Vom Krautstiel kann man sowohl den Stiel (Stengel, weiss, gelb oder rot) wie auch die Blätter essen. Ein absolutes Zero Waste-Gemüse! Mangold enthält Karotin, Vitamin C und Ballaststoffe. Der Geschmack ist leicht erdig und erinnert an den verwandten Spinat.

Aber: „Krautstiele haben einen hohem Gehalt an Nitrat und Oxalsäure. Deshalb sollten sie nicht warmgehalten oder aufgewärmt werden“ (Gemuese.ch).

Kochen mit Krautstiel

Super einfach: Den Stiel und das Blatt kleinschneiden und in einem Topf mit kochendem, wenig gesalzenem Wasser blanchieren. Dann den Mangold abkühlen lassen und als Zutat unter den Sommersalat mischen.

Etwas aufwändiger: Eine Mangold-Quiche. Ich habe noch eine kleine Peperoni vom Garten reingetan und mit gelben Cherry-Tomaten „garniert“. Die Quiche habe ich für die 1. August-Feier zubereitet und sie kam bei den Gästen sehr gut an!

Mandold
Leckere Mangold-Quiche

Ein weiteres tolles vegetarisches Rezept habe ich bei Ilona und Michèle auf Ihrem Blog gefunden: Pizzoccheri della Valtellina.

Mangold richtig aufbewahren

Mangold macht sehr schnell schlapp – deshalb Stiel vom Blatt trennen, ein Küchentuch befeuchten, beides einwickeln und ab ins Gemüsefach des Kühlschrankes. So lässt er sich einige Tage aufbewahren.

Oder: Mangold blanchieren, trocknen lassen und im Tiefkühler aufbewahren.

Everyday Rebellion – The Art of Change

Ein Doku-Film, der unter die Haut geht, ist „Everyday Rebellion“ von den Riahi-Brüdern aus Wien (2013). Der Film zeigt weltweit Beispiele von gewaltlosen Strategien des politischen Widerstands. Ungerechtigkeiten sollen nicht akzeptiert werden. Der Film macht Mut zu zivilem Ungehorsam.

The art of change
Everyday Rebellion Filmplakat

Es werden verschiedene Aktivisten porträtiert; FEMEN in Kiew und Paris, Occupy in New York, Indignados in Madrid, der Arabische Frühling in Ägypten und der Widerstand aus dem Untergrund in Teheran und Damaskus.

Everyday Rebellion
Occupy-Bewegung
 Kennst Du den Film schon? Wie hat er Dir gefallen?

Make-Up-Pads: Selber machen!

Letztes Jahr habe ich Euch von den wiederverwendbaren Make-Up-Pads erzählt, die ich mir übers Internet bestellt hatte. Diese sind immer noch im Einsatz. Jedoch war die Anzahl nicht ausreichend.

Selbermachen statt kaufen
DIY: Make-Up Pads

Meine Mutter hat mir deshalb geholfen und mir weitere Make-Up-Pads genäht.

Was brauchst Du?

  • alte Baumwoll-Handtücher oder weichen Stoff  (sollte bei 60° waschbar sein)
  • Schere, Nähmaschine, Faden, Stecknadeln

Wie gehst Du vor?

Zuerst definierst Du die Grösse der Pads. Für mich ideal ist ein Grösse von ca. 6cm Durchmesser. Du schneidest eine Vorlage aus Papier aus, die Du auf den Stoff legen kannst. So kannst Du sicherstellen, dass alle Stücke die gleiche Grösse haben. Du schneidest Dir eine gerade Anzahl Stücke heraus. Lege jeweils 2 Stücke aufeinander und pinne sie mit Stecknadeln aneinander fest. Nun hast Du zwei Möglichkeiten:

a) Du nähst mit einem Abstand von ca. 1/2 cm die beiden Stücke mit der Nähmaschine zusammen und lässt ein Stück frei. In dieses greifst Du hinein und drehst den Pad um. Danach nähst Du das noch offene Teil von Hand zu.

b) Du nähst die beiden Stücke mit einem Zickzack-Stich zusammen.

Plastikfreies Badezimmer
Hübsche Glasdose für die Aufbewahrung der Make-Up Pads

Die hübsche Glasdose hat meine Mutter mit Serviettentechnik verziert. So können die Make-Up Pads wunderbar versorgt werden und die Dose bietet einen besonderen Hingucker im Badezimmer.

Mein Tipp: Die Pads zum Waschen in ein Wäschesäcklein tun.

Weitere Inspirationen für dieses DIY-Projekt: http://schwatzkatz.com/diy-de-make-up-pads-waschlappen/ und https://einbisschengruener.com/2015/10/11/diy-abschminkpads-wiederverwendbar-umweltfreundlich/

Die schönsten Bio-Cafés in Ubud

Eine Reise auf Bali ist nicht komplett ohne wenigsten ein paar Tage in Ubud zu verbringen. Ubud ist das kulturelle Zentrum von Bali, ein Ort für Yoginis & Gurus, mitten in Reisfeldern gelegen. In Ubud ist es besonders leicht, sich vegan, vegetarisch oder mit Rohkost zu ernähren – und dies häufig in Bio-Qualität!

Bali, Ubud
Reisfelder um Ubud

Warum Bio?

Die Vorteile von biologischer Ernährung sind klar: Keine Pestizide (d.h. es werden keine chemisch-synthetische Mittel eingesetzt), Förderung der Biodiversität, die Produkte sind nicht gentechnisch verändert und das Tierwohl steht im Zentrum.

Bio-Cafés in Ubud

Hier meine Top-Tipps für die schönsten Bio-Cafés in und um Ubud:

Juice Ja Cafe, Jl. Dewi Sita: Dieses nette Café würde ich für ein Mittagessen oder eine Pause am Nachmittag auf jeden Fall empfehlen. Die Produkte, welche verwendet werden, sind so lokal und biologisch wie möglich. Die meisten Zutaten stammen vom eigenen Gemüse- & Fruchtbauernhof ausserhalb von Ubud. Neben gutem Essen und feinen Säften kann man auch Produkte wie Bio-Brot von „Brotzeit“ (der German Organic Bakery) oder Strohhalme aus Bambus, Glas (von Be Organic) oder Edelstahl kaufen (da habe ich gleich zugeschlagen!). Juice Ja Cafe entspricht den Richtlinien von Slow Food Bali, d.h. die Produkte sind „good, clean & fair“.

Café Warung Bodag Maliah (besser bekannt als „Sari Organik„): Wunderschön mitten in den Reisfeldern gelegen bekommt man Bio-Kost (Gemüse und Reis ohne Chemie)! Das Café liegt etwas ausserhalb von Ubud – man kann mit dem Roller hin, viel schöner ist es jedoch, dies mit einem ca. 1-stündigen Spaziergang zu verknüpfen. Wir haben dies am späten Nachmittag gemacht und die Stimmung war einfach wunderschön.

Atman Nourish Cafe: Dies ist mein absolutes Lieblingscafé in Ubud! Nach hinten ist man weg von der lärmigen Strasse und kann den Blick auf Reisfelder geniessen. Das Essen ist biologisch, sehr lecker und die Bedienung super freundlich.

Bali, Ubud
Atman Nourish Café

KAFE, Jln. Hanoman 44b: Das KAFE hat eine tolle Karte und man kann auch im ersten Stock auf der Terrasse sitzen. Es ist jeden Tag von 7.00 bis 23 geöffnet. Das KAFE, welches 2005 eröffnet wurde, verwendet lokale Produkte, die biologisch und frei von Chemiekalien sind. Zudem war es das erste Restaurant in Ubud, welches ganz klar Nein zu Plastikstrohhalmen sagte – so können 2’000 Strohhalme pro Monat (!) vermieden werden. Zudem kann man im KAFE „Alkaline Water“ beziehen und sich seine Wasserflasche gegen Gebühr auffüllen lassen. Ein weiteres Plus im Kampf gegen Plastik! Auch Recycling ist für das KAFE wichtig.

Soma Cafe Ubud: Das Soma hat einen schönen, ruhigen Aussensitzplatz und bietet frisches, lokales und biologisches Essen an. Das Café ist Teil von Slow Food.

Soma, Organic Ubud
Aussenbereich des Soma, Ubud ©Soma Café

Earth Café: Hier haben wir Rohkost-Süssigkeiten genossen. Das Earth Café ist etwas teurer. Dafür bekommt der Gast veganes Essen, welches auf macrobiotischen Prinzipien beruht. Es ist (wenn immer möglich) biologisch, und das Gemüse ist von zertifizierten biologischen Bauern. Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden nicht verwendet („say NO to GMO!“). Es hat eine kleine Café-Bar im Erdgeschoss, gleich daneben befindet sich der Bio-Laden Earth Market. Im ersten Stock ist das Restaurant.

Bio-Markt in Ubud

Zweimal in der Woche gibt es einen Bio-Markt. Ich war am Samstag beim Pizza Bagus. Der Markt dauert von 9-14 Uhr. Juice Ja Café ist auch da, dort könnte ich mir die letzten Bio-Mangas der Saison kaufen! Es gibt auch hausgemachte Konfitüren und Chutneys, Gemüse, Säfte und Tees. Ein sehr sympathischer kleiner Markt, der auf jeden Fall einen Besuch wert ist.

Plastik auf Bali – ein Paradies in Gefahr

Sehnsuchtort Bali! Die tropische Insel gehört zu Indonesien und hat über 4.2 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner.

Bali
Die berühmten Reisterrassen von Bali

Leider hat Bali (und viele weitere Inseln/Ländern) ein grosses Plastikproblem. Es ist im Meer, am Strand, auf den Strassen, hinter den Häusern. Ab und zu wird es von den Einheimischen verbrannt. Eine organisierte Müllabfuhr existiert nicht. Die Hotels lassen ihre Strandabschnitte täglich putzen – danach wissen sie aber nicht recht weiter, wohin mit dem gesammelten Abfall…

Früher war es das Bananenblatt, in dem Nahrung eingewickelt wurde, heute die Plastikfolie. Weggeschmissen wird oft beides direkt in die Natur, nur mit dem Unterschied, dass das Bananenblatt verrottet (Quelle: Umweltgedanken).

Aber auch wenn das Essen zuerst in Bananenblätter einwickelt wird, folgt meist danach noch ein Plastiksäcklein – wir konnten die Verkäuferin zum Glück davon abhalten! Danach kann man Lupis (sehr leckere, süsse Reisdumplings mit frisch gerapseltem Kokos) direkt aus dem Bananenblatt geniessen.

Erste Schritte in Richtung Nachhaltigkeit

Das Bewusstsein für Plastik ist sehr gering. Ich habe jedoch von einer Organisation gelesen, die 2013 von 2 jungen Frauen – Melati und Isabel Wijsen – gegründet wurde: „Bye Bye Plastic Bags„. Die Botschaft ist klar: Sag nein zu Plastik(säcken). Dabei setzt das junge Team auch auf Bildung und führt „Ocean Clean Ups“ durch.

A social initiative to make bali say no to plastic bags
Bye Bye Plastic Bags ©www.byebyeplasticbags.org

Die Bewohner des Dorfes Temesi haben eine Recyclinganlage errichtet. 100 Menschen verarbeiten dort täglich 60  Tonnen Müll zu Pflanzenerde. Über den Verkauf des Kompostes finanziert sich die Arbeit (Quelle: bz-berlin).

Vom Schweizer Roman Peter wurde die Organisation Trash Hero gegründet. So gibt es u.a. in Amed, Candidasa, Canggu, Sanur und Ubud auf Bali Aufräumaktionen, an welcher auch Touristen mitmachen können – und Bildungsmassnahmen. Zwei bis drei Stunden räumen die Helfer jeweils auf und sammeln säckeweise Abfall ein.

Amed Beach Clean Up
Trash Hero Amed

Weitere Beach Clean Ups im Süden von Bali werden organisiert von Project Clean Uluwatu.

Das Problem ist mit den Aufräumaktionen nicht gelöst. Neuer Müll wird kommen. Eigentlich ist es eine Sysiphus-Arbeit. Aber wer dabei war, kommt ins Grübeln: Brauche ich wirklich jedes Mal, wenn ich einkaufe, einen Plastiksack, den ich gleich wieder wegwerfe? Muss ich meine fünf Kaffees pro Tag wirklich aus Einwegbechern trinken? Wie viele unnötige Plastikverpackungen von Lebensmitteln schmeisse ich täglich fort? (Quelle: SRF).

Die Organisation Keep Bali Clean versucht mit einer Anti-Müll-Kampage im lokalen Fernsehen die Menschen auf die Abfall-Thematik zu sensibillisieren. Diese Kampagne wird durch den Verkauf von T-Shirts und Spenden finanziert.

Und eine weitere sehr gute Aktion ist Refill Bali: Die Initiative möchte die Anzahl Plastikflaschen auf Bali reduzieren. Dazu haben sie eine interaktive Karte von Bali und umliegenden Inseln entwickelt, die aufzeigt, an welchen Orten man sich seine Flasche wieder auffüllen kann.

Der Tourist auf Bali

Es geht also etwas auf Bali. Die Touristen müssen aber auch Ihren Beitrag leisten. Wie das?

  • Immer eine eigene Stofftasche dabei haben und konsequent alle Plastiktüten (ob gross oder klein) ablehnen.
  • Bei Getränken immer gleich beim Bestellen darauf bestehen „No straw, please“ – dafür seinen eigenen Trinkhalm aus Bambus, Glas oder Edelstahl mit dabei haben.
  • Trinkwasser kann auf u.a. in Ubud in diversen Cafés aufgefüllt werden (trotzdem ist es schwierig, auf Trinkflaschen in PET zu verzichten). Siehe dazu Refill Bali.
  • Allfälligen Plastikmüll (wie leere Sonnencremetube, leere Shampooflasche, etc.) wieder mit nach Hause nehmen und dort sachgerecht entsorgen.
  • An einer Ocean Clean Up Aktivität teilnehmen!

Korallen unter Strom (Gastbeitrag)

Dies ist der erste Gastbeitrag auf dieser Seite! Herzlichen Dank an Daniel Seelhofer für diesen interessanten Beitrag. Ich hoffe, er gefällt Euch genau so gut wie mir.

Mordor unter Wasser

Schnorcheln unter Wasser vor der Nordküste Balis. Die Erwartungen sind hoch – die indonesischen Korallenriffe sind für ihre Dichte an Leben berühmt. Doch bald macht sich Ernüchterung breit: wir blicken auf riesige Felder toter und ausgebleichter Korallen. Eine tiefe Traurigkeit erfasst uns. Jetzt bloss nicht in der Tauchermaske weinen!

Biorock Project Pemuteran
Tote Korallen

Rund 80 Prozent der Korallen sind tot. Die übriggebliebenen Korallenriffe können gerade noch einen Eindruck der vergangenen Pracht vermitteln.

Unterwasserwelt
Koralle mit bunten Fischen

Die Ursachen

Der überall vorhandene Plastikmüll und die Übersäuerung des Meeres hat den Korallen zugesetzt. Es schwimmen mittlerweile mehr Plastikteile in den Ozeanen als Plankton! Die Hauptursache für den Korallentod ist jedoch die Erwärmung des Wassers. 2012/2013 hat eine noch nie dagewesene Warmströmung einen Grossteil der Korallentiere das Leben gekostet. Davon haben sich die Riffe nicht mehr erholen können. Die nächste solche Warmströmung ist nur eine Frage der Zeit.

Die elektrische Arche Noah

Gleich vor unserem Hotelstrand beginnt das Staunen: Intakte Koralleninseln überall! Doch die hängen allesamt auf Metallkonstruktionen. Was geht hier vor? Des Rätsels Lösung heisst Biorock Project Pemuteran. Stahlkonstruktionen werden leicht unter Strom gesetzt; kleine Korallensetzlinge mit Kabelbindern darauf angebracht. Die elektrische Ladung bewirkt, dass die Korallen besser Calcium aus dem Wasser ziehen und daraus ihr Kalkskelett bilden können. Das Wachstum der Nesseltiere (zu auch die Quallen gehören) erhöht sich so um den Faktor zwei bis drei. Da ihnen das Wachsen jetzt so leicht fällt, ist auch ihr Immunsystem gestärkt und ihre Resilienz gegen widrige Umwelteinflüsse ist deutlich grösser. So können die Korallen hier nicht nur überleben, sondern auch gedeihen. Doch ist das eine Lösung? Wir können ja nicht sämtliche Weltmeere unter Strom setzen.

Bali Korallen
Biorock Project Pemuteran

Solche Projekte (es gibt einige davon) werden die riesigen Probleme nicht lösen, doch die Korallen haben so einzelne Refugien, in denen sie überleben können. In ferner Zukunft – wenn sich der Temperaturanstieg abgeschwächt hat – können die Korallen wieder in passenden Gebieten ausgesiedelt werden. Es handelt sich um eine elektrische Ache Noah unter Wasser – nicht mehr und nicht weniger. Solche Projekt zu unterstützen ist darum sehr sinnvoll.

Und was können wir tun, um die Probleme wirklich zu lösen?

  • Möglichst wenig Plastik verwenden (z.B. indem Plastiksäcke & Plastikstrohhalme abgelehnt werden, etc.)
  • Unseren CO2-Austoss verringern, um der globalen Erwärmung und der Übersäuerung der Meere entgegen zu wirken – und Klimakompensation leisten
  • Lokal und biologisch angebaute Lebensmittel konsumieren

Obst- und Gemüsesäcklein selber machen

Ich habe ein Säcklein von Again and A-gain, das sind wiederverwenbare Taschen anstelle der dünnen Platiksäcklein. Da ich immer mehr unverpackt einkaufen gehe (und auch einkaufen kann, dank den zwei neuen Unverpackt Läden hier in Basel!) brauche ich jedoch mehr von diesen Säcklein. Und da ich weder eine Nähmaschine habe noch besonders handwerklich geschickt bin, hat mir meine Mutter dabei geholfen, neue Obst- und Gemüsebeutel zu produzieren.

Was brauchst Du?

  • Nähmaschine, Schere, Faden
  • Stoff: Am besten alten Stoff verwenden, wie z.B. alte Vorhänge oder ein Netzhemd. Du brauchst mind. 40x30cm Stoff für ein Säcklein. Kommt immer darauf an, wie gross der Sack werden soll.
  • Als Kordel lassen sich z.B. Schnursenkel sehr gut verwenden.
Den Stoff würde ich zweilagig zurechtschneiden und circa 1 cm Nahtzugabe einrechnen. Am Bund brauchst Du nochmals eine Zugabe von 1-2 cm für die Kordel.

Ein fertiger Sack mit Kordel wiegt ca. 13g.

Und das Schöne daran

Kürzlich war ich im Supermarkt einkaufen, natürlich mit meinen Säcklein. Da werde ich von der Frau hinter mir an der Schlange angesprochen: Das sei ja ganz toll, sie habe solche Säcklein geschenkt bekommen aber gar nicht gewusst, für was sie die brauchen soll. Aber jetzt, ja klar, für Früchte und Gemüse! Und dann noch die Verkäuferin: Ja, da sei eine super Sache, die dünnen Plastiksäcklein seien ihr auch ein Dorn im Auge.

Da ging ich sehr zufrieden nach Hause! 🙂

Euch viel Spass beim Herstellen der Säcklein.