Good Food Bad Food

Ich schaue mir sehr gerne Dokumentationen zu nachhaltigen Themen an. In der Bibliothek bin ich über die Doku „Good Food Bad Food – Anleitung für eine bessere Landwirtschaft“ von der französischen Regisseurin Coline Serreau aus dem Jahr 2010 gestolpert. Den Sonntagabend verbrachten mein Mitbewohner und ich somit vor dem Fernseher.

Solutions locales pour un désordre global
Filmabend mit Good Food Bad Food

Der Film hat einige Schwächen, aber auch viele Stärken. So enthält die Doku spannende Informationen und lässt Experten zu Wort kommen, wie beispielsweise: Vandana Shiva, Wissenschaftlerin, Umweltaktivistin und Trägerin des Right Livelihood Award und Philippe Desbrosses, Agronom und promovierter Umweltwissenschaftler, Verein Kokopelli.

„Saatgut ist das Gedächtnis der Natur, es enthält das Erbe der Menschheit und ist eines unserer kostbarsten Güter, unverzichtbar für das Überleben der Arten“, schreibt Philippe Desbrosses (Quelle). Vandana Shiva ist Gründerin des Vereins „Navdanya“, der sich für die Bewahrung der Artenvielfalt und den Schutz der Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen stark macht. Die Farm von Navdanya ist eine beispielhafte Saatgutbank, die es über 10’000 Bauern und Bäuerinnen in Indien, Pakistan, Tibet, Nepal und Bangladesch ermöglicht, die biologische Landwirtschaft neu zu entdecken.

Good Food Bad Food
Biologische versus konventionelle Bearbeitung des Bodens

Claude und Lydia Bourguignon,  Mikrobiologen und Agrarökologen, führen mikrobiologische Bodenanalysen durch und berichten ausführlich über die Verdichtung von Böden. Dazu trägt auch das Pflügen bei, denn der Boden wird bis in eine Tiefe von ungefähr 30 cm gelockert. Unter dieser gelockerten Schicht entsteht im Laufe der Jahre jedoch ein stark verdichteter Horizont, die sogenannte Pflugsohle. Auf dieser kann sich Niederschlagswasser stauen. Ein lebendiger Boden mit natürlicher Düngung enthält eine Vielzahl von biologisch aktiven Lebewesen wie z.B. Regenwürmer. Pflugloser Bioanbau fördert den Boden und schont das Klima. Der Boden sieht zudem anders aus.

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Rechteckige Wassermelonen?!

Die Reise führt Coline Serreau nicht nur durch ihr Heimatland Frankreich, sondern auch nach Indien, Brasilien und in die Ukraine. Serreau interviewt Menschen, die nicht länger ein Teil im Getriebe des Räderwerks der industrialisierten Landwirtschaft sein wollen, und sich stattdessen für eine ökologische, nachhaltige Landwirtschaft einsetzen. Sie alle verbindet zudem die Frage, wie durch einen sorgsamen, ökologisch verträglichen Anbau sowohl die Bauern und Bäuerinnen als auch die Verbraucher/innen wieder mehr Autonomie darüber erlangen können, wie sie sich ernähren wollen. Die persönliche Herangehensweise wird auch unmissverständlich dadurch deutlich, dass Coline Serreau ihren Film beinahe im Alleingang gedreht hat.

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