Zucker – das moderne Gift

Das Wissensmagazin „Einstein“ und das Wirtschaftsmagazin „Eco“ haben zum Thema Zucker zwei spannende Beiträge gebracht, die ich für Euch gerne kurz zusammenfasse.

Haushaltszucker

Zwei Wochen ohne Zucker

Bei Einstein verzichtet der Moderator zwei Wochen auf Zucker. Dafür muss er zuerst einmal seinen Kühlschrank ausräumen und Salami und Hüttenkäse fallen weg. Die erste Woche fühlt er sich schlapp und gereizt. Das Fazit am Ende ist jedoch, dass er minim abgenommen, deutlich besser geschlafen und im Leistungstest besser abgeschnitten hat.

In meinem Umfeld haben schon einige Personen auf Zucker verzichtet. Eine Freundin von mir erzählt, dass die erste Woche hart war und sich tatsächlich eine Art Entzugserscheinung einstellte. Dies äusserte sich in Gereiztheit. Mit der Zeit verbesserte sich ihr Hautbild.

Warnung vor Zucker und die Zuckerindustrie

Zu Wort kamen auch Dr. Robert H. Lustig, Kinderarzt aus USA. Er stellte bei Kindern Fettlebererkrankungen fest, die für Diabetes und Herzerkrankungen verantwortlich sind und kämpft gegen den übermässigen Zuckerkonsum. Dr. Cristin Kearns von der University of California hat Dokumente gefunden, die belegen, dass die Zuckerindustrie mit Hilfe von (bezahlten) Wissenschaftlern die Gesundheitsrisiken von Zucker verschleierten.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 25g Zucker pro Tag. In den USA werden 126g/Tag pro Person und in der Schweiz 76g/Tag konsumiert. Besonders gefährlich ist der versteckte Zucker.

Subventionen für Zucker

Circa 100 Staaten subventionieren Zucker, so auch die Schweiz mit CHF 100 Mio. pro Jahr. Dies ist erstaunlich, da bekannt ist, dass Zucker hohe Gesundheitskosten (v.a. wegen Übergewicht) verursacht. Argumentiert wird mit der Versorgungssicherheit. Der in der Schweiz produzierte Zucker deckt jedoch den Bedarf gleich 2x ab. Es stellt sich die Frage, ob dies volkswirtschaftlich sinnvoll ist…

Die Zuckerproduktion in der Schweiz unterliegt starken Schwankungen. Noch vor 2 Jahren gab es mit über 300’000 Tonnen ein Rekordjahr, 2015 waren es dann noch gut 230’000 Tonnen. 2016 wurden 1,28 Millionen Tonnen Zuckerrüben geerntet. Daraus wurden in Aarberg und Frauenfeld 200’000 Tonnen Schweizer Zucker hergestellt.

Problematischer Anbau von Zuckerrüben

In den beiden Sendungen wurde der Anbau der Zuckerrüben nicht thematisiert. Mir scheint es dennoch wichtig, darüber ein paar Worte zu verlieren:

Zuckerrüben sind empfindliche Pflanzen: Im konventionellen Anbau werden daher die Rübensamen schon vor der Aussaat in eine mit Pilz- und Insektenschutzmittel ausgerüstete Hülle verpackt. Gegen Unkräuter werden spezielle Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Problematisch ist zudem die Verdichtung der Böden durch die Bearbeitung mit schweren Maschinen. Hinzu kommt der Verlust nährstoffreicher Böden durch Erosion aber auch die Rübenernte selbst: Nach Schätzungen des WWF gehen jedes Jahr 3 Millionen Tonnen Boden dadurch verloren, dass die an den Rüben klebende Erde mit ihnen die Felder verlässt. Im ökologischen Rübenanbau wird auf die chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verzichtet (Quelle: Oeko-Fair). In der Schweiz werden jedoch auf nur rund 10 ha Biozuckerrüben angebaut.

Zuckersteuer

Da in Mexico 3/4 (!) der Erwachsenen übergewichtig ist, hat der Staat eine Zuckersteuer eingeführt. Mexiko ist mit einem pro Kopf Verbrauch von 163 Litern Softdrinks Spitzenverbraucher von Süssgetränken. So kosten diese nun mehr – und es wird tatsächlich weniger davon konsumiert: Nach Einführung der Steuer fiel der Verbrauch der besteuerten Getränke um 6%. Andere Länder wie Portugal, Frankreich und Finnland folgten diesem Beispiel.

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9 Gedanken zu „Zucker – das moderne Gift

  1. Hallo Nicole,

    ja Dein Artikel beweist es mal wieder. Alles was so nebenher geht ist nicht optimal.

    Wie mit den anderen Dingen im Leben kommt auch beim Einkaufen darauf an – es bewusst zu tun.
    Auf den Packungen steht so viel Interessantes und es will gelesen werden! Es ist ja nicht so, dass uns immer alles untergejubelt wird. Manchmal ist es einfach auch nur klein geschrieben 🙂 Oder man findet im Internet Artikel die mehr Erklärung bieten …

    Mit ein wenig Übung macht es sogar Spaß die Inhaltsstoffe zu lesen und zu vergleichen. Es wird nicht alles auf einen Schlag gut aber mit mehr Achtsamkeit einzukaufen ist ein erster Schritt zu einem mündigen Bürger.

    Das ein oder andere Mal vom Mainstream abweichen wirkt schon wunder.

    Danke für Deinen Artikel und viele Grüße,
    Hans

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Hans! Danke für Deine Nachricht. Es stimmt schon, die Inhaltsangaben der Produkte zu studieren, macht Sinn. Leider findet sich in den Produkten viel zu häufig Zucker und was mich persönlich auch sehr stört: Palmöl! Lg Nicole

      Gefällt 1 Person

  2. Danke! Ist eine tolle Sachen sich mal davon für eine Zeit zu entziehen… Ich habe mal ein paar Monate komplett darauf verzichtet, und bin gerade wieder dabei für 1 Monat. Entzugserscheinungen hatte ich auch am Anfang, ist wirklich ganz fies. Aber wenn die erstmal überstanden ist, ist es einfach nur wunderbar und danach schmeckt das alles gar nicht mehr so dolle und fühlt sich einfach nur künstlich an – was eine schöne Umstellung auf Dauer ist 🙂 LG, Feraye

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Feraye! Finde das toll, dass Du auf Zucker verzichtest! Ich selber habe es noch nie probiert, aber ein paar Freundinnen von mir haben damit Erfahrungen gesammelt. Und alle berichteten mir, dass man am Anfang die Entzugserscheinungen spürt. Weiterhin viel Erfolg! Liebe Grüsse, Nicole

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