Nachhaltig reisen – geht das?

Mit 16 Jahren ist es bei mir ausgebrochen: Das Reisefieber. Die Sehnsucht – nach fremden Ländern, anderen Kulturen. So bin ich mit meiner damals besten Freundin los: Mit Interrail quer durch Europa. Danach folgten auch Flug-Reisen. Über Nachhaltigkeit hab ich mir damals keine Gedanken gemacht.

Nun: das Fernweh ist geblieben. Und Nachhaltigkeit ist mir immer wie wichtiger. Diese beiden Themen miteinander zu verbinden, das ist eine grosse Herausforderung für mich.

Klimakompensation als Lösung?!

Die letzte Flugreise von meinem Freund und mir ging nach Costa Rica. Gemäss  der Stiftung MyClimate haben wir je einen CO2-Fussabdruck von 3,699 t hinterlassen. Ein EU-Bürger hat einen CO2-Fussabdruck von durchschnittlich 9,1 t pro Jahr.

Der WWF schreibt dazu: „Und wenn Sie fliegen, tun Sie es CO2-neutral: Gleichen Sie die Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen, die durch Ihren Flug produziert werden, wieder aus“. Klimakompensation könnte also eine Lösung für mich sein.

Costa Rica und das Carbon Offset Program der University of Georgia

In Costa Rica verbrachen wir 3 wunderbare Tage in der Ecolodge San Luis der University of Georgia. Wir lernten das „UGA Costa Rica Carbon Offset Program“ kennen, welches im Januar 2008 startete. Es hat uns sofort überzeugt, da nicht nur Bäume gepflanzt werden, sondern auch die lokalen Landbesitzer durch die Entwicklung von Anreizprogrammen ermutigt werden, Wälder wieder aufzuforsten. So sollen für die Bauern neue Einkommensquellen generiert und die Abwanderung in die Städte vermieden werden.

Wir hätten am liebsten selber die Bäume angepflanzt, dafür war jedoch nicht die richtige Saison. So pflanzen die UGA nun für meinen Freund und mich je 4 tropische Bäume. Ein tropischer Baum behebt im Durchschnitt 2,2 Tonnen CO2 während seiner Wachstumspanne (etwa 25 Jahre) und ein Minimum von 1 Tonne CO2 im gleichen Zeitraum.

CO2-neutral reisen

Auch wenn ich grundsätzlich probiere, weniger zu fliegen und zum Beispiel meine freien Ostertage im Piemont verbracht habe (Anreise mit dem Zug), werde ich immer wieder Flugreisen unternehmen. Die Klimakompensation soll natürlich nicht dazu ermutigen, noch mehr zu fliegen. Meist gibt es die Möglichkeit, direkt bei der Fluggesellschaft einen Beitrag zu leisten (z.B. bei KLM mit „CO2ZERO“: der Beitrag wird direkt in vom Worldwide Fund for Nature genehmigten Projekte zur Reduzierung von CO2 investiert). Falls die Fluggesellschaft eine solche Kompensation nicht anbietet, können die Dienste von MyClimate oder Atmosfair in Anspruch genommen werden.

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4 Gedanken zu „Nachhaltig reisen – geht das?

  1. Hallo Nicole!

    Du sprichst damit ein sehr wichtiges Thema an. Die Kompensation von Flügen ist eine Möglichkeit, jedoch nicht die Lösung. Der nachhaltigste Flug ist der, den man nicht macht.
    Ich kann aber Menschen, die gerne Fernreisen unternehmen, gut verstehen, denn in unserer schnelllebigen Zeit ist es oft nicht drin, mit Schiff, Zug und/Auto zu reisen.

    Wir fahren mit dem Motorrad in den Urlaub und schauen uns die wunderschönen Regionen Europas an. Oder mit dem Zug, aber da muss ich schon etwas Überzeugungsarbeit bei meinem Freund leisten, wenn ich mit dem Nachtzug fahren möchte. Aber meistens setz ich mich durch 😉

    Ich habe mir vorgenommen, einmal in meinem Leben eine Fernreise zu machen. Ich überlege noch, wo hin, aber Costa Rica steht auf der Liste ganz weit oben und hoffe, dass mich danach nicht das Fernreisefieber erwischt.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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