„Wissen weitergeben, Bewusstheit schaffen“

Ich schreibe regelmässig über Filme im Bereich Nachhaltigkeit, die mich berühren, inspirieren oder nachdenklich machen. Ideen für Filme bekomme ich häufig auf der Seite Filme für die Erde. Nun konnte ich mich mit Kai Pulver, dem Gründer und Geschäftsleiter, unterhalten und bekam viele spannende Antworten!

filmefuerdieerde
Filme für die Erde
  1. Kai, warum hast Du den Verein „Filme für die Erde“ gegründet? Was war Deine Motivation?
    Ich sah Al Gores Film „Eine unbequeme Wahrheit“ und mir wurde eindringlich bewusst, dass der Klimawandel und andere ökologische Probleme jedes Lebewesen auf der Erde betreffen, nicht nur einen einzelnen Wald oder ein paar Wale hier und dort. Schon viele Jahre vorher habe ich mich für eine weise Gesellschaft eingesetzt, jedoch mehr in den Bereichen innere Arbeit und Bewusstheit. Mit Al Gore’s Film wurde mir klar, dass die Arbeit im Aussen und im Innen für uns heute zum selben Ergebnis führen muss! Unser fehlender Bezug zu dem, was wir wirklich sind, unserer einen gemeinsamen, verbundenen Natur erzeugt Kompensation durch Konsum, Süchte und Egoismus, welcher – skaliert mit 7 Milliarden Menschen – die Lebensgrundlagen unserer und aller Spezies zerstören wird. Wir brauchen die Wende nach Innen und das neue daraus entstehende Bewusstsein, welches uns ganz neue und eben nachhaltige Möglichkeiten im Aussen bringen wird. Seit da setze ich fast meine ganze Zeit für Filme für die Erde ein, neben Meditation und innerer Arbeit, die für mich immer noch zentral ist im Ganzen.
  2. Was macht das Konzept weltweit einmalig?
    Wir sind einerseits internationales Kompetenzzentrum, andererseits machen wir Umweltbildung. Das Kompetenzzentrum, welches auch stark mit der Website abgebildet wird, meint, dass wir 95% der Kinofilme zu Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt Ökologie kennen – deren Inhalte, für welches Zielpublikum sie sich eignen, deren Stärken und Schwächen und welche Handlungsoptionen dazu passen. Auf keiner Website der Welt findet man eine solche Auflistung, die zudem nach den 60 wichtigsten Nachhaltigkeitsbegriffen durchsuchbar ist. Über 70 Filme lassen sich sogar direkt online anschauen. In der Umweltbildung ist uns wichtig, dass wir möglichst viele Menschen erreichen. Darum sind wir politisch und bezüglich Weltsicht vollkommen neutral und ideologielos und orientieren uns einfach an Fakten. Unsere Veranstaltungen sind unkommerziell, gratis und von Herzen und so bewegen wir sehr viele Menschen zutiefst. Wir haben ein riesiges jährliches Festival, beschenken pro Jahr 1‘000 Schulen mit DVDs, ein sehr engagiertes Mitglieder-Netzwerk (Mitglieder dürfen einmal im Jahr einen Film öffentlich aufführen) – alles getragen von hunderten von Freiwilligen. Kombiniert mit diesen tief beeindruckenden Filmen, die wir immer finden, bewegen wir die Schweiz und hoffentlich auch bald andere Länder.
  3. Auf der Website findet man die Top 10 Filme zum Thema Nachhaltigkeit. Wie wird ein Film ein „Top Film“?
    Wir haben zwei Filmjuries, die in dreiwöchigen Abständen Filme prüfen und nach 40 Kriterien bewerten. Dort entsteht sehr viel Wissen um Filme, dass in unserer Arbeit sichtbar wird. Die Top10 sind typischerweise auch die Hauptfilme an den Festivals. Der ideale Film ist ein Film, der das Wunder der Natur rüberbringt, den enormen Einfluss der Menschheit auf die Erde sichtbar macht und erklärt – und die vorhandenen Lösungen einführt. Und dies alles im bewegenden Kinoformat mit grossartiger Musik und Bildern, die Honig für die Augen sind. Ein Top-Film weckt Menschen auf, verändert sie für immer und bringt sie in Aktion.
  4. Im September findet zum 6. Mal das „Filme für die Erde-Festival“ statt. Kannst Du uns noch mehr darüber erzählen?
    Wir zeigen jeweils im September in 15 bis 20 Städten der Schweiz 6 Umweltdokus für rund 9‘000 Schüler und 3‘000 Erwachsene. 150 freiwillige Helfer setzen alles um, 100 Umweltorganisationen helfen mit der Bewerbungen und haben vor Ort Tischstände, 100 Sponsoren helfen es zu finanzieren. Wir verschenken dabei auch rund 2‘000 DVDs, die man dann von Freund zu Freund weitergeben soll, um weitere 20’000 Menschen vor die Filme zu bringen. In unserem Büro läuft‘s dann rund: das Kernteam von drei Personen, drei Praktikanten und 6 halb ehrenamtlich Mitwirkenden durchläuft ab Juni einen Marathon Richtung grosser Tag. Es ist unser grösstes Projekt, das uns am meisten am Herzen liegt und an welchem wir die allerbesten Filme zu vielen Menschen bringen. Der Eintritt ist frei und Mitwirkung willkommen. Es sieht so aus, als seien 2016 zum ersten Mal sogar 10 bis 20 deutsche Kinos als Partner dabei, wir sind dran, eine internationale Bewegung zu werden.
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2 Gedanken zu „„Wissen weitergeben, Bewusstheit schaffen“

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