Auszeit im Schwarzwald

Das Wochenende starten meine Freundin und ich mit einem ausgiebigen Brunch im Les Garecons am Badischen Bahnhof: Kaffee-, Tee- und Schokoladenprodukte sind Bio und Fairtrade und auch die Frischmilch aus der Region Basel ist Bio. Zudem gibt es auch ein veganes Frühstück! Sehr lecker! Dann geht’s los: Zug, Bus und nochmals ein sehr kleiner Bus bringen uns in das verschlafene Dorf Neuenweg im Schwarzwald. Dort steht schon Brigitte vom Gästehaus Birkenhof, die uns zu Ihrem Bauernhof mitnimmt. Ankommen, Seele baumeln lassen, die März-Sonne geniessen…

Das Gästehaus liegt idyllisch, mit Weitblick, nahe des Belchens (1’414 m ü M) und mitten im Biosphärengebiet Schwarzwald. Das Haus bezieht Öko-Strom aus der Region und das Warmwasser wird mit der eigenen Solaranlage erwärmt. Auf dem Hof wohnen auch noch Kaninchen, die gerade Junge haben (sehr süss!), eine Katze, die Labrador-Mischlingshündin Lilla (ganz ein toller Hund) und Ziegen.

Im Vorfeld haben wir ein 2-stündiges Trekking mit den Lamas gebucht. Wusstet ihr, dass Lamas sehr gut sehen und hören?

An meiner Seite läuft Regia (die Königliche), meine Freundin wird von Mariella begleitet. Samba, das Lama-Junge (2.5 Jahre alt) tobt wild herum.

Schwarzwald
Ich und das Lama

Nach dem Trekking gibt es ein feines biologisches Abendessen mit Dessert (Schokoküchlein, mhhh). Die sehr grosse Bibliothek lädt zum Schmöckern ein, da reicht ein Wochenende nicht! Nach einer sehr ruhigen Nacht starten wir den Tag mit einem Frühstück: Es gibt alles, was das Herz begehrt; hausgemachten Zopf und frischen Kräuter-Quark inklusive. Brigitte nimmt sich sehr viel Zeit für uns – und sie erzählt uns einiges über die Bachblüten-Therapie. Darüber wusste ich noch nicht viel, und es ist sehr faszinierend. Dann macht sie mit uns einen Rundgang durch den Permakultur-Garten.

Der Abschied von den herzlichen Gastgebern Brigitte und Peter fällt schwer. Für uns geht es zu Fuss ca. 9 km nach Schönau. Eine wunderschöne Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter.

Wir werden sicher wiederkommen!

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I am standing with Standing Rock!

Die Nachrichten über Standing Rock bzw. die Dakota Access Pipeline (DAPL) in den USA sind schockierend! Ich verfolge das Thema schon länger und habe diverse Nachrichten auf Facebook geteilt.

Um was geht es?

Kurz: Um eine unterirdische Erdölpipeline in den USA mit einer Länge von 1’880 km, welche von einem Netzwerk von Öl- und Pipelinefirmen, Joint Ventures und Holding Gesellschaften besitzt wird. Die Eröffnung der Pipeline ist für Juni 2017 geplant und wird von weltweiten Protesten begleitet.

NoDAPL

Warum Proteste?

  • Die Ölpipeline führt durch das Indianerreservat „Standing Rock Sioux Reservation“ und durch heiliges Land der indigenen Bevölkerung (ursprüngliche Route durch die reiche Gegend Bismarck wurde abgeändert!). Indianische Kultstätten und Grabstellen werden missachtet.
  • Große Bedrohung des (Trink-)Wassers (durch mögliche Lecke in der Pipeline) – die Pipeline geht unter dem Missouri durch.
  • Zahlreiche Banken sind in die Finanzierung involviert.
Standing Rock
Protest in Standing Rock ©www.yesmagazine.org / Photo by Desiree Kane

Was macht der Präsident?

Die Polizei setzte im November 2016 Wasserwerfer bei Minustemperaturen und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein.  An dem Wochenende vor Ablauf der Räumungsfrist für das Protestlager reisten über 2’000 Veteranen an, um als menschliche Schutzschilde die Proteste zu unterstützen. Barack Obama stoppte den Bau letztes Jahr.

Standing-Rock-Rising-Redhawk
Protest beim Standing Rock ©inhabitat.com / J.M. Chua
Am 24. Januar 2017, vier Tage nach seinem Amtsantritt, hob US-Präsident Donald Trump den Baustopp mit einer Executive Order auf und wies das U.S. Army Corps of Engineers an, das Bauprojekt in einem Eilverfahren zu bewilligen. Zudem hob er einige Anforderungen an Umweltverträglichkeitsprüfungen auf…

Wir haben eine Stimme! Nutzen wir sie!!

Wir sollten nicht länger abhängig sein von Öl und die Rechte der indigenen Bevölkerung mit Füssen treten! Wir haben mehr Macht, als wir denken! Was können wir tun?

  • Unser Geld von Banken (siehe FoodandWaterwatch), die direkt in die Ölpipeline oder indirekt über Kredite in involvierte Firmen investieren, zu alternativen Banken transferieren.
  • Die Banken kontaktieren, allen voran die Schweizer Grossbanken CS und UBS (Aktion von Greenpeace).
  • Schweizer Pensionskassen pumpen Milliarden Schweizerfranken in die Kohle-, Erdöl- und Erdgasindustrie. Investiert deine Pensionskasse in Credit Suisse? Frage nach! Und appelliere an deine Pensionskasse, Credit Suisse öffentlich zum Rückzug aufzufordern. Hier kannst Du deine Pensionskasse kontaktieren: http://renten-ohne-risiko.ch
  • Demonstrieren! In Basel findet am Samstag, 1. April um 14 Uhr die nächste Demo statt. Und bestimmt gibt es auch eine Demo bei dir in der Nähe!
nodapl
Demo gegen die Pipeline in Basel

Gute Neuigkeiten

17 Banken investieren direkt in die Pipeline. Die holländische ING-Bank ist nun die erste, welche den Kredit zurückzieht. Der Anteil von ING an diesem Kredit war $120m. Halten wir also den Druck auf die Banken aufrecht!

Weitere Informationen

I am Standing with Standing Rock!

Meine plastikfreien Begleiter

Geschäftlich bin ich häufig mit dem Zug unterwegs. Dabei habe ich in letzter Zeit eine isolierte Flasche vermisst, die mich mit heissem Tee dabei begleitet.

Hydro Flask
Meine neue isolierte Trinkflasche

Fündig wurde ich beim Online-Shop „Kivanta“: Dort habe ich mir eine Hydro Flask bestellt. Das Unternehmen wurde 2009 von den beiden Amerikanern Cindy Morse und Travis Rosbach gegründet. Das Firmenmotto: We don’t accept lukewarm! (Lauwarm akzeptieren wir nicht!). Die Flasche ist aus Edelstahl, BPA-frei und soll Getränke bis 6 Stunden heiss und bis zu 12 Stunden kalt halten (da freu ich mich im Sommer auf Eiskaffee!). Ich kann genau 355ml Flüssigkeit mitnehmen und die Flasche wiegt gerade mal 227g.

Hydro Flask
Für heisse und kalte Getränke….

Der „Flip-Lid“-Deckel besteht aus lebensmittelechtes Polypropylen (die Flasche ist also nicht ganz Kunststoff-frei), jedoch frei von BPA, Phthalaten, Weichmachern oder anderen Schadstoffen.

Und da ich gerade am Bestellen von nachhaltigen Produkten war, habe ich mir noch eine plastikfreie Variante für das Einpacken von Sandwiches bestellt.

Zmorge
Life without Plastic – Frühstücksbeutel

Der verstellbare Frühstücksbeutel von Life Without Plastic wird in Indien, zum Teil in Handarbeit, hergestellt. Er besteht zu 100% aus umweltfreundlichem Juco (75% Jute und 25% Baumwolle).

Life without Plastic
Mit Echtholz-Knöpfen

Der Beutel eignet sich für Sandwiches, Brötchen und Backwaren, aber auch für Früchte und Nüsse. Und: falls das Säckchen nach hoffentlich sehr sehr langer Zeit nicht mehr gebraucht werden kann, ist es kompostierbar!

Ich freue mich auf den Einsatz meiner beiden neuen plastikfreien Begleiter!

Die tollen Bilder hat meine Freundin Vibeke von Wikky World gemacht! Vielen herzlichen Dank!

Eine kurze Geschichte der Menschheit

Hast Du schon „Ein kurze Geschichte der Menschheit“ von Prof. Yuval Noah Harari gelesen? Falls nicht, möchte ich Dir dieses Buch ans Herz legen. Es hat mich total fasziniert! Auf sehr unterhaltsame Art vermittelt der Autor unglaubliches Wissen und zeigt verschiedene Zusammenhänge auf.

Yuval Noah Harari
Prof. Harari mit seinem Buch (courtesy Bradshaw Foundation)

Massentierhaltung

Harari geht in seinem Buch mehrfach auf die Massentierhaltung ein. Prof. Harari schreibt zum Beispiel, dass „in der industriellen Revolution (ab der 2. Hälfte des 18. Jh) die Pflanzen und die Tiere mechanisiert wurden. Die Nutztiere verloren ihren Status als Lebewesen, die Schmerz und Leid empfinden konnten, und verwandelten sich in Maschinen. Heute werden diese Tiere häufig in Fabriken massenproduziert, ihre Körper werden nach den Bedürfnissen der Industrie gestaltet und sie verbringen ihr ganzes Leben als Rädchen in einer riesigen Produktionsanlage. Wie gut und wie lange sie leben, wird von der Kosten-Nutzen-Rechnung der Unternehmen diktiert…“.

Harari
Massentierhaltung (Bild vom Bund deutscher Tierfreunde)

Kann Aufräumen mein Leben verändern?

Gemäss der Japanerin Marie Kondo: Ja, richtiges Aufräumen kann Dein Leben verändern!

Da ich mich momentan neben Zero Waste verstärkt mit Minimalismus auseinandersetze, habe ich das Buch „Magic Cleaning“ gelesen.

Was bedeutet Magic Cleaning?

„Radikales Ausmisten und Entrümpeln wirkt auf die Seele wie ein Schlussstrich unter die Vergangenheit“. Ich stimme nicht bei allem mit Frau Kondo überein, aber dieser Satz gefällt mir. Sie meint, der Hauptgrund, warum viele Menschen nicht aufräumen können, liegt daran, dass sie zu viele Dinge besitzen. Und es immer mehr werden. Es gilt deshalb:

  1. Dinge wegwerfen
  2. Aufbewahrungsort bestimmen (für Dinge, die nicht weggeworfen werden)

Sie empfiehlt zudem, ein klares Ziel zu definieren: Was möchte ich mit dem Aufräumen erreichen?

Macht es mich glücklich?

Dies ist die zentrale Frage der „KonMari-Methode“. Macht es mich glücklich, wenn ich den Gegenstand in die Hand nehme? Es müssen deshalb zwingend immer alle Gegendstände in die Hand genommen werden!

Und sie empfiehlt beim Ausmisten folgende Reihenfolge:

  • Kleidung (inkl. Taschen, Schuhe)
  • Bücher
  • Schriftstücke/Unterlagen/offizielle Schreiben
  • Kleinkram
  • Erinnerungsstücke (inkl. Fotos)

Kleidung aussortieren

Nach dem Lesen des Buches bin ich sehr motiviert. Ich mache mich an die Kleidung ran. Es wird zusätzlich geraten, nach Unterkategorien vorzugehen. Und nicht mit Kleidung, die gerade Saison hat. Somit widme ich mich meinen T-Shirts. Vom Sommer sind wir ja noch etwas entfernt. Und bin überrascht von der Menge: Ich besitze tatsächlich ca. 73 T-Shirts, davon sind ca. 23 ohne Ärmel.

Ich hole also alle T-Shirts aus Kommode und Schrank raus und lege alles auf den Boden. Danach nehme ich jedes T-Shirt einzeln in die Hand und überlege/fühle rein, ob ich das T-Shirt „liebe“. Schwer. Sehr schwer. Ich trenne mit von 7 T-Shirts. Und räume dann gemäss der KonMari-Methode meine Kommode ein: Die T-Shirts sollen stehen und nicht liegen. Zudem soll man alles zusammenlegen, dass man zusammenlegen kann. Wenn möglich keine Kleidung aufhängen.

Das Zusammenlegen ist leicht (siehe dazu auch das Video auf Youtube). Doch nach ca. 20 Shirts ist meine Kommode voll. Also nicht so praktikabel. Oder ich müsste noch rigoroser ausmisten? Ich räume meine T-Shirts also wieder ganz normal liegend ein. Weiter bin ich bei der Kleidung noch nicht gekommen… Ich habe jedoch fest vor, bald die anderen Kleidungsstücke in Angriff zu nehmen.

Bücher, Papierkram & Krimskrams

Marie Kondo erklärt, alle Bücher, die ungelesen oder halbgelesen sind, gehören ins Altpapier. (Frau Kondo ist nicht nachhaltig unterwegs. Aussortierte Bücher gehören für mich in die Brockenstube oder in ein offenes Bücherregal).

Für Papierkram gilt grundsätzlich, dass er ohne grosse Umschweife wegzuwerfen ist. Seminarunterlagen, Kreditkartenabrechnungen, Neujahrskarten, Lohnausweise, etc. sind komplett zu entsorgen.

Beim Krimskrams darf – wie bei den andern Sachen auch – nur bleiben, was glücklich macht. Und: Münzen gehören immer ins Portemonnaie.

Warum das Ganze?

Aufräumen als Weg zur Selbsterkenntnis. Man muss sich auch mit der Frage auseinander setzen, warum will ich etwas nicht wegwerfen? Ist es, weil ich an der Vergangenheit anhafte oder weil ich unsicher bin in Bezug auf die Zukunft? Es scheint mir wirklich mehr Sinn zu machen, von Dingen umgeben zu sein, die mich glücklich machen und die ich tatsächlich brauche.

Mein Fazit

Das Buch hat mir gefallen. Es ist einfach zu lesen. Die Umsetzung ist naturgemäss schwieriger. Ich werde sicherlich mit der Kleidung weitermachen. Wie schon gesagt, teile ich nicht alle Einstellungen von Frau Kondo, die leider sehr konservativ sind und auch nicht nachhaltig. Aber: Wir können dennoch ausmisten, und die ausgemisteten Dinge dem 2nd Hand Markt zuführen.