Informatives Buch: Food Crash

Das Buch „Food Crash – wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“ von Felix zu Löwenstein hat mir sehr gut gefallen. Er schildert viele persönliche Beispiele, die das Buch anschaulich machen. Zudem stützt er seine Aussagen auf wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Der Autor stellt kritische Fragen, die ich Euch gerne mit den Antworten wiedergeben möchte.

Ist das Welternährungsproblem tatsächlich ein Produktivitätsproblem?

Felix zu Löwenstein sieht andere Gründe wie z.B.

  • Degradation durch falschen Ackerbau, Überweidung, Entwaldung, Versalzung der Böden > Verlust zwischen 1950 und 1990 von einem Drittel der fruchtbaren Böden weltweit!
  • Die Grasfresser Rind und Schaf wurden vom Nahrungspartner, der für die unmittelbare Produktion menschlicher Lebensmittel ungeeignete Grünlandflächen in Fleisch und Milch umwandelt, zum Nahrungskonkurrenten des Menschen. Dies deshalb, weil wir Futterpflanzen für die Tiere anbauen, anstatt Nahrungspflanzen für uns.
  • Unser Fleischkonsum muss reduziert und schwerpunktmässig auf Fleisch umgelenkt werden, das auf Grünland erzeugt wurde – also auf Flächen, auf denen keine Nahrungskonkurrenz zum Menschen stattfindet.
  • Food Waste > dies könnte durch sorgfältige Planung und Nutzung der Lebensmittel vermieden werden.

So ist das Fazit nicht überraschend: Nicht die Produktivität der Fläche ist der entscheidende Faktor für die Unterernährung einer Milliarde Menschen, sondern soziale und wirtschaftliche Missstände, die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Lebensstil eines Teiles der Weltbevölkerung, der für sich einen unverhältnismässig hohen Anteil der Ressourcen dieser Erde in Anspruch nimmt!

Humus zur Bekämpfung des Klimawandels

Seit Beginn der modernen Landwirtschaft im 19. Jahrhundert wurde der Humusgehalt in unseren Böden dramatisch verringert. Es gibt viele Untersuchungen, die zeigen, wie es durch die Umstellung auf ökologischen Landbau zum Aufbau von Humus und damit zur Bindung von CO2 kommt.

Was kann ich tun?

Ich finde es immer gut, wenn den Leserinnen und Lesern konkrete Tipps an die Hand gegeben werden, was wir selber tun können. Felix zu Löwenstein macht genau dies in seinem letzten Kapitel. Er schlägt folgendes vor:

  1. Kaufen Sie Bio-Lebensmittel
  2. Kaufen Sie regional und saisonal
  3. Werden Sie selbst zum Erzeuger – sei es auf dem Fensterbrett oder bei einer Urban Agriculture Initiative
  4. „Eat Food“, soll heissen: vermehrt landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffeln, Gemüse, Früchte, Fleisch, Eier, Milch selber verarbeiten anstatt fixfertige Menüs zu kaufen
  5. Weniger Fleisch essen, da Fleisch ein sehr CO2-intensiver Rohstoff ist
  6. Nachhaltigen Fisch kaufen

Felix zu Löwenstein - Autor von Food Crash
Felix zu Löwenstein – Autor von Food Crash
Wer noch mehr wissen möchte: Bei Bio Suisse ist kürzlich ein Interview mit Dr. Felix Prinz zu Löwenstein erschienen.

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3 Gedanken zu „Informatives Buch: Food Crash

  1. Hallo Nicole. Kleinbauern zu unterstützen, die intensive Landwirtschaft im Einklang mit der Natur betreiben ist der Ausweg aus der drohenden Ernährungskrise. Die wir durch die industrielle Landwirtschaft und das ungezügelte Wachstum der Menschheit produziert haben. Was „Fisch & Fleisch“ angeht habe ich eine andere Meinung. Denn viele Grünlandflächen lassen sich sehr wohl für den Ackerbau nutzen, wenn der Boden entsprechend bearbeitet und aufgewertet wird. Die Umwidmung von Grünland zu Ackerland ist allerdings gesetzlich stark erschwert. Auch wenn alle Menschen deutlich weniger Fisch/Fleisch konsumieren wird man das bei bald >8 Mrd. Menschen nicht ökologisch hin bekommen, das ist ein Trugschluss. Siehe auch https://hundertsand.wordpress.com/2015/04/12/fleisch/ – für mich ist der nachhaltige Ausweg eine fleisch- und milchfreie Ernährung ohne den Umweg über das Tier. Liebe Grüße, Martin

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    1. Hi Martin! Vielen Dank für Deine Gedanken! Das Buch ist wirklich sehr lesenswert. Ich selber ernähre mich vegetarisch, probiere wenn immer möglich Bio-Produkte aus der Region und unverpackt zu bekommen. Immer gelingt mir dies jedoch nicht. Es ist jedoch leider ein Tatsache, dass wir auf Land, auf dem wir Gemüse und Getreide für uns Menschen anbauen, entweder Kühe halten oder Essen für Nutztiere anbauen (da gibt es ja auch sehr eindrückliche Bilder/Dokus, v.a. aus USA). Lg Nicole

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  2. Hallo Nicole
    Ich habe den Mann einmal an einer Podiumsdiskussion gehört und als sehr überzeugend empfunden. Für mich ist eine Landwirtschaft ohne Tiere nicht denkbar. Jedoch erträume ich mir eine sehr viel andere Landwirtschaft, wie es sie heute nur selten gibt. Ich fand den Artikel zu Kuh, Geiss und Schaf in der WOZ hat meine Ansicht gut zusammen gefasst: dort wo Ackerbau möglich ist, Feldfrüchte für den menschlichen Konsum anbauen. Und dort wo nur Weide möglich ist, unbedingt weiter Tiere grasen lassen. Nur so können wir die Biodiversität der Alpen und Steppen erhalten. http://www.meilibeef.ch/assets/Uploads/WOZ-Artikel-Angeklagt-Kuh-Schaf-und-Geiss-JDez-2016.pdf
    Herzlich: Michèle

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