Warum wir auf die Strasse gehen

Am Samstag, 20. Mai 2017 hat in Basel zum dritten Mal der „March against Syngenta und Monsanto“ stattgefunden. Ich war schon letztes Jahr am March mit dabei und bin auch diesmal wieder auf die Strasse gegangen – mit über 1’500 bis 2’000 weiteren Personen.

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Demo gegen Syngenta in Basel

Diesmal ist nicht nur meine Freundin als Biene verkleidet, sondern auch ich habe mir ein entsprechendes Outfit zugelegt, um auf das weltweite Bienensterben aufmerksam zu machen.

March against Syngenta
Syngenta wurde an ChemChina verkauft

Mitten auf der Wettsteinbrücke legte sich der gesamte Demonstrationszug auf den Boden und gedachte in völliger Stille den Opfern von Pestiziden und Konzernwillkür. Wir konnten sogar die Vögel zwitschern hören.

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Einige wenige Grosskonzerne wie Monsanto, Syngenta, Bayer, BASF und DuPont/Dow dominieren den globalen Markt für Saatgut und Pestizide. Die Forderungen der Demo sind klar:

  • Stoppt Pestizide – Für eine giftfreie Landwirtschaft und Umwelt!
  • Stoppt Agrogentechnik – Für eine ökologische, vielfältige und kleinbäuerliche Landwirtschaft!
  • Stoppt Patente auf Leben – Für den Erhalt und die Weiterentwicklung der traditionellen, samenfesten Saatgutvielfalt!
  • Stoppt die Dominanz der Agrokonzerne bei Gesetzgebungen und Freihandelsabkommen – Für fairen Handel und Ernährungssouveränität!
  • Stoppt die Unterwerfung der Ernährung unter die Profitlogik  – Für eine faire regionale Landwirtschaft, die der Ernährung dient!
March agains Syngenta
Junge Demonstration, als Biene verkleidet
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Was ist ein Zweinutzungshuhn?!

Vor Ostern habe ich über verschiedene Bruderhahn-Initiativen berichtet. Heute möchte ich Euch noch eine weitere Initiative vorstellen, die dem Kükentöten (männliche Küken der Legehennen werden getötet, da „nutzlos“) entgegen wirkt: Das Zweinutzungshuhn, auch Dual- oder Kombi-Huhn genannt. Ein Huhn also, das sowohl Eier legt wie auch Fleisch gibt.

Kombihuhn
Küken Zweinutzungshuhn ©Ökotierzucht

Ja, es mutet schon merkwürdig an, aber vor ca. 100 Jahren dachte sich der Mensch: Es wäre besser, eine Legehenne (weiblich) zu haben, die super viele Eier legt und ein Masthuhn (weiblich, männlich), das richtig viel Fleisch gibt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „Hybridhühnern“. Diese Züchtungen wieder rückgängig zu machen wird deshalb nicht von heute auf morgen geschehen.

Zweinutzungshuhn-Projekte

So wird momentan vor allem im Bio-Bereich aktiv geforscht. Das aktuelle Zweinutzungshuhn legt deutlich weniger Eier und gibt zudem weniger Fleisch; es lässt sich nicht so gut mästen. Da Kosten-/Nutzen-Rechnungen dominieren ist dies natürlich ein Problem. Folglich muss der Konsument für das Produkt (sowohl für die Eier wie auch das Fleisch) mehr bezahlen.

Schweiz 

In der Schweiz setzt sich die Detailhänderin Coop seit 2014 für das Bio-Zweinutzungshuhn ein. 1 Ei kostet ca. CHF 1.-.

Deutschland 

ei care:  Alle beteiligten Naturland-Betriebe sind in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern beheimatet und die Produkte finden sich in Bio-Läden. Alle ei care-Produkte stammen aus ökologischem Landbau. Die Höfe arbeiten zudem nach den Naturland Fair Richtlinien, die Bio-Landwirtschaft, soziale Verantwortung und fairen Handel vereinen. 1 Ei kostet ca. € 0.56.

Gemeinnützige Tierzucht: Initiative von Bioland und Demeter. Ziel ist es, das Öko-Huhn von morgen zu züchten.

Kombihuhn
Zweinutzungshuhn © Ökotierzucht

Das Hermannsdorfer Landhuhn: Seit 2008 werden Landhühnern gezüchtet, die gleichzeitig ausreichend Eier legen und Fleisch ansetzen. 2012 bekam das Projekt den „Förderpreis ökologischer Landbau“. Seit 2015 gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Ökologischen Tierzucht GmbH. Derzeit halten drei Biobetriebe im Umkreis von 20 km Herrmannsdorfer Zweinutzungshennen (Umgebung München). 1 Ei kostet ca. € 0.60.

Österreich 

Eiermacher: Seit Mai 2016 sind die ersten Eier vom Bio-Zweinutzungshuhn erhältlich. In Österreich wird unter anderem die Hühnerrasse „Sandy“ eingesetzt, die zwar auf Legeleistung gezüchtet ist, aber etwas weniger Eier legt als Hochleistungsrassen und deren männliche Tiere mit vertretbarem Aufwand gemästet werden können.

Fazit

Wer Eier konsumieren möchte, der kann entscheiden: Bio-Eier, Eier von Bruderhahn-Projekten oder von Zweinutzungshühnern. Wichtig ist mir, dass wir wissen, wie die Nutztierhaltung funktioniert – und was alles damit verbunden ist! Unser Einkaufszettel ist auch ein Stimmzettel!

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen zum Thema „Zweinutzungshuhn“.

Biologisch einkaufen in Bologna

Über meine Restaurant-Highlights in Bologna habe ich bereits berichtet. Heute möchte ich Euch ein paar Orte in Bologna zeigen, an denen ein nachhaltiger Einkauf möglich ist.

Bologna
Piazza Maggiore in Bologna

Bioladen L’Albero della Vita

In diesem Öko- und Bio-Laden ist Bulk Shopping, d.h. einkaufen ohne Verpackung möglich. Es hat eine sehr kleine Auswahl an frischem Obst und Gemüse sowie Naturkosmetik. Via Mascarella, 81. Von 10 – 14 und von 16 – 20 Uhr.

L’Angolo del biologico

Dieser Bio-Laden liegt an einer sehr hübschen Straße. Den Spaziergang hierher haben wir nicht bereut. Der Bio-Laden hat eine gute Auswahl an klassischem Produkten wie Müsli, Konfis, Teigwaren. Dazu Naturkosmetik sowie frisches Obst und Gemüse. Bulk Shopping ist leider nicht möglich. Mitgenommen haben wir eine Bio-Tomatensauce von Solleone (bin gespannt!) und ein Bio-Arranciato im Glas für aus den Weg. Strada Maggiore 82/c. 8.30 – 20.30 Uhr.

Bottega della canapa


Die Bottega della canapa ist eine italienische Firma, die sich auf natürliche und biologische Produkte konzentriert. In diesem hübschen Laden habe ich Bambus-Zahnbürsten von Tea Natura entdeckt! Habe mir gleich 2 Stück gekauft – diese Zahnbürsten sind biologisch abbaubar und kompostierbar. Via Marsala, 31.

Zoo

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Mein Freund wollte sich schon länger eine Edelstahflasche kaufen, doch das eher hohe Gewicht hat ihn etwas abgeschreckt. Umso größer war die Begeisterung, als wir per Zufall im Zoo eine ultraleichte Flasche der italienischen Marke „24Bottles“ entdeckten! Auf seiner 1 Liter-Flasche ist der Aufruck „-0.16“, damit ist die Menge an CO2 gemeint, die vermieden wird, indem aus der Edelstahlflasche getrunken wird anstatt eine PET-Flasche zu kaufen. Strada Maggiore 50/A.

Und sonst? Gefunden haben wir ein biologisches Olivenöl vom Agrarbetrieb “Masoni Becciu” und einen weissen Bio-Balsamcio (Bio-Weissweinessig und Bio-Traubenmost mit 5,5% Säure) vom „Casa del Balsamico Modenese“ (Modena ist übrigens ein super Tagesausflug von Bologna, nur ca. 20 Minuten mit dem Zug – Preisvergleiche bei den Aceto’s lohnen sich!).

Bologna
Bio Olivenöl und Bio Balsamico Bianco

Fazit: Nachhaltig einkaufen ist in Bologna problemlos möglich!