Biologisch essen in Bologna

Die Ostertage verbrachten wir in Bologna – auch „die Fette“ genannt. Hier gibt es an jeder Ecke was zu essen und die wunderschönen Arkaden laden zum Flanieren ein. Doch wie grün ist Bologna? Hier meine Highlights!

Bologna
Stadtbild von Bologna

Das untere Ende der Via Mascarella ist nicht so belebt, wie das sonst in der Innenstadt der Fall ist. Dafür befinden sich an ihr 2 biologische Restaurants und ein Bio-Laden.

Bar Restaurant Estravagario

Die Küche ist vegan und vegetarisch sowie biologisch. Auch auf Fair Trade wird grossen Wert gelegt. Man kann draussen sitzen, wenn auch direkt an der Strasse. Wir hatten dreierlei Antipasti, die Käseplatte mit Konfi und eine Art Gemüsecalzone mit Topinambur (kalt) und Salat. Getrunken haben wir ein Bio-Chinotto und ein Bio-Mate. Die Bedienung war freundlich und verstand etwas Englisch. Die Besitzer sind Koch, Barman, Bauer und soziale Aktivisten gleichzeitig. Das Essen hat uns gut geschmeckt. Daumen hoch für dieses Restaurant!

Via Mascarella 81H. Montag bis Samstag ab 11.00 Uhr. Sonntag geschlossen.

Alchemilla


In diesem Bistro/Take-away haben wir nicht gegessen. Sofort aufgefallen ist uns jedoch das große Bild an der Außenwand! Es hat nur einen langen Tisch (Platz für ca. 8 Personen) und ist wohl eher als Take away gedacht. Für ein Mittagessen könnte ich es mir gut vorstellen, für abends eher weniger. Das alchemilla hat eine vegane & vegetarische Bio-Küche, auch Rohkost wird geboten. Und es wird komplett auf Palmöl verzichtet.
Via Mascarella 76/A.
Montag – Freitag. Mittagessen: 11.00-15.00; Abendessen: 18.00-22.30.

Chlorofilla – Ristorante Naturale

Dieses Restaurant haben wir beim Flanieren entdeckt, es jedoch nicht getestet. Es hat vegane & vegetarische Speisen, aber auch Fisch auf der Karte. Gemäss Website existiert das Restaurant seit 1984.  Es ist jedoch nicht biologisch – schade. Auf der Menükarte fand sich jedoch eine Bio-Fussili.

Strada Maggiore 64/c, 40125 Bologna

Fazit: Auch in der italienischen Stadt Bologna lassen sich nachhaltige Ecken entdecken! 🙂

Advertisements

Basel Unverpackt

Endlich: Basel hat seinen ersten Unverpackt-Laden! Am Samstag, 8. April 2017 war die Eröffnung, an der ich selbstverständlich mit dabei war!


Der Andrang war gross. Schön, dass so viel Interesse daran besteht! Das Angebot ist vielseitig und es wird auch Demeter-Brot aus der Region verkauft. Weiter gibt es Solid Shampoos, Seifen und Zahnbürsten von HydroPhil.


Beim Abfüllen der Nüsse brauch ich aber noch ein bisschen Übung! Die Säcklein hat mir meine Mutter aus altem Vorhangstoff genäht.

Ich freue mich total über diesen Laden und werde bestimmt noch oft dort einkaufen!

Basel Unverpackt, Feldbergstrasse 26 (gleich beim Erasmus-Platz), 4057 Basel Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9.00 bis 19.00 Uhr; Samstag 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Der Bruder der Legehenne

Es ist leider Realität: zum Eierlegen braucht es die Legehennen – nicht jedoch ihre Brüder. Diese werden gleich nach dem Schlüpfen aussortiert und vergast. Ein Teil davon wird als Tierfutter verwendet. Davon ist die konventionelle Eierproduktion genau gleich betroffen wie die Bio-Ei-Produktion.

Damit das männliche Küken nicht mehr sofort getötet wird, gibt es in der Schweiz momentan drei Projekte, bei denen der Bruder der Legehenne mit aufgezogen wird. Der Hahn wird gemästet (er nimmt jedoch nicht sehr viel an Gewicht zu…) und später zu Fleisch verwertet. Als Konsumentinnen und Konsumenten können wir somit Eier von Initiativen kaufen, die auch männliche Küken aufziehen.

Bruderhahn_Demeter
Bruderhahn ©Demeter.ch
  • «Hahn im Glück»: Projekt von Demeter: Momentan sind es 4 Eierproduzenten; 3 weitere Betriebe kommen im Sommer 17 dazu. Aufwachsen nach „Hahn im Glück“-Richtlinien bedeutet, dass alle geschlüpften Küken gross werden: Die Hühnchen legen Eier, die Hähnchen werden nach einigen Monaten als Junghähne vermarktet.
  • «henne & hahn»: Projekt von Gallina Bio, KAGfreiland und Hosberg. Seit dem 1. Januar 2016 werden für die Anzahl Eier unter dem Label „henne & hahn“ die entsprechenden männlichen Küken nach dem Schlupf nicht getötet. Die Jungtiere werden unter artgerechten Bedingungen grossgezogen. Sie geniessen dabei Bio-Futter und haben regelmässigen Zugang zur Wiese und zum Sandbad.
  • «Huhn mit Bruder»: Bio-Direktvermarkter. Das Projekt setzt sich auch für die Züchtung einer bäuerlichen Populationsrasse ein, abseits der industriellen Zucht. Güggel werden auf dem Hof geschlachtet. Die abgepackten Poulets können frisch und tiefgefroren direkt oder über picobio.ch bezogen werden.

Projekt in Österreich:

  • Die Eiermacher: In der Bio-Legehennenhaltung sollen alle männlichen Eintagsküken aufgezogen werden. Die gesamte Produktion wurde auf eine neue Rasse umgestellt: Das Zweinutzungshuhn „Sandy“.

Projekte in Deutschland:

  • Haehnlein: Haehnlein-Eier von der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof können u.a. bei Alnatura, Denn’s, Edeka, Real, Rewe und tegut gekauft werden. Die Gemeinschaft aus ökologisch-agierenden Betrieben strebt nach eigenen Angaben 100-Prozent-haehnlein-Eier an.
  • Bruderhahn Initiative Deutschland (BID): Für jedes BID-Ei wird im Laden ein Zuschlag von 4 Cent veranlagt. Diese 4 Cent werden zu 100% für die Aufzucht der Brudertiere und deren Vermarktung verwendet. So können alle Brudertiere aufgezogen werden, deren Schwestern für die Projektteilnehmer Eier legen. (So funktionieren alle Bruderhahn-Projekte)
Bruderhahn
4×4 Cent für die Ethik ©bio-markt.info

Dass dieser Artikel kurz vor Ostern erscheint, ist natürlich kein Zufall! Ich finde es wichtig, dass wir als Konsumentinnen und Konsumenten kritisch sind und v.a. auch die Nutztierhaltung hinterfragen. Und jeder Kassenzettel ist auch ein Stimmzettel! In diesem Sinne: Frohe Ostern!