Rote Knolle trifft Erdsonnenblume

Eine spannende Mischung: die vitaminreiche rote Beete trifft Topinambur (Erdsonnenblume) in einer kreativen Suppe. Ausprobieren lohnt sich!

Ro
Rote Beete

Topinambur

Die Topinambur-Knolle gehört zur Familie der Korbblütler und zur selben Gattung wie die Sonnenblume. Deshalb wird sie auch Erdsonnenblume genannt. Die Saison in der Schweiz dauert von November bis März.

Topinambur enthält viele wertvolle Mineralstoffe, Kohlenhydrate und Vitamine. So liefert die Erdsonnenblume bis zu 100mg mehr Kalium als Bananen und 3-4 Knollen decken bereits den gesamten Eisenbedarf eines erwachsenen Menschen. Ansonsten sind noch Magnesium, Phosphor, Kalcium, Zink, Selen und Vitamin B1 enthalten (Tompinabur.cc). Zudem enthält die Knolle viel Inulin. Dieser Ballaststoff macht satt und stillt den Appetit.

Vitaminreiche rote Knolle

Die Rande (oder Rote Beete) ist ein typisches Lagergemüse und hat somit das ganz Jahr Saison. Das Knollengemüse versorgt uns im kalten Winter mit Vitaminen und Nährstoffen wie z.B. Eisen. „Die vitaminreiche Knolle enthält unter anderem Folsäure und Kalium. Und trotzdem figuriert Randen auf der Liste der beliebtesten Gemüse in der Schweiz eher auf den hintern Rängen. Gut 8’000 Tonnen werden pro Jahr in der Schweiz konsumiert. Nicht gerade viel. Im Vergleich landen beispielsweise jährlich über 67’000 Tonnen Karotten auf unseren Tellern“ (Srf.ch). Mit diesem leckeren Rezept steigt vielleicht der Konsum der roten Beete! 🙂

Randen-Topinambur Suppe

Für die Suppe brauchst Du:

  • 300 g Rande (Rote Beete)
  • 300 g Topinambur
  • 600 ml Gemüsebouillon
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • Zum Würzen: etwas Saft einer frisch gepressten Zitrone (oder Apfelessig), Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Sesamsamen, evtl. Bio-Haselnuss-Öl
Randen-Tompinabur-Suppe
Randen-Tompinabur-Suppe (© Li_Reflection)

Die Zutaten am besten in Bio-Qualität besorgen. Rote Beete und Topinambur schälen und in grobe Stücke schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die gehackte Zwiebel und das Gemüse hinzugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und etwa 5 – 10 Minuten dünsten lassen. Mit der Gemüsebouillon ablöschen und bei geschlossenem Deckel und milder Hitze ungefähr 25-30 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Gemüse sehr weich ist. Nun alles cremig pürieren und mit Zitronensaft abschmecken. Zum Garnieren eignen sich frisch gemahlener Musskatnuss, geröstete Sesamsamen und ein gutes hochwertiges Öl, z.B. Bio-Haselnuss-Öl.

Danke an Li_Reflection für das schöne Foto und das Rezept!

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Meine 5 Tipps für Zero Waste und Bio in Brüssel

Ein Besuch in der belgischen Hauptstadt bietet einiges: vom Comic-Museum, Grand Place, Manneken Pis bis zur weltberühmten Schokolade. Doch wo bekomme ich Schokolade in Bio- und FairTrade-Qualität?

Ich begebe mich auf die Suche, wo ich in Brüssel Bio-Produkte und am besten noch ohne Abfall (Zero Waste) einkaufen kann. Hier meine 5 Tipps:

1. Den Teepot: Der Bio-Shop an der Kartuizerstrahlt / Rue de Chartreux, 66 wirkt etwas in die Jahre gekommen. Im Eingang hängen viele Zettel, die auf diverse Aktivitäten aufmerksam machen.

Gleich beim Eingang befindet sich die Käsetheke. Gemüse wird offen verkauft. Es gibt einen separat gekühlten Raum für Früchte und Gemüse. Bulk Shopping – d.h. Einkauf ohne Verpackung – ist möglich! Es hat noch ein Restaurant im 1. Stock, welches ich mir jedoch nicht angeschaut habe.

2. Als nächstes besuchte ich Färm am Quai au bois à bruler 43. Ein stylisher Bio-Laden mit flotter Hintergrundmusik. Gleich beim Eingang befindet sich die Theke, hinter der zwei freundliche junge Frauen mit schwarzen Hauben und hell-lila Blusen frische Salate, Quiches, Suppe, Aufschnitt und Käse anbieten. Da mein Magen knurrt lasse ich mir eine vegetarische „Pocket“ mit Salat geben. Dazu wird mir gefiltertes Wasser gereicht. Zum Essen setze ich mich an einen der drei Holztische.

Frisch gestärkt schlendere ich durch den grosszügig gestalteten Laden. Frische Brote ohne Verpackung. Grosse Auswahl an Bulk-Shopping für Müsli, Reis, Nüsse, … Belgische Schokolade in Bio- und FairTrade-Qualität, u.a. von Belvas und Tohi – da konnte ich nicht widerstehen. Früchte und Gemüse werden in einem separat gekühlten Raum aufbewahrt.

Im 1. Stock werden Kosmetik-, Baby- und Hygiene- und Putz-Artikel angeboten. Ich entdecke festes Shampoo, festes Deo und feste Zahnpasta von der Naturkosmetik-Manufaktur Lamazuma: Nur in Karton und ohne Plastik verpackt! Super! Decke mich gleich mit der Zahnpasta ein.

3. Der dritte Laden, dem ich einen Besuch abstattete, war Natural Corner an der Rue de l’escalier 1. Ein gut sortierter Laden in einer guten Gegend von Brüssel in der Nähe vom Place Sablon. Auch hier gibt es frisches Brot ohne Verpackung und Bulk Shopping ist möglich.


Von den drei besuchten Bio-Läden ist Färm mein klarer Favorit! Auf meinem Streifzug durch Brüssel habe ich noch zwei weitere Läden entdeckt, bei denen man plastikfrei einkaufen kann und die ich Euch gerne zeigen möchte:

4. Dille & Kamille: Es gibt mehrere Läden in der Stadt, welche Produkte für Haus, Garten und Küche anbieten. Das holländische Unternehmen schreibt: „Unser Warenangebot strahlt Schlichtheit aus, uns sind traditionelles Handwerk, handwerkliche Produkte und natürliche Materialien wichtig“.

5. La Maison du Savon de Marseille: Seifen in unglaublicher Vielfalt werden hier ohne Verpackung verkauft. Der Laden befindet sich an der 29, rue du marché aux herbes in Brüssel – gleich beim Grand-Place.

Viel Spass beim Entdecken von Zero Waste und Bio in Brüssel!

Sustainable Sunday!

Ich liebe Sonntage! Und der 22. Januar war ein ganz besonderer Sonntag.

Smiling Gecko – nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe

Zuerst konnte ich an einer sehr tollen Pilates-Stunde im Studio „Niyama“ in Basel teilnehmen. Alle Lektionen an diesem Tag waren auf Spendenbasis – und die Spenden gingen zu 100% an das Projekt „Smiling Gecko„. Ich hoffe, dass eine schöne Summe zusammengekommen ist, denn das Ziel von Smiling Gecko ist, Kindern und ihren Familien in Kambodscha eine gesicherte Lebensgrundlage zu bieten. Dies durch Direkthilfe vor Ort und darüber hinaus als nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Der berühmte Schweizer Fotograf Hannes Schmid ist Mitbegründer von Smiling Gecko. Er hielt noch ein Referat, das ich jedoch leider verpasst habe.

Hannes Schmid
Dorfschulprojekt von Smiling Gecko (© Smiling Gecko)

„Basel hilft mit“ verkauft Kleider, die nicht mehr gespendet werden können

Am Nachmittag machte ich mich mit einer Freundin auf den Weg nach Liestal, die Kantonshauptstadt vom Kanton Baselland. Dort fand eine Veranstaltung von „Basel hilft mit“ statt. Der Verein entstand im August 2015 aus der Idee, etwas für die Menschen in Not und auf der Flucht zu tun. Veranstaltungsort war der sehr kleine Laden von „Zweit Leben„, welcher am 11. Dezember 2016 eröffnete. Mit etwas Glück haben wir diesen Pop-Up-Store gefunden, denn davor waren Autos parkiert und auch die Schaufenster waren unauffällig.

Zweck von Zweit Leben: Alle Spenden, die von fliehenden und geflüchteten Menschen nicht gebraucht werden können, bekommen dort eine zweite Chance. Nichts soll vergeben gespendet worden sein. Alle Einnahmen fliessen in Charity-Projekte.

Auch Greta Aguilar nahm teil. Ich habe Greta das erste Mal getroffen und konnte mich kurz mit ihr unterhalten. Sie ist ein Sustainable Fashion Stylist und berät Kundinnen und Kunden, wie man sich mit Second Hand-Kleidung gut einkleiden kann. Dies ist ja nicht immer so einfach; viele Kleider entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist oder nicht dem persönlichen Geschmack. In einem Second Hand-Laden fündig zu werden, ist keine einfache Angelegenheit. Und hier unterstützt Greta.

Leckere Schwarzwurzelsuppe

Die Schwarzwurzel hat Saison von Oktober bis März. „Die Schwarzwurzel enthält Provitamin A, Vitamin B1, B2 und B3, C und E sowie sehr viel Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphor. Darüber hinaus hat sie viel Eisen, Asparagin und Allantoin in sich“ (Meine Ernte). Ein super Gemüse also, das sich auch für leckere Suppen eignet. Gerne stelle ich Euch ein Rezept vor, dass ich im Winter sehr gerne koche.

Schwarzwurzel, Birsmattehof, Matthäusmarkt, Basel
Schwarzwurzel auf dem Markt

Das Rezept

Für ein Abendessen für 2 Personen benötigst Du:

  • ca. 300g Schwarzwurzeln (in Bio-Qualität)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 50g Butter oder 2 EL Sonnenblumenöl
  • 3/4 l Gemüsebouillon
  • 1/4 l Halbrahm
  • Zum Würzen: Salz, Pfeffer, Muskat, evtl. 2-3 Tropfen Bio-Trüffelöl
Schwarzwurzel
Gesunde Schwarzwurzel-Suppe

Die Schwarzwurzeln entweder mit Handschuhen (sonst werden die Hände schwarz) oder unter fliessendem Wasser waschen, schälen und danach klein schneiden. Die Zwiebel schneiden und beides zusammen in Butter/Öl anschwitzen. Die Bouillon hinzufügen und solange köcheln, bis die Schwarzwurzeln weich sind (ca. 20 Minuten). Pürieren, würzen und den Halbrahm hinzufügen.

En Guete!

Wenn das Meer stirbt…

Mein Freund war kürzlich im Basler Bio-Laden „Höheners“ und hat dort neben der Käsetheke die „Bio-Videothek“ entdeckt. Im Höheners finden sich ca. 20 DVDs mit Dokumentationen rund um Lebensmittel und Ökologie. Das Ausleihverfahren ist unkompliziert: Formular ausfüllen, CHF 30.- Depot bezahlen und die DVD mitnehmen. Dann hat man eine Woche Zeit, den Film zu gucken und ihn wieder zurückzubringen – dann bekommt man auch die 30 Franken zurück. Falls nicht, gilt der Film als gekauft. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit „Filme für die Erde„. Eine super Sache, wie ich finde!

The Last Giants – wenn das Meer stirbt

Wir haben uns die DVD „The last Giants“ ausgeliehen. Portraitiert wird dabei die Schweizerin Katharina Heyer, welche „firmm“ gegründet hat. Die Stiftung firmm (foundation for information and research on marine mammals) setzt sich aktiv für den Schutz von Walen und Delfinen und für den Lebensraum Meer ein. In der Meerenge von Gibraltar leben mehr Walarten auf engstem Raum als irgendwo sonst auf der Erde. Aber: Täglich durchqueren über 300 riesige Containerschiffe die Meerenge, dazu kommen Schnell-Fähren von Spanien nach Marokko. Die Wale werden verletzt oder sind desorientiert vom Lärm. Zudem wird ihnen die Nahrung (wie z.B. Thunfische) weggefischt, so dass sie teilweise auch verhungern.

Katharina Heyer hatte den grossen Traum, ein Wal-Hospital zu bauen. Sie hatte bereits ein Grundstück auf marokkanischem Boden gekauft – auf dieses Grundstück hatte sie jedoch plötzlich keinen Zugang mehr. Und auch das zweite Grundstück, welches sie kaufen wollte, wurde ihr verweigert. Das Wal-Hospital ist somit leider nicht zustande gekommen.

Was können wir tun?

  1. Ein Grund für die gestiegene Zahl der Transportschiffe sind die ebenfalls gestiegenen Wünsche von uns Konsumenten. Deshalb: So oft es geht lokale und saisonale Waren einkaufen.
  2. Wissen verbreiten: Je mehr Menschen über die Situation Bescheid wissen und bereit sind, etwas zu ändern, desto besser kann z.B. firmm seinen Stiftungszweck erfüllen. Und: Am 25. Februar 2017 um 17.00 Uhr findet das firmm-Jahrestreffen im Kultur- und Kongresshaus Aarau, Schweiz, statt.
  3. So weit es geht, Kunststoffe und Plastikverpackungen vermeiden. Diese gelangen ins Meer und beeinträchtigen negativ das Leben aller Meeresbewohner…

Pastinaken-Apfel-Suppe

Meine Freundin Li_Reflection macht wunderschöne Fotos (die Sie auf Instagram postet) und kocht wunderbar leckere Gerichte. Eines davon ist die Pastinaken-Apfel-Suppe, die ich Euch hier vorstellen darf.

Pastinaken

Pastinaken gehörten bis ins 18. Jahrhundert zu den Grundnahrungsmitteln. Sie wurden aber langsam von Kartoffeln und Karotten abgelöst. Ähnlich wie beim Sellerie eignet sich das Püree von Pastinaken gut als Beilage und für cremige Suppen. Sie hat Saison von Juli bis März und ist somit sehr lange verfügbar. Gemäss Schweizer Gemüse:
  • Enthält mehr Vitamin C als Karotten.
  • Das Pektin in den Kohlenhydraten wirkt darmregulierend.
  • Geschmacklich wie Karotten und Sellerie.
Pastinake-Apfel-Suppe
Die letzte Pastinake aus dem Garten (© Li_Reflection)

Pastinaken-Apfel-Suppe

Für die Suppe brauchst Du:

  • 500g Pastinaken
  • 1 (kleiner) Apfel, säuerlich
  • 0,5 l Gemüsebouillon
  • 150 ml Hafer-Rahm
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Öl
  • Zum Würzen: Salz, Pfeffer, evtl. Muskatnuss
Winter Suppe
Pastinaken-Apfel-Suppe (© Li_Reflection)

Die Zubereitung ist ganz einfach: Die Zwiebel hacken und in etwas neutralem Öl glasig dünsten, dann den Knoblauch zugeben. Die Pastinaken in grobe Würfel schneiden und bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten mitdünsten. Die Gemüsebouillon in den Topf geben, mit Salz und Pfeffer würzen und etwa 15 Minuten köcheln lassen. Den Apfel schälen, reiben und für 10 Minuten mitkochen. Dadurch erhält die Suppe eine fruchtige Note. Den Rahm zugiessen und alles mit einem Stabmixer pürieren. Nach Wunsch noch mit etwas mehr Bouillon verdünnen und mit Muskatnuss abschmecken. En Guete!

Zucker – das moderne Gift

Das Wissensmagazin „Einstein“ und das Wirtschaftsmagazin „Eco“ haben zum Thema Zucker zwei spannende Beiträge gebracht, die ich für Euch gerne kurz zusammenfasse.

Haushaltszucker

Zwei Wochen ohne Zucker

Bei Einstein verzichtet der Moderator zwei Wochen auf Zucker. Dafür muss er zuerst einmal seinen Kühlschrank ausräumen und Salami und Hüttenkäse fallen weg. Die erste Woche fühlt er sich schlapp und gereizt. Das Fazit am Ende ist jedoch, dass er minim abgenommen, deutlich besser geschlafen und im Leistungstest besser abgeschnitten hat.

In meinem Umfeld haben schon einige Personen auf Zucker verzichtet. Eine Freundin von mir erzählt, dass die erste Woche hart war und sich tatsächlich eine Art Entzugserscheinung einstellte. Dies äusserte sich in Gereiztheit. Mit der Zeit verbesserte sich ihr Hautbild.

Warnung vor Zucker und die Zuckerindustrie

Zu Wort kamen auch Dr. Robert H. Lustig, Kinderarzt aus USA. Er stellte bei Kindern Fettlebererkrankungen fest, die für Diabetes und Herzerkrankungen verantwortlich sind und kämpft gegen den übermässigen Zuckerkonsum. Dr. Cristin Kearns von der University of California hat Dokumente gefunden, die belegen, dass die Zuckerindustrie mit Hilfe von (bezahlten) Wissenschaftlern die Gesundheitsrisiken von Zucker verschleierten.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 25g Zucker pro Tag. In den USA werden 126g/Tag pro Person und in der Schweiz 76g/Tag konsumiert. Besonders gefährlich ist der versteckte Zucker.

Subventionen für Zucker

Circa 100 Staaten subventionieren Zucker, so auch die Schweiz mit CHF 100 Mio. pro Jahr. Dies ist erstaunlich, da bekannt ist, dass Zucker hohe Gesundheitskosten (v.a. wegen Übergewicht) verursacht. Argumentiert wird mit der Versorgungssicherheit. Der in der Schweiz produzierte Zucker deckt jedoch den Bedarf gleich 2x ab. Es stellt sich die Frage, ob dies volkswirtschaftlich sinnvoll ist…

Die Zuckerproduktion in der Schweiz unterliegt starken Schwankungen. Noch vor 2 Jahren gab es mit über 300’000 Tonnen ein Rekordjahr, 2015 waren es dann noch gut 230’000 Tonnen. 2016 wurden 1,28 Millionen Tonnen Zuckerrüben geerntet. Daraus wurden in Aarberg und Frauenfeld 200’000 Tonnen Schweizer Zucker hergestellt.

Problematischer Anbau von Zuckerrüben

In den beiden Sendungen wurde der Anbau der Zuckerrüben nicht thematisiert. Mir scheint es dennoch wichtig, darüber ein paar Worte zu verlieren:

Zuckerrüben sind empfindliche Pflanzen: Im konventionellen Anbau werden daher die Rübensamen schon vor der Aussaat in eine mit Pilz- und Insektenschutzmittel ausgerüstete Hülle verpackt. Gegen Unkräuter werden spezielle Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Problematisch ist zudem die Verdichtung der Böden durch die Bearbeitung mit schweren Maschinen. Hinzu kommt der Verlust nährstoffreicher Böden durch Erosion aber auch die Rübenernte selbst: Nach Schätzungen des WWF gehen jedes Jahr 3 Millionen Tonnen Boden dadurch verloren, dass die an den Rüben klebende Erde mit ihnen die Felder verlässt. Im ökologischen Rübenanbau wird auf die chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verzichtet (Quelle: Oeko-Fair). In der Schweiz werden jedoch auf nur rund 10 ha Biozuckerrüben angebaut.

Zuckersteuer

Da in Mexico 3/4 (!) der Erwachsenen übergewichtig ist, hat der Staat eine Zuckersteuer eingeführt. Mexiko ist mit einem pro Kopf Verbrauch von 163 Litern Softdrinks Spitzenverbraucher von Süssgetränken. So kosten diese nun mehr – und es wird tatsächlich weniger davon konsumiert: Nach Einführung der Steuer fiel der Verbrauch der besteuerten Getränke um 6%. Andere Länder wie Portugal, Frankreich und Finnland folgten diesem Beispiel.

Informatives Buch: Food Crash

Das Buch „Food Crash – wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr“ von Felix zu Löwenstein hat mir sehr gut gefallen. Er schildert viele persönliche Beispiele, die das Buch anschaulich machen. Zudem stützt er seine Aussagen auf wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Der Autor stellt kritische Fragen, die ich Euch gerne mit den Antworten wiedergeben möchte.

Ist das Welternährungsproblem tatsächlich ein Produktivitätsproblem?

Felix zu Löwenstein sieht andere Gründe wie z.B.

  • Degradation durch falschen Ackerbau, Überweidung, Entwaldung, Versalzung der Böden > Verlust zwischen 1950 und 1990 von einem Drittel der fruchtbaren Böden weltweit!
  • Die Grasfresser Rind und Schaf wurden vom Nahrungspartner, der für die unmittelbare Produktion menschlicher Lebensmittel ungeeignete Grünlandflächen in Fleisch und Milch umwandelt, zum Nahrungskonkurrenten des Menschen. Dies deshalb, weil wir Futterpflanzen für die Tiere anbauen, anstatt Nahrungspflanzen für uns.
  • Unser Fleischkonsum muss reduziert und schwerpunktmässig auf Fleisch umgelenkt werden, das auf Grünland erzeugt wurde – also auf Flächen, auf denen keine Nahrungskonkurrenz zum Menschen stattfindet.
  • Food Waste > dies könnte durch sorgfältige Planung und Nutzung der Lebensmittel vermieden werden.

So ist das Fazit nicht überraschend: Nicht die Produktivität der Fläche ist der entscheidende Faktor für die Unterernährung einer Milliarde Menschen, sondern soziale und wirtschaftliche Missstände, die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Lebensstil eines Teiles der Weltbevölkerung, der für sich einen unverhältnismässig hohen Anteil der Ressourcen dieser Erde in Anspruch nimmt!

Humus zur Bekämpfung des Klimawandels

Seit Beginn der modernen Landwirtschaft im 19. Jahrhundert wurde der Humusgehalt in unseren Böden dramatisch verringert. Es gibt viele Untersuchungen, die zeigen, wie es durch die Umstellung auf ökologischen Landbau zum Aufbau von Humus und damit zur Bindung von CO2 kommt.

Was kann ich tun?

Ich finde es immer gut, wenn den Leserinnen und Lesern konkrete Tipps an die Hand gegeben werden, was wir selber tun können. Felix zu Löwenstein macht genau dies in seinem letzten Kapitel. Er schlägt folgendes vor:

  1. Kaufen Sie Bio-Lebensmittel
  2. Kaufen Sie regional und saisonal
  3. Werden Sie selbst zum Erzeuger – sei es auf dem Fensterbrett oder bei einer Urban Agriculture Initiative
  4. „Eat Food“, soll heissen: vermehrt landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffeln, Gemüse, Früchte, Fleisch, Eier, Milch selber verarbeiten anstatt fixfertige Menüs zu kaufen
  5. Weniger Fleisch essen, da Fleisch ein sehr CO2-intensiver Rohstoff ist
  6. Nachhaltigen Fisch kaufen

Felix zu Löwenstein - Autor von Food Crash
Felix zu Löwenstein – Autor von Food Crash
Wer noch mehr wissen möchte: Bei Bio Suisse ist kürzlich ein Interview mit Dr. Felix Prinz zu Löwenstein erschienen.