Samen Sonntag und Pflanzenpalaver

ProSpecieRara veranstalte am 28.2.2016 einen Samen Sonntag in Basel. Ziel der Veranstaltung war, Saatgut zu tauschen, Wissen zu teilen, Perspektiven zu bauen und sich zusammen tun.

Pflanzenpalaver mit Florianne Koechlin

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, aber ich habe es geschafft, mir einen begehrten Sitzplatz zum Vortrag der Biologin und Autorin Florianne Koechlin zu sichern.

Florianne Koechlin

Der gut 45-minütige Vortrag war sehr spannend. So erzählte Florianne Koechlin vom ältesten Baum in der Schweiz, einer Methusalem-Lärche, die circa 1’500 Jahre alt ist. Dann ging sie insbesondere darauf ein, dass Pflanzen sowohl ober- als auch unterirdisch kommunizieren. Eine Pflanze weiss nicht nur, dass sie angegriffen wird, sondern auch von wem. Sie produziert also entsprechende Duftstoffe, um sich genau den „Bodyguard“ (z.B. einen Vogel) zu holen, der dann den Angreifer (z.B. die Raupe) frisst. Das ist schon ziemlich genial! Sie erklärte auch, dass Pflanzen lernen und sich erinnern, und dass die Nachkommen die Erfahrung der Eltern erben können. Sie erwähnte u.a. eine Forschungsarbeit von Dr. Monica Gagliano, die Studien mit Mimosen durchgeführt hat.

Florianne Koechlin ging auch noch auf die 3-Schwestern-Landwirtschaft (Milpa) ein. Dabei werden Mais, Bohnen und Kürbisse zusammen angepflanzt. Die drei Pflanzen bilden eine Symbiose.

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Seife am Rumhängen

Meine Schwester war von meinem Blogbeitrag „Seife statt Duschgel“ so begeistert, dass sie gleich von Flüssigseife und Duschgel auf feste Seife umgestiegen ist. Fündig wurde sie dabei im Oekoladen in Basel.

Dabei gibt es jedoch ein Problem: Die zugegebenermassen etwas unansehnliche Pfütze in der Seifenschale. Dazu kommt, dass die Wasserresten die Seife glibberig werden lassen. Also auch nicht besonders toll.

Kreativ wie meine Schwester ist, hat sie schnell eine gute Lösung gefunden. Und diese möchte ich Euch hier präsentieren:

Sie hat ganz einfach mit einem Holzbohrer ein Loch in die Seife gebohrt und dann eine Schnur durchgezogen. So hängen nun im Bad meiner Schwester fröhlich ein paar Seifen rum! 🙂

Verstecktes Alu im Essen

Auch in Lebensmitteln befindet sich – versteckt hinter E-Nummern – Aluminium. Ja, genau, wir essen vielleicht sogar täglich Aluminium. Ohne, dass uns das wirklich bewusst ist. Das ist für mich eine schockierende Erkenntnis. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat berechnet, dass ein Erwachsener zwischen 1,6 und 13 mg Aluminium pro Tag zu sich nimmt. „Der Verzehr sollte möglichst begrenzt werden. Nach einer Untersuchung der EU-Kommission aber wird bei Aluminiumzusätzen die akzeptable tägliche Aufnahmemenge bei vielen Menschen erheblich überschritten, bei Kindern um das bis zu 7,5-fache“ (Food-Detektiv). Um den Verzehr zu begrenzen, müssen wir uns anschauen, in welchen Lebensmitteln überhaupt Alu drin ist.

Alu E-Nummern in Lebensmitteln

Untenstehend eine Auflistung der Alu E-Nummer (gefunden im Buch „Dirty Little Secrets“, S. 256ff.).

E 127 (Erythrosin Aluminiumfarbstoff) findet sich in Cocktailkirschen (z.B. Odenwald Cocktailkirschen bei Rewe oder in „Rote Herzkirschen entsteint“, Qualité & Prix von Coop), kandierten Kirschen und in Kaiserkirschen (Bigarreaux-Kirschen) in Obstkonserven. Wird auch in Lippenstiften eingesetzt. Wikipedia schreibt: „Erythrosin ist stark iodhaltig (57,7% Iod). Der Farbstoff ist in letzter Zeit wegen möglicher Allergieauslösung und möglicher Beeinflussung der Schilddrüsenfunktionen ins Zwielicht geraten. Der Eingriff in die Schilddrüsenfunktion soll z. B. unkontrollierte Impulsivität von hyperaktiven Kindern auslösen können“.

E 132 (Indigocarmin Aluminiumfarbstoff) wird in Süsswaren, Kuchen, Keksen, Blätterteig, Speiseeis, Desserts, Likör und in alkoholfreien Getränken verwendet. „Bei einer Studie an Mäusen haben sich Hinweise darauf ergeben, dass sich Indigotin in Gegenwart von Natriumnitrit in Nitrosamine umwandelt. Nitrosamine stehen unter Verdacht eine krebserzeugende Wirkung zu haben. Es gibt bisher jedoch keine Studien am Menschen, die diesen Hinweis bestätigen“ (Lebensmittellexikon).

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Das Geheimnis der Bäume

Der Doku-Film „Das Geheimnis der Bäume“ von 2013 begleitet den französischen Botaniker Francis Hallé (geb. 1938) durch den Regenwald. Der Film erzählt in wunderschönen Bildern und auf sehr ruhige Weise die Evolutionsgeschichte von 700 Jahren eines Urwalds. Dazu kommen Comic-Animationen, die es aus meiner Sicht nicht unbedingt gebraucht hätte. Da man aber immer wieder Francis Hallé am Zeichnen der beeindruckenden Bäume sieht, passt es ins Filmkonzept. Durch die Animationen können Ereignisse aufgezeigt werden, die ansonsten wohl unsichtbar geblieben wären. So macht grosse Hitze den Bäumen zu schaffen. Sie haben aber einen Weg gefunden, wie sie zu Regen kommen können: die Bäume senden Duftmoleküle in Richtung Himmel, was zu Wolkenbildung führt und dann zu Regen! Das ist schon ziemlich beeindruckend.

Der Film zeigt auch die einzigartigen Verbindungen zwischen Pflanzen und Tieren auf und Hallé meint: “Die Tiere herrschen über den Raum, die Bäume über die Zeit.” Einige Bäume werden bis zu 1’000 Jahre alt.

Drehort war Gabun in Zentralafrika und Peru – das erfährt man aber nur, wenn man noch etwas über den Film nachliest. Regie führte Luc Jacquet. Deutscher Sprecher ist Bruno Ganz.

Alternativen zu Alu-Verpackungen

Da die Gewinnung von Aluminium für die Umwelt höchst problematisch ist (siehe mein Blog-Beitrag „Dirty Little Secrets„), möchte ich so gut wie möglich auf Alu-Verpackungen verzichten.

Die Schweiz als Alu-Tuben-Land

Die NZZ berichtete im Jahr 2013: „Während 90% der Alu-Dosen rezykliert werden, sind es bei den Alu-Tuben lediglich 60%. … 210 Millionen Alu-Tuben werden hierzulande jährlich abgesetzt. Anders als in anderen Ländern wird ein grosser Teil davon mit Lebensmitteln wie Mayonnaise und Senf gefüllt. 37% aller Tuben (75 Millionen Stück, ein Teil davon geht ins Ausland) finden in der Lebensmittelbranche Verwendung, in Europa sind es lediglich 16% (europaweit beträgt der Alu-Tuben-Absatz 4,3 Milliarden Stück). Weiter kommen die Tuben in der Schweiz für Pharma- (45%), Kosmetik- (20%) und Haushaltprodukte (2%) zum Einsatz“.

56 Millionen Senf-, Mayo und Saucen-Tuben werden in der Schweiz jährlich verkauft. Bei einer Recycling-Quote von 60% und einem Durchschnittsgewicht von 15 bis 20 Gramm verschwinden jedes Jahr 336 bis 448 Tonnen des Leichtmetalls im Müll (Quelle).

Recycling von Alu-Getränkedosen

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt zum Thema Aluminium-Verpackungen: „Alu sammeln spart Energie: Wenn eine Verpackung aus Recycling-Alu hergestellt wird, braucht es 95% weniger Energie als bei der Produktion aus Neumaterial. Seit vielen Jahren sammeln die Schweizer jeweils über 90% der in Umlauf gebrachten Alu-Getränkedosen ein und übergeben sie damit der stofflichen Verwertung. Das gesammelte Aluminium wird sortiert, gereinigt und dann umgeschmolzen. Dabei gibt es keinen Qualitätsverlust: Aus Dosen lassen sich neue Dosen oder andere Produkte herstellen, aus Alufolie und -blech neue gewalzte Produkte“.

dosenberg300 „Alternativen zu Alu-Verpackungen“ weiterlesen