Im Quartier entdeckt

Von aussen wirkt der „Eldiro Shop“ im Gotthelf-Quartier in Basel (Ahornstrasse 7) mit den rot umrahmten Fenstern wenig einladend. Das Bild ändert sich jedoch sofort, wenn man den Laden betritt. Eine fröhliche Frau mittleren Alters steht hinter der Theke. Auf die Frage, was von dem türkisch-orientalischen Essen denn vegetarisch sei, strahlt sie und erklärt: „Alles Essen sei von ihr hausgemacht, ohne Konservierungsstoffe und alles vegetarisch!“ Wunderbar! Dann können wir ja aus dem Vollen schöpfen. Wir nehmen uns einen Meze-Teller (CHF 12.-) und noch weitere Leckereien wie Sigara Börek (fingerdicke, gefüllte und frittierte Teigröllchen), Dolma (die gefüllten Weinblätter – ich liebe Dolmas!), Linsen Köfte.. Zufrieden und hungrig verlassen wir den Laden. Ein Abendessen für zwei Personen im Take-Away für CHF 26.-. Zuhause wärmen wir einige der Speisen auf und machen uns noch einen frischen Salat dazu. Eine gute Alternative, wenn man nach einem langen Arbeitstag keine Zeit hat, selber zu kochen.

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Der Eldiro Shop hat offen Montag bis Samstag, 9:00 – 22:00 Uhr und am Sonntag von 10:00 – 22.00 Uhr. Es lohnt sich, einen Behälter mitzubringen, in den die Ladenbesitzerin das Essen abfüllen kann. Sonst bekommt man leider einen Styropor-Behälter für die Meze.

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Gemüse-Bouillon im Vergleich

In der Herbstzeit (und auch im Winter) liebe ich hausgemachte Suppen. Sie sind schnell zubereitet, gesund und wärmend. Basis von vielen Suppen ist die Bouillon. Nach dem Lesen von „Die Suppe lügt“ hab ich die Inhalte der fertig gekauften Bouillonwürfeln angeschaut, die sich bei mir zuhause fanden. Hier mein Ergebnis:

Knorr: Gemüsebouillon („Schweizer Qualität“); Firma Unilever.
Inhalte: Jodiertes Speisesalz, Geschmacksverstärker (Mononatriumglutamat E621, Dinatriumguanylat E627, Dinatriuminosinat E631), Stärke, pflanzliches Fett (unklar welches, kann auch Palmfett sein), Speisesalz, Hefeextrakt, Maltodextrin, Aroma, 1.5% Gemüse (Karotten, Wirsing, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch), Caramelzuckersirup, Gewürze, pflanzliches Öl, Petersilie, Zitronensaftpulver, Gemüsesaftkonzentrate (Karotten, Wirsing, Kohlrabi).
Hinweis: Kann Spuren von Gluten, Ei und Milch enthalten. Vegetarisch. Ohne Konservierungsstoffe laut Gesetz.
Preis: 109g bzw. 5 Liter = CHF 4.10 (CHF 0.82/Liter)

Naturata: Gemüse-Brühwürfel („Tradition seit 1976“)
Inhalte: Meersalz, Palmfett*, Maisstärke*, Hefeextrakt, Gemüse* 8.3% (Karotten*, Sellerie*, Lauch*, Paprika*, Zwiebeln*), Roh-Rohrzucker*, Curcuma*, Knoblauch*, Liebstöckelblätter*, Rosmarin*, Thymian*.
Hinweis: *aus kontrolliert biologischem Anbau. Vegan.
Preis: 6x12g (72g) bzw. 3 Liter = CHF 2.00 (CHF 0.66/Liter)

Rapunzel: Gemüsebrühe mit Kräutern („Wir machen Bio aus Liebe“)
Inhalte: Meersalz, Palmöl* ungehärtet, Maisstärke*, Maissirup*, Rohrzucker*, Hefeextrakt*, Petersilie*, Knoblauch*, Steinpilze*, konzentrierter Gemüsesaft* (Karotten*, Zwiebeln*), Basilikum*, Zwiebelpulver*, Kurkuma*, Liebstöckelblätter*, Muskat*, Sellerieblätter*, Pfeffer*, Dill*, Kürbispulver*, Rosmarin*, Liebstockwurzel*, Sonnenblumenöl*, Fenchelsamen*.
Hinweis: *aus kontrolliert biologischem Anbau. Vegan.
Preis: 8×10.5g (84g) bzw. 4 Liter = Euro 3.38 (Euro 0.84/Liter)

Bouillon

Hefeextrakt ist ein beliebter Ersatz für den umstrittenen Geschmacksverstärker Glutamat (E 620). Glutamat steht im Verdacht, dick zu machen, Kopfschmerz und Migräne auszulösen und gilt auch als Risikofaktor fürs Gehirn, für Alzheimer und Parkinson. Als Geschmacksverstärker wird also Hefeextrakt eingesetzt, das jedoch auch Glutamat freisetzt…

Durch eine Internet-Recherche habe ich Bouillon (meist in Pulverform) gefunden, die ohne Glutamat, ohne Hefeextrakt und auch ohne Palmöl auskommen!

  • An verschiedenen Märkten in der Schweiz (z.B. Herbstmesse Basel, Zibelimärit Bern) kann man die Sapori-Produkte kaufen, die gemäss Hersteller „ohne Zusatz von Kristallzucker, ohne Hefezusatz, ohne Weizen, ohne Gluten, ohne Milch, ohne Ei“ sind. Preis für 250g = CHF 13.90. Es werden ca. 10g Bouillon für 1/2 Liter Wasser gebraucht, d.h. mit dem Sapori kann ich 12.5 Liter herstellen (CHF 0.89/Liter).
  • Von Erntesegen (eine Marke, die ich in der Schweiz noch nicht gesehen habe) gibt es „Gemüse-Brühwürfel hefefrei“. 6x11g (66g) bzw. 3 Liter = Euro 1.10 (Euro 0.36/Liter).

Falls Du noch weitere Bouillon kennst, die mit möglichst wenig Zusatzstoffen auskommen, dann freue ich mich auf Deinen Kommentar! Und klar, Bouillon selber herstellen wäre noch besser! Falls Du ein tolles Rezept hast, lass es mich wissen.

Was hat ein Aroma in meinem Tee zu suchen?

Das aufrüttelnde Buch von Dr. Hans-Ulrich Grimm „Die Suppe lügt – die schöne neue Welt des Essens“ wurde mir von meiner Freundin Cathy empfohlen. Es geht hauptsächlich um Aroma, das unserem Essen beigefügt wird; häufig ohne, dass wir dies wissen. Und warum werden Aromastoffe dazu gegeben? Weil industriell verarbeitete Lebensmittel sonst ungeniessbar und damit unverkäuflich wären. Das macht ja nicht gerade Appetit…

Werbung und Verpackung erzählen eine andere Geschichte als der Inhalt des Lebensmittels. Ein Beispiel dazu: Du kaufst Dir ein Erdbeerjoghurt und denkst: „lecker und gesund“, da Erdbeeren Vitamin C & Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Magnesium enthalten. Aber Du bekommst in Wahrheit keine Erdbeeren, dafür Erdbeer-Aroma mit einem Nährwert von Null. Damit wird auch Dein Körper betrogen. Und zahlreiche Krankheiten wie Allergien deuten darauf hin, dass der menschliche Organismus mit diesem Angebot nicht zurechtkommt.

Bisher konnten über 3’000 verschiedene Aromastoffe in Lebensmitteln nachgewiesen und identifiziert werden, wobei der Gesamtgehalt in einem Produkt meist nur zwischen 0,0001 und 0,1 Prozent liegt. (Greenpeace).

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Früchtetee, z.B. aromatisiert mit Apfelkuchen-Karamell-Geschmack

Nun gibt es ja auch natürliche Aromen. Wie ich feststellen musste, ist dies auch in meinem Bio Tee „Grüne Energie“ von YogiTea der Fall. Es ist vorgeschrieben, dass „natürliche“ Aromen nur aus Lebensmitteln hergestellt werden dürfen. Ok, soweit, so gut. Doch: dass kann einfach heissen, dass Mikroben oder Schimmelpilze am Werk waren:

„Natürlich“ bedeutet nicht, dass ein natürliches Aroma, das nach Himbeeren schmeckt, tatsächlich aus Himbeeren gewonnen wurde. In aller Regel handelt es sich um einen Zederholzölextrakt. „Natürliches Aroma“, das typisch nach „Apfel“ schmeckt, wird z.B. aus Tagesteöl, Weinfuselöl, Hefeöl-Destillat, abgerundet mit etwas biotechnologisch hergestelltem Äthylacetat gemixt. Andere „natürliche Aromen“ mit Geschmacksrichtungen wir Pfirsich, Kokos, Nuss oder Bratkartoffel werden biotechnologisch aus Schimmelpilzkulturen gewonnen. (Zusatzstoffmuseum)

Ich werde ab sofort noch kritischer die Zutatenliste der industriell verarbeiteten Lebensmittel studieren. Und mich noch mehr dem echten Essen zuwenden. Denn wie Grimm sehr schön am Schluss des Buches bemerkt: „Echtes Essen hat kein Etikett“.

Marché Bio: 10.10.2015 in Fribourg

In Fribourg findet an diesem Samstag ein Bio-Markt statt. Doch macht Bio überhaupt Sinn? „Bio-Lebensmittel sind deutlich weniger mit Schadstoffen belastet als konventionelle Produkte – und damit gesünder. Diese Aussage hat das jährliche Öko-Monitoring des Landes Baden-Württemberg im Juni 2015 erneut bestätigt“. Und eine Studie der Universität Newcastle von 2014 zeigt, dass „Bio-Feldfrüchte und deren Produkte eine 18 bis 69% höhere Konzentration an Antioxidanzien haben – die Stoffe sollen hemmend auf bestimmte Krebsarten und chronische Krankheiten wirken. Die Bio-Feldfrüchte wiesen zudem im Schnitt eine 48% tiefere Konzentration des giftigen Schwermetalls Kadmium auf“. (Beobachter)

Bio-Bäuerinnen und Bauern verzichten auf chemisch-synthetische Mittel. Am Bio-Markt in Fribourg steht das Thema „Lebendige Böden“ im Mittelpunkt. Neben den Marktständen können auch Bio-Spezialitäten gekostet werden. Der Bio-Markt lädt all jene ein, die sich für eine gesunde, biologische und lokale Ernährung interessieren und sich mit den Bio-Produzenten (ca. 20 Teilnehmer) austauschen möchten. Samstag, 10. Oktober von 9.00 bis 18.00 Uhr in Fribourg auf dem Platz Georges-Python. (Bio Marché)

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Filmabend „True Cost“: 8.10.2015 in Zürich

Die „Initiative Psychologie im Umweltschutz“ (IPU) zeigt am Donnerstag, 8. Oktober ab 19.30 Uhr den Doku-Film „True Cost„. Es geht um die Auswirkungen der Mode und der Kleiderproduktion auf die Menschen und unseren Planeten. Ich selber habe den Film noch nicht gesehen, klingt aber sehr spannend. Wer also Zeit hat: Der Film wird gezeigt im Bramshof in Zürich. (IPU) Achtung: Anmeldung erforderlich.

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Food Waste: 6.10 – 10.10.2015 in Basel

Gerne möchte ich Dich auf folgende Veranstaltung in Basel aufmerksam machen:

„Um den Wert von Lebensmitteln bewusst zu machen und aufzuzeigen, welches die besten Massnahmen gegen und die schwerwiegenden Folgen von Food Waste sind, führt das Amt für Umwelt und Energie eine Informationsaktion durch: Dienstag, 6. Oktober bis Samstag, 10. Oktober 2015, auf dem Matthäusplatz (in Kleinbasel). Fachpersonen betreuen den Infostand von Dienstag bis Freitag, 12.30 bis 17.30 Uhr und am Samstag, 8.00 bis 14.00 Uhr“. (Stadt Basel)

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